02-06_Versicherungen_Bau

 
 
Versicherungen beim Hausbau

Welche Versicherungen werden während der Bauzeit benötigt? Der Bauherr trägt grundsätzlich die Verantwortung für die Sicherheit auf der Baustelle. Die Haftung beginnt ab Vertragsabschluss mit dem Architekt bzw. Generalunternehmer.

 

 

Gesetzlicher Schutz

Siehe Eigenleistungen > Bauhelfer

 

Während des Hausbaus eine Rechtschutzversicherung abschließen?

Leider schließen die meisten Versicherer Streitigkeiten bei der Planung und Errichtung von Bauwerken in ihren Verträgen aus. Einige wenige Banken bieten allerdings zusammen mit einer Finanzierung eine Rechtsschutzversicherung für Bauleistungen an (z.B. manche Sparkassen).

 

Inhaltsverzeichnis

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Notwendigkeit: Unverzichtbar

 

Was ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt den Bauherrn vor Ansprüchen auf Schadenersatz von Dritten wenn diese auf der Baustelle zu Schaden kommen, für die kein anderer Verantwortlicher gefunden werden kann.

 

Abgedeckt wird beispielsweise:

– Kinder die sich trotz Absperrung auf der Baustelle verletzten.

– Ein Baustellenbesucher stolpert und verletzt sich.

– Durch die Bauarbeiten entstehen Risse am Nachbarhaus.

– Ein Sturm bläst Gerüstbalken um und beschädigt das Auto des Nachbarn.

– Ein Dachziegel fällt vom Dach und verletzten einen Spaziergänger.

– …

 

Wann wird eine Bauherrenhaftpflichtversicherung benötigt?

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung macht bei allen größeren Neu-, Um-, Anbauten, Reparaturen, Abbruch- oder Grabarbeiten und auch schon beim Grundstückskauf Sinn. Kauft man ein Haus von einem Bauträger, wird die Versicherung nicht benötigt, da dieser als Bauherr auftritt. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung gilt meist bis zum Bezug des Gebäudes bzw. max. 2 Jahre (bei Fertighäusern können auch 6 Monate vereinbart werden).

Bei kleineren Bauvorhaben (z.B. ein Dachausbau oder das Anlegen einer Terrasse) ist meist keine spezielle Bauherrenhaftpflichtversicherung notwendig. Viele Privathaftpflichtversicherungen decken bereits kleinere Bauvorhaben ab. Die Höhe ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich (üblicherweise 25000€, 100000€ und manchmal sogar unbegrenzt).

 

Was kostet eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Die Beitragshöhe richtet sich nach der Höhe der Bausumme. Eine Einmalzahlung gilt dann für die vereinbarte Bauzeit. Wird ein Fertighaus errichtet, ist die Police oftmals billiger, da die Bauzeit verkürzt ist. Tests von der Stiftung Warentest haben ergeben, dass bei der gleichen Bausumme manche Versicherungsangebote beim teuersten Anbieter bis zu 3x so hoch sind wie beim billigsten Anbieter (knapp 100€ zu über 300€). Obwohl die Leistungen ähnlich sind. Vergleichen lohnt sich also.

 

Welche Leistungen sollte von einer Bauherrenhaftpflichtversicherung mindestens abdeckt sein?

– Mindestdeckungssumme von 3 Mio. €.

 

– Schäden am Nachbargrundstück sollten auch abgedeckt sein.

 

– Schäden durch einen Erdrutsch oder einer Absenkung eines Grundstückes sind abgedeckt.

 

– Schäden durch Erschütterungen infolge von Rammarbeiten.

 

– Gewässerverschmutzungen durch gewässerschädliche Stoffe aus Behältern mit geringem Fassungsvermögen die dem Bauherrn gehören.

 

– Abdeckung von Schäden die durch die allmähliche Einwirkung von Temperatur, Gasen, Dämpfen, Feuchtigkeit und Niederschlägen entstehen.

 

– Wird selber mitangepackt sollte auch Eigenleistung von der Versicherung mitabgedeckt sein.

 

Anbieter von Bauherrenhaftpflichtversicherungen (Auswahl)

Allianz, www.allianz.com

Asstel, www.asstel.de

Axa, www.axa.com

Barmenia, www.barmenia.de

BGV / Badische Versicherungen, www.bgv.de

BHVG, www.bhvg.de

Bruderhilfe Sachversicherung AG, www.vrk.de

Concordia, www.concordia.de

CosmosDirekt, www.cosmosdirekt.de

Debeka, www.debeka.de

DEVK, www.devk.de

Ergo Versicherungsgruppe, www.ergo.com

Europa Versicherung, www.europa.de

GHV Darmstadt, www.ghv-darmstadt.de

Gothaer, www.gothaer.de

Grundeigentümer-Versicherung, www.grundeigentuemer-versicherung.de

GVO Gegenseitigkeit Versicherung, www.g-v-o.de

Haftpflichtkasse Darmstadt, www.haftpflichtkasse.de

HDI, www.hdi.de

Helvetia, www.helvetia.com

HUK24, www.huk24.de

HUK-Coburg, www.huk.de

Itzehoer Versicherungen, www.itzehoer.de

Medien-Versicherung, www.medienversicherung.de

NV (Niederösterreichische Versicherung), www.noevers.at

VHV Gruppe, www.vhv-gruppe.de

Volkswohl Bund, www.volkswohl-bund.de

WGV-Versicherungen, www.wgv.de

Württembergische Versicherung, www.wuerttembergische.de

WWK, www.wwk.de

 

Anbieter von Bauherrenhaftpflichtversicherungen für bestimmte Regionen / Personenkreise

DBV (Deutsche Beamtenversicherung), www.dbv.de

Feuersozietät, www.feuersozietaet.de

GVV-Privatversicherung, www.gvv.de

Öffentliche Versicherung Braunschweig, www.oeffentliche.de

Öffentliche Versicherung Bremen, www.oevb.de

VGH Versicherungen, www.vgh.de

 

Grundstückshaftpflichtversicherung

Wenn zwischen Kauf des Grundstücks und Baubeginn ein längerer Zeitpunkt liegt (mehr als 2 Jahre), empfiehlt sich Grundstückshaftpflichtversicherung. Eine Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke. Kommt auf dem unbebauten Grundstück jemand zu Schaden tritt diese Versicherung ein. In der Bauherrenhaftpflicht sind die Risiken, welche eine Grundstückshaftpflicht abdeckt, oftmals prämienfrei enthalten.

Bauleistungsversicherung

Notwendigkeit: Sehr sinnvoll

 

Was ist eine Bauleistungsversicherung?

Eine Bauleistungsversicherung (früher: Bauwesenversicherung) zahlt für unvorhersehbare Bauschäden.

 

Was wird von der Bauleistungsversicherung abgedeckt?

– Fahrlässigkeit und Ungeschicklichkeit von Handwerkern („Erfüllungsgehilfen“).

– Vandalismus durch Unbekannte.

– Diebstahl fest eingebauter Teile (z.B. Heizkörper, Türen, … und teilweise die Solaranlage). Baumaterialien oder Werkzeug sind allerdings nicht mitversichert.

– Höhere Gewalt und Elementarschäden (Sturm, Überschwemmung, Erdbeben, …. Z.B. die Baugrube läuft voll Wasser). Normale Witterungseinflüsse sind allerdings nicht mitversichert (z.B. Frostschäden).

– Bauverzögerungen.

– Schäden an der Bauleistung / Baustoffen / Bauteilen (Konstruktions- oder Materialfehler).

– Unbekannte Eigenschaften des Baugrunds.

– Glasbruch.

– Teilweise (je nach Versicherer) auch Feuer oder Schäden auf Transportwegen.

 

Was wird von der Bauleistungsversicherung nicht abgedeckt?

– Pfusch am Bau.

– Normale Witterungseinflüsse (z.B. Frostschäden).

– Brand, Blitzschlag und Explosion (dafür wird eine Feuerrohbauversicherung benötigt).

– Entwurzelte Bäume.

 

Wann wird eine Bauleistungsversicherung benötigt?

Die Bauleistungsversicherung gilt meist bis zum Bezug des Gebäudes bzw. max. 2 Jahre (bei Fertighäusern kann auch 6 Monate vereinbart werden). Nachdem das Haus bezugsfertig ist bzw. von den Behörden abgenommen wurde, endet der Vertrag. Die Versicherung nimmt dann eine Schlussabrechnung vor. War die Bausumme höher als angegeben muss nachgezahlt werden. Ist sie allerdings geringer ausgefallen, bekommt man Geld zurück.

 

Was kostet eine Bauleistungsversicherung?

Die Beitragshöhe richtet sich nach der Höhe der Bausumme. Eine Einmalzahlung gilt dann für die vereinbarte Bauzeit. Wird ein Fertighaus errichtet, ist die Police oftmals billiger, da die Bauzeit verkürzt ist. Der gemeinsame Abschluss mit einer Feuerrohbauversicherung bzw. Wohngebäudeversicherung macht die Bauleistungsversicherung häufig günstiger. Meist kann auch vereinbart werden, den Beitrag auf die einzelnen Unternehmer / Handwerker umzulegen. Oftmals zahlt die Versicherung nämlich auch, wenn der Schaden zu Lasten der entsprechenden Baufirma geht.

Oft wird ein Selbstbehalt von 10% und min. 250€ pro Schadensfall vereinbart.

 

Tests von der Stiftung Warentest haben ergeben, dass bei der gleichen Bausumme manche Versicherungsangebote beim teuersten Anbieter bis zu 5x so hoch sind wie beim billigsten Anbieter (gute 200€ zu über 1000€). Obwohl die Leistungen ähnlich sind. Vergleichen lohnt sich also.

 

Anbieter von Bauleistungsversicherungen (Auswahl)

Allianz, www.allianz.com

Axa, www.axa.com

BGV / Badische Versicherungen, www.bgv.de

BHVG, www.bhvg.de

Concordia, www.concordia.de

Ergo Versicherungsgruppe, www.ergo.com

Gothaer, www.gothaer.de

Grundeigentümer-Versicherung, www.grundeigentuemer-versicherung.de

HDI, www.hdi.de

InterRisk, www.interrisk.de

Medien-Versicherung, www.medienversicherung.de

Ostangler Versicherungen, www.ostangler.de

Versicherungskammer Bayern, www.vkb.de

Württembergische Versicherung, www.wuerttembergische.de

Zurich, www.zurich.com

 

Anbieter von Bauleistungsversicherungen für bestimmte Regionen / Personenkreise

Feuersozietät, www.feuersozietaet.de

Öffentliche Versicherung Braunschweig, www.oeffentliche.de

 

Feuerrohbauversicherung

Notwendigkeit: Oft unverzichtbar aber auf jeden Fall sehr sinnvoll. Bei vielen Banken ist sie eine zwingende Voraussetzung um überhaupt einen Kredit zu bekommen.

 

Was ist eine Feuerrohbauversicherung?

Eine Feuerrohbauversicherung zahlt für Schäden am Rohbau die durch Feuer entstanden sind. Neben dem Abschluss als Einzelversicherung ist es auch möglich sie als Ergänzung zur Bauleistungsversicherung abzuschließen. Sinnvollerweise wird eine Feuerrohbauversicherung aber häufig über eine Wohngebäudeversicherung mitabgeschlossen (die Feuerrohbauversicherung ist „vorgeschaltet“). Sie ist dann meist beitragsfrei enthalten. Der Schutz sollte länger als 12 Monate, besser zwei Jahre gelten.

 

Abgedeckt wird:

Schäden am Rohbau durch Brand, Blitzschlag und Explosion (beim fertigen Haus dann die Wohngebäudeversicherung).

 

Wann wird eine Feuerrohbauversicherung benötigt?

Während des Rohbaus. Nach Abschluss der Bauzeit endet der Schutz. Spätestens nach der Fertigstellung des Hauses sollte Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden (siehe Wohngebäudeversicherung).

 

Unfallversicherung

Notwendigkeit: Sinnvoll. Vor allem bei umfangreicher Eigenleistung.

 

Was ist eine Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung zahlt bei eigenen Unfällen.

 

Wann wird eine Unfallversicherung benötigt?

Da der Bauherr und der Ehepartner nicht über die Bau-Berufsgenossenschaft in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sind, ist es bei umfangreicher Eigenleistung (Muskelhypothek) sinnvoll sich privat zu versichern.

 

Was kostet eine Unfallversicherung?

Ab etwa 100€ im Jahr.

 

Restschuldversicherung

Notwendigkeit: Sinnvoll. Für manche Banken ist sie eine zwingende Voraussetzung um überhaupt einen Kredit zu bekommen. Rein gesetzlich sind Restschuldversicherungen allerdings freiwillig und dürfen kein Zwang sein!

 

Was ist eine Restschuldversicherung?

Wurde ein größerer Immobilienkredite benötigt, kann eine Restschuldversicherung (auch Risikoversicherung) sinnvoll sein. Im Todesfall des Hauptverdieners bzw. Ehepartners wird die Restschuld als Versicherungssumme ausgezahlt, mit der dann die Immobilie auf einen Schlag abgelöst werden kann. Sie deckt den Immobilienkredit und ist somit eine spezielle Form der Risikolebensversicherung. So wird den Hinterbliebenen ein schuldenfreies Haus ermöglicht.

Nicht zu vergessen dabei ist, dass kein Kapital angespart wird. Wer den Schutz nicht in Anspruch genommen hat, erhält auch nichts zurück.

 

Zwei Varianten sind gängig:

– Linear: Die Versicherungssumme fällt jährlich um den gleichen Betrag. Dabei nimmt allerdings die Versicherungsleistung nicht im gleichen Maß ab wie das Restdarlehen. So können Lücken entstehen.

– Angepasst: Die Versicherungsleistung der Restschuldversicherung passt sich genau dem Restdarlehen an. Das ist zwar etwas teurer aber die Restschuld ist dann vollständig abgedeckt.

 

Zusätzlich gibt es (teure) Angebote die versprechen auch vor Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit zu schützen. Dabei sind oft so viele Hintertüren und Haken enthalten, dass diese Versicherungen im Ernstfall wenig bzw. gar nicht helfen.

 

Wann wird eine Restschuldversicherung benötigt?

Wenn die Familie für den Todesfall abgesichert werden soll. Hat man bereits eine Risikolebensversicherung, genügt diese meist.

 

Was kostet eine Restschuldversicherung?

Meist weniger als 1000€ bzw. weniger als 1% der Darlehenssumme. Viele Kreditfinanzierer bieten gleich eine Restschuldversicherung mit an. Diese sind aber selten günstig. Deshalb sollte vor Abschluss verglichen werden.

 

Auf was ist bei Restschuldversicherungen zu achten?

– Eine Restschuldversicherung ist freiwillig.
– Sinnvoll ist eine jährliche Anpassung an die Restschuld.
– Konstant fallende Zahlungen sind oftmals nicht passend zur Restschuld.

 

Anbieter von Restschuldversicherungen (Auswahl)

Axa, www.axa.com

CosmosDirekt, www.cosmosdirekt.de

Dialog Lebensversicherung, www.dialog-leben.de

Europa Versicherung, www.europa.de

Hannoversche, www.hannoversche.de

Mannheimer Versicherungen, www.mannheimer.de

Credit Life, www.creditlife.net

R+V Versicherung, www.ruv.de

Volkswohl Bund, www.volkswohl-bund.de

 

Baufertigstellungsversicherung und Baugewährleistungsversicherung

Bei der Baufertigstellungsversicherung und der Baugewährleistungsversicherung handelt es sich um zwei unterschiedliche Versicherungen, die unterschiedliche Risiken abdecken.

 

Baufertigstellungsversicherung

Die Baufertigstellungsversicherung wird in der Regel vom Bauunternehmen abgeschlossen. Durch sie wird garantiert, dass das Haus auch fertiggestellt wird, wenn das Bauunternehmen während Bauzeit insolvent wird (Greift am besten gleich beim Insolvenzantrag. Nicht erst bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.). So wird der Kunde vor einem finanziellen Mehraufwand geschützt, wenn er ein anderes Bauunternehmen zur Fertigstellung beauftragen müsste. Alternativ ist auch eine Fertigstellungs- oder Vertragserfüllungsbürgschaft der Bank möglich. Wichtig für den Bauherr ist, dass das Bauunternehmen ihm eine entsprechende Police oder Bürgschaftsurkunde aushändigt. Ohne diese Absicherung sollte kein Bau begonnen werden!

 

Baugewährleistungsversicherung

Mit einer Baugewährleistungsversicherung sichern sich Bauträger, Generalübernehmer und andere bauausführende Unternehmen gegen Verpflichtung zur Mängelhaftung ab. Sie gilt für die fünfjährigen Gewährleistungsfrist. Im Falle einer Insolvenz des Bauunternehmens kann der Kunde bei Mängeln Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend machen.

 

Vergleichsportale Versicherungen

Neben Versicherungsvertrieben bzw. Versicherungsmaklern kann im Internet nach einer passenden Versicherung gesucht werden. Dabei gilt es immer auf mehreren Portalen zu vergleichen. Kein Portal vergleicht wirklich alle verfügbaren Angebote.

www.blaudirekt.de

www.check24.de

www.comfortplan.de

www.financescout24.de

www.finanzen.de

www.geld.de

www.optimal-absichern.de

www.tarifcheck24.de

www.vergleichen-und-sparen.de

www.versicherungen.de

www.versicherungscheck24.de

www.versicherungsvergleich.de

 

www.bundderversicherten.de

www.gdv.de

 

Tipps:

– Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst erhalten manchmal günstigere Tarife!

– Versicherungen mit Selbstbehalt können einiges an Beiträgen sparen.

 

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