02-09_Waende

 
 
Wände

Wände, Mauern und Fassaden.

 

Arten von Mauerwerk

Vollziegel

Rohstoff: Lehm und Ton

Anwendungen: Wände aller Art

Tragfähigkeit: Mittel bis hoch

Bauphysik: Guter Wärmeschutz / Wärmespeicherfähigkeit / Schalldämmung / Feuchteregulierung  (je nach Porosierung)

Besonderheiten: Großes Angebot

 

Hochlochziegel

Rohstoff: Lehm und Ton

Anwendungen: Wände aller Art (vor allem Außenwände)

Tragfähigkeit: Niedrig bis mittel

Bauphysik: Gute Wärmedämm-Eigenschaften

Besonderheiten: Verwendung für zweischalige Konstruktionen, Keller und Decken. Es gibt auch Langlochziegel.

 

Gefüllte Hochlochziegel

Rohstoff: Lehm, Ton und Perlit

Anwendungen: Wände aller Art (vor allem Außenwände)

Tragfähigkeit: Niedrig bis mittel

Bauphysik: Sehr gute Wärmedämm-Eigenschaften

Besonderheiten: Für Passivhausstandard geeignet

 

Klinker

Rohstoff: Ton

Anwendungen: Außenwand-Verblendungen

Tragfähigkeit: Hoch bis sehr hoch

Bauphysik: Gute Wärmespeicherfähigkeit / Schalldämmung. Schlechte Wärmedämm-Eigenschaften

Besonderheiten: Sehr widerstandsfähig. Verwendung für zweischalige Konstruktionen, Keller und Decken.

 

Kalksandstein

Rohstoff: Quarzsand und Branntkalk

Anwendungen: Wände aller Art (bei Außenwände Zusatzdämmung notwendig)

Tragfähigkeit: Hoch bis sehr hoch

Bauphysik: Gute Wärmespeicherfähigkeit / Schalldämmung / Feuchteregulierung. Schlechte Wärmedämm-Eigenschaften.

Besonderheiten: Schwer

 

Porenbeton

Rohstoff: Quarzsand, Zement, Kalk, Gips

Anwendungen: Wände aller Art

Tragfähigkeit: Niedrig bis mittel

Bauphysik: Gute Wärmedämm-Eigenschaften. Schlechte Schalldämmung / Wärmespeicherfähigkeit.

Besonderheiten: Geringes Gewicht und leicht zu bearbeiten.

 

Mauerstein aus Beton

Rohstoff: Beton

Anwendungen: Wände aller Art

Tragfähigkeit: Mittel bis sehr hoch

Bauphysik: Gute Wärmespeicherfähigkeit / Schalldämmung.  Schlechte Wärmedämm-Eigenschaften.

Besonderheiten: Mit hochwertigen Sichtoberflächen erhältlich

 

Leichtmauerstein

Rohstoff: Bims oder Blähton, Zement

Anwendungen: Wände aller Art. Auch zum Mauern ohne Mörtel.

Tragfähigkeit: Niedrig bis mittel

Bauphysik: Gute Wärmedämm-Eigenschaften. Schlechte Schalldämmung.

Besonderheiten: Leicht

 

Naturstein

Rohstoff: Naturstein

Anwendungen: Gartenmauern, Außenwand-Verblendungen

Tragfähigkeit: Unterschiedlich (je nach Art)

Bauphysik: Meist schlechte Wärmedämm-Eigenschaften

Besonderheiten: Für tragende Wände selten geeignet

 

Lehmsteine

Rohstoff: Schluff, Ton, Sand und Kies

Anwendungen: Fachwerk-Ausfachung, für Innenwände und als Speichermasse im Holzbau, im Trockenbau Lehmplatten.

Tragfähigkeit: Nicht für tragende Bauteile zugelassen!

Bauphysik: Sehr gute Feuchteregulierung  und gute Wärmespeicherfähigkeit. Schlechte Wärmedämm-Eigenschaften.

 

Mauern

Wie werden Wände gemauert?

Tragende Wände werden raumhoch gemauert.

Nichttragenden Wände werden bis zur letzte Steinschicht gemauert, damit sie nicht belastet werden.

 

Bei welchen Temperaturen wird gemauert?

Temperatur: Unter -3°C darf nicht gemauert werden. Bei starker Sonneneinstrahlung müssen die Ziegel angenässt werden damit sich der Mörtel abbinden kann.

 

Prüfung der Mauerarbeiten

– Regelmäßig mit der Wasserwaage bzw. messen der Raumdiagonalen kontrollieren ob alles senkrecht gemauert wurde.

– Entsprechen die Wände dem geplanten Durchmesser?

– Erst nach der Installation und Freigabe der Haustechnik die Schlitze und Durchbrüche schließen.

 

Fassade

Was ist bei der Fassade zu beachten?

 

 

Fassadenarbeiten

– Bei kalten Temperaturen bzw. Regen sollte nicht gearbeitet werden (siehe Herstellervorschrift).

– Fenster und Türen müssen gegen Schmutz geschützt werden. Nach Fertigstellung auf Beschädigungen kontrollieren.

– Wurden die vorgegebenen Materialen verarbeitet?

 

Arten von Fassaden

– Putzfassade (Muss die Fassade vor Zugluft oder Sonneneinstrahlung geschützt werden?)

 

– Klinkerfassade (Kein Putz)

 

– Fassade mit Holzverschalung (Holzfeuchte kontrollieren und vom Bauleiter prüfen lassen. Richtige Holzart und Behandlung (sägerau / gehobelt, lackiert / lasiert / …)?)

Häufig verwendete Holzarten für den Außenbereich sind:

• Cumaru

• Ipe

• Sorioko

• Teak

 

Fassade mit Wärmedämmverbundsystem

– Vorher die Feuchtigkeit der Wände messen und bestätigen lassen, dass diese nicht zu hoch ist.

– Wurde auch den Fensterbänken gedämmt?

– Gibt es Wärmebrücken?

 

Putz

Putz ist ein Belag aus Mörtel oder Baugips. Für das verputzen von Mauerwerk gibt es einige Gründe: Glätten des Untergrunds, Regulierung der Raumfeuchte / Wasserabweisung, Wärmedämmung und auch aus optischen Gründen.

 

Putzarten

Gipsputz

Anwendung als Unterputz und Deckenputz. Nicht für feuchtebelastete Innenräume geeignet. Gipsputz lässt sich leicht Verarbeiten und härtet schnell aus.

 

Kalkputz

Kalkputze können nicht so schnell wie Gipsputze verarbeiten werden. Aber sie nehmen Spannung im Baukörper gut auf, sind widerstandsfähiger und schimmelhemmend. Verwendet wird Kalkputz für Wände und Decken. Häufig auch für dekorative Oberflächen.

 

Gips-Kalkputz

Ein Putz zum Glätten oder Filzen für Wände und Decken. Besonders für stark saugende Wände geeignet.

 

Kalk-Zementputz

Verwendung für feuchtebeanspruchte lnnenräume als Unterputz. Da er relativ empfindlich ist, ist er weniger für stark beanspruchte Bereiche geeignet (hier dann eher ein reiner Zementputz).

 

Lehmputz

Gut für das Raumklima da Lehm viel Feuchtigkeit aufnimmt. Für stark feuchtebeanspruchte Räumen nicht verwendbar.

 

Naturfaserputz

Besteht aus Zellulose und auch Baumwoll- und Seidenfasern. Anwendung vor allem als Dekor-Fertigputz. Nicht geeignet für feuchtebeanspruchte Räume.

 

Mineralischer Edelputz

Anwendung vor allem als Dekor-Fertigputz auf mineralischen Untergründen. Oberflächenstrukturen sind möglich.

 

 

Was ist beim Innenputz zu beachten?

– Vorher sämtliche Elektroleitungen die verlegt wurden abfotografieren. So sind auch noch später die Leitungsläufe bekannt wenn eine Bild aufgehängt, ein Regal montiert oder komplett renoviert werden soll.

– Ist alles andere (Böden, Fenster, Heizungs- und Sanitärgegenstände, Fensterbretter, …) ausreichend abgedeckt damit keine Spritzer darauf kommen?

– Auf die richtige Umgebungstemperatur achten (siehe Herstellerangaben).

 

– Nach Fertigstellung den Putz prüfen (Risse, Unebenheiten, …).

 

 

Was für Außenputze gibt es?

– Grundputze: Zement- und Kalk-Zement-Putzmörtel, hydraulische Kalk-Putzmörtel.

– Oberputze: Kalk-Zement-Deckputze (Edelputze), Dickschicht-Deckputze, Dünnschicht-Deckputze, Silikatputze und Kunstharzputze. Viele Farbtöne sind möglich.

 

Malerarbeiten

– Ist alles andere (Böden, Fenster, Heizungs- und Sanitärgegenstände, Fensterbretter, …) ausreichend abgedeckt damit keine Farbspritzer darauf kommen?

– Sind die zu streichenden Oberflächen sauber, fettfrei und trocken?

– Bei kalten Temperaturen bzw. Regen sollte im Freien nicht gearbeitet werden (siehe Herstellervorschrift).

– Trockenzeiten des Herstellers beachten.

– Ist der Anstrich gleichmäßig, glatt, ohne Blasen, Verwerfungen und Risse?

– Empfehlung: Min. 2x streichen

– Haltbarkeitsdatum der Farbe?

– Für weniger häufig genutzte Räume (z.B. im Keller) können auch mal günstigere Farben benutzt werden.

– Selten sind alle Malerarbeiten an einem Tag zu schaffen. Die entsprechenden Utensilien sollten nach Feierabend luftdicht in Kunststofffolie eingewickelt werden. So trocknen sie mehrere Tage nicht ein.

 

Wie viel Farbe wird pro Quadratmeter benötigt?

Zehn-Liter-Eimer reicht laut Hersteller meist für etwa 75m2. In der Praxis oft nur 50-60m2.

1Liter reicht etwa für 7m2 bei 1x streichen.

 

Wie viel kostet Wandfarbe?

Zehn Liter kosten im Schnitt 30-40€.

 

Was für Farbarten gibt es?

– Herkömmlichen Farben auf Erdölbasis

– Naturfarben, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen

 

Deckkraft / Deckvermögen von Wandfarben

Je höher die Deckkraftklasse (bzw. Deckvermögen), desto unwahrscheinlicher ist es, dass nicht nachgestrichen werden muss. Bei geringer Deckkraftklasse wird unter Umständen mehr Farbe pro Quadratmeter benötigt. Klasse 1 beschreibt die höchste Deckkraft.

 

Nassabriebbeständigkeit (EN 13300)

Die Nassabriebbeständigkeit beschreibt wie beständig die Farbe bei Reinigungen ist. Unterteilt wird Nassabriebbeständigkeit in 5 Klassen. Klasse 1 hat die höchste Nassabriebbeständigkeit, Klasse 5 die geringste. Die Klasse 3 eignet sich normal beanspruchte Räume.

 

Gütesiegel von Wandfarben

– Blauer Engel

– TÜV

 

Was gilt es beim Farbkauf zu beachten?

– Nur Farben ohne Kobalt beziehungsweise Kobaltsalz kaufen. Es gilt als krebserzeugend.

– Holzschutzmittel sind im Wohnraum tabu.

 

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