02-19_Solar

 
 
Solar

Die eigene Solaranlage – Voraussetzungen / Techniken (Solarthermie / Photovoltaik) / Einspeisevergütung / Wirtschaftlichkeit / Qualitätskriterien / Tests / ….

 

Links Solarenergie

www.bafa.de

www.bine.info

www.dena.de

www.dgs.de

www.energiefoerderung.info

www.energieverbraucher.de

www.eurosolar.org

www.experts.top50-solar.de

www.kommunal-erneuerbar.de

www.photovoltaik.eu

www.photovoltaik-anlagenpass.de

www.photovoltaikforum.com

www.photovoltaikratgeber.info

www.pv-magazine.de

www.ralsolar.de

www.regiosolar.de

www.sfv.de

www.solaranlagen-portal.com

www.solarbetreiber.de

www.solarbundesliga.de

www.solarfoerderung.de

www.solarinitiativen.de

www.solarlokal.de

www.solarmodul-steckdose.de

www.solarserver.de

www.solartechnikberater.de

www.solarwirtschaft.de

www.solid.de

www.sonnenseite.com

www.sonnigeheizung.de

www.test.de/solaranlage

www.unendlich-viel-energie.de

www.waermewechsel.de

www.woche-der-sonne.de

 

www.dwd.de (Deutscher Wetterdienst)

www.meteonorm.com (Meteorologischer Informationsdienst aus der Schweiz)

 

Informationen zur Sonnenenergie

Durchschnittlicher Stromverbrauch (siehe auch Strom)

Einpersonen-Haushalt 1500kWh sind gut, viele brauchen etwa 1900-2300kWh.

Zweipersonenhaushalt 2600kWH sind gut, viele brauchen etwa 3300-4000kWH.

Dreipersonenhaushalt 3700kWh sind gut, viele brauchen etwa 4500-5300kWH.

Vierpersonenhaushalt 4600kWh sind gut, viele brauchen etwa 5500-6400kWH.

Fünfpersonenhaushalt 5500kWh sind gut, viele brauchen etwa 6400-7300kWH.

 

1000kWh entsprechen etwa 100l Heizöl bzw. 100m3 Erdgas. Im Jahr strahlt die Sonne pro Quadratmeter etwa1000kWh pro Jahr (900-1200kWh).

An einem Sonnentag strahlt die Sonne etwa 1KW pro m2.

 

Sonneneinstrahlung in Deutschland?

Siehe Deutscher Wetterdienst (www.dwd.de).

 

Ist für eine Solaranlage eine Baugenehmigung notwendig?

In manchen Bundesländern wird eine Baugenehmigung für eine Solaranlage benötigt. Am besten bei der örtlichen Baubehörde nachfragen und sich die Auskunft schriftlich geben lassen.

 

Anmeldung von Photovoltaikanlagen?

Photovoltaikanlagen müssen bei Bundesnetzagentur angemeldet werden (www.bundesnetzagentur.de). Außerdem sind die Einspeisebedingungen zu klären / Einspeiseanfrage zu stellen. Bei einer Einspeisevergütung muss auch das Finanzamt informiert werden.

 

Wie lange dauert die Installation einer Solaranlage?

Die Gesamtinstallation dauert meist 1-2 Tage.

 

Montagearten von Solaranlage?

– Indachmontage (auch Energiedächer / Solar-Roof-Systeme) bei neuen Dächern

– Aufdachmontage bei bestehenden Dächern

 

Blitzschutz von Solaranlage?

Eine Blitzschutzanlage ist nicht vorgeschrieben. Trotzdem ist ein solche Anlage bei freistehenden Häusern und ab 10kW zu empfehlen. Ist eine Blitzschutzanlage installiert, gewähren manche Versicherungen Rabatte.

 

Voraussetzungen für eine gute Solarrendite

Beratung finden (Förderung, Handwerker, Technik): www.solartechnikberater.de

 

1. Ausrichtung der Solaranlage

Die Solaranlage ist optimalerweise nach Süden ausgerichtet. Südost- oder Südwestausrichtung ist oft auch noch möglich. Allerdings mit Ertragseinbußen von bis zu 10%. Andere Ausrichtungen reduzieren den Ertrag meist so massiv, dass sich die Solaranlage nicht mehr rentiert.

 

2. Neigung

Eine gute Neigung der Module / Kollektoren liegt bei 30-35 Grad (Gut sind z.B. Giebelwände. Im Norden Deutschlands etwas steiler, im Süden etwas flacher.). Generell geeignet sind auch noch Neigungen von 20-50 Grad. Allerdings mit Ertragseinbußen von bis zu 10%.

Eine Solaranlage muss allerdings nicht immer auf das Dach. Manchmal kann auch eine Montage an der Fassade, Garagen, Carports oder über Wintergärten und Terrassen sinnvoll sein.

 

3. Verschattungen von Solaranlagen

Verschattungen wie andere Gebäude, Bäume, Dachaufbauten (Kamin oder Gauben), … können die Erträge massiv vermindern. Sind größere Verschattung nicht zu verhindern, ist das gesamte Projekt kritisch zu hinterfragen.

 

4. Größe der Solaranlage

Damit sich die Investition lohnt, sollte eine Mindestgröße an Solarzellen /-kollektoren verbaut werden. Diese bemisst sich an dem gewünschten Ertrag.

 

5. Qualität von Solaranlagen

Qualität zahlt sich oftmals aus. Egal ob in der Planung, Geräteauswahl oder Montage. Wichtig sind auch die Produkt- und Leistungsgarantien der Hersteller. Siehe weiter unten.

 

Links:

www.photovoltaik-anlagenpass.de

 

Gütezeichen Solar:

– „RAL-Solar“ der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) für Anlagen und Installationsbetriebe

– TÜV-Siegel

– IEC 61215 bzw. IEC 61646 und DIN EN 61730

– Das europäische Label Solar Keymark (Tests nach europäischen Normen. Teilweise Voraussetzung für Zuschüsse.)

– Blauer Engel

 

6. Angebotsprüfung

Hat man ein interessantes / individuelles Angebot, sollte dieses von einem unabhängigen Experten (Umweltverbände, Solarvereine, Energieberatung, …), regionalen Solarinitiativen bzw. von der Verbrauchzentrale geprüft werden. Dabei stellt sich die Frage, ob sich eine Solaranlage langfristig wirklich lohnt. Sind noch Rabatte beim Installateur möglich? Gibt es Referenzanlagen? Installateure sind im Frühling oft nicht ausgelastet. Ein guter Zeitpunkt, um sich verschiedene Angebote einzuholen. Mindestens drei verschiedene Angebote sollten verglichen werden. Des Weiteren sollte der Installateur den Nachweis führen, dass die Solaranlage und des entsprechende Dach den örtlichen Schnee- und Windlasten Stand hält.

 

Angebotsprüfung von Solaranlagen:

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

www.photovoltaikforum.com

 

Firmenverzeichnisse:

www.energie-links.de

www.erneuerbareenergien.de (Firmenverzeichnis)

www.sfv.de (Installateure)

www.solartechnikberater.de

www.sonnewindwaerme.de/firmenverzeichnis

 

7. Finanzierung einer Solaranlage

– Solaranlagen werden staatlich gefördert (KfW, BAFA).

– Banken vergeben teilweise spezielle Kredite für Solarstromanlagen.

– Manche Stadtwerke unterstützen den Bau von Solaranlagen.

 

Links Solarförderungen

www.solarfoerderung.de

www.energiefoerderung.info

 

8. Versicherung für Solaranlage

Aufgrund der hohe Investitionskosten und möglichen Ertragsausfällen sollte ein entsprechender Versicherungsschutz gewählt werden. Siehe Versicherungen.

 

9. Wann lohnt sich eine Solaranlage?

Am finanziell attraktivsten ist der Eigenverbrauch. Ob nun Strom oder als Wärme. Besonders ein Warmwasseranschluss für Waschmaschine / Spülmaschine oder der Betrieb einer Wärmepumpe birgt ein hohes Sparpotenzial. Die meisten Hauseigentümer kommen aber selten über einen Eigenverbrauch von 20-30% hinaus. Mit Speicher- und Energiemanagement-Systemen kann der Eigenverbrauch aber weiter optimiert werden (bis zu 70-80%). Leider sind Stromspeichern heute noch so teuer, sodass ein wirtschaftlicher Betrieb nur selten möglich ist. Das könnte sich aber in den nächsten Jahren ändern.

Seit März 2016 gibt es erneut einen Tilgungszuschuss für Eigentümer, welche über die KfW-Bank finanziert haben. Das gilt auch für Immobilieneigentümer, die ihre ab 2013 montierte Anlage nachrüsten. Je früher der Speicher angeschafft wird, desto höher der Zuschuss. Mehr Details sind bei der KfW unter „Programm 275“ zu finden.

 

Arten von Energiespeichersysteme (kosten etwa 6000-15000€ extra, üblich sind 2-16 kWh Nennspeicherkapazität)

– Blei-Akku: Günstig aber nicht besonders langlebig. Etwa 1500-3000 Ladezyklen was grob 12 Jahre entspricht (Erfahrungswerte fehlen leider noch).

– Lithium-Ionen-Akku: Teuer aber langlebiger. Etwa 7000 Ladezyklen (Erfahrungswerte fehlen leider noch).

 

Speichervergleich: www.enerkeep.com

 

Solar-Technologien

Solarkollektoren liefern Wärme und Solarmodule produzieren Strom. Kombi-/ bzw. Hybridmodule vereinen in einem Modul die Strom-/ und Wärmeerzeugung. Ob das sinnvoll ist, ist allerdings umstritten, da eine solche Kombination nicht optimal harmoniert.

 

Solarthermie

Solarthermie ist die Warmwasserbereitung bzw. die Heizung(-sunterstützung). Die Hauptkomponenten einer Solarthermieanlage sind die Solarkollektoren bzw. Sonnenkollektoren, Solarspeicher und der Solarkreislauf mit Regeleinheit. Siehe Heizung.

 

Einsparungen durch Solarthermie-Anlagen

Heizungsunterstützende Solaranlagen / Kombi-Solaranlagen (bivalente Systeme) decken etwa 15-30% des Wärmebedarfs. Unter diesen Umständen wird pro Person etwa 4m2 Kollektorenfläche benötigt. Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser decken etwa 40-70% des Wärmebedarfs. Theoretisch sind auch 100% möglich. Das würde aber einen sehr großen Solarspeicher vorrausetzen. Bei Sonnenhäusern wird das Gebäude im Prinzip um den Solarspeicher herum gebaut (Fassungsvermögen etwa 10000l).

 

Solarkollektoren

Die Solarkollektoren übertragen die Sonnenenergie auf die Solarflüssigkeit. Je höher die Temperatur, desto effizienter arbeiten sie.

Durchschnittliche Energieernte m2/Jahr: 300-600kWh.

Wirkungsgrad der Kollektoren liegt etwa bei 75-85%.

 

Es gibt zwei Arten von Kollektoren.

 

Flachkollektoren

Kosten etwa 700-900€/m2 mit Energieerträgen von circa 350-490kWh/m2. Flachkollektoren sind gegenüber Vakuumröhrenkollektoren sehr viel verbreiteter.

 

Vorteile Flachkollektoren:

– Billiger als Vakuumröhrenkollektoren (besseres Preis-Leistungs-Verhältnis).

– Relativ wartungsfrei.

– Für Dachintegration gut geeignet.

 

Nachteile Flachkollektoren:

– Weniger effizient als Vakuumröhrenkollektoren (Wirkungsgrad).

– Höherer Flächenbedarf als Vakuumröhrenkollektoren.

– Ungeeignet für hohe Temperaturen.

– Flachdachmontage aufwendig.

 

Vakuumröhrenkollektoren

Kosten etwa 1000-1300€/m2 und haben mit Energieerträge von circa 450-580kWh/m2.

 

Vorteile Vakuumröhrenkollektoren:

– Effizienter als Flachkollektoren (Wirkungsgrad). Besonders bei geringer Sonneneinstrahlung.

– Geringerer Flächenbedarf als Flachkollektoren (etwa 30%).

– Geringeres Gewicht als Flachkollektoren.

– Bessere Dämmwirkung.

 

Nachteile Vakuumröhrenkollektoren:

– Teurer als Flachkollektoren (Schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis. Ob sich Mehrausgabe lohnt muss im Einzelfall geprüft werden).

– Wartungsintensiver als Flachkollektor.

– Ungeeignet für Indachmontage.

 

Solarspeicher

Für die Flüssigkeit wird eine Speicher benötigt der meist ein Fassungsvermögen von etwa 600-1000l hat.

 

Solarkreislauf

Der Solarkreislauf sind die Rohre, welche die Kollektoren auf dem Dach mit dem Solarspeicher verbinden. In diesen Rohrleitungen zirkuliert die Solarflüssigkeit (ein Wasser-Glykol-Gemisch), welche von den Kollektoren aufgeheizt wurde und dann die Wärme an den das Wasser im Solarspeicher abgibt. Abkühlt wird die Solarflüssigkeit wieder mit der Solarpumpe auf das Dach gepumpt.

 

Photovoltaik (Sonnenstrom)

Solarmodule bzw. Photovoltaikmodule erzeugen keine Wärme, sondern wandelt das Sonnenlicht in Strom um. Je niedriger die Temperatur, desto effizienter sind sie. Da die Solarmodule Gleichstrom produzieren, wird noch ein Wechselrichter benötigt der den Gleichstrom für das öffentliche Netz in Wechselstrom umwandelt.

 

Wie viel Strom kann ein Einfamilienhaus erzeugen?

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus erzeugt etwa 5kW mit einer Fläche von 50m2. Durchschnittliche Energieernte m2/Jahr etwa70-120kWh.

 

Was ist der Erntefaktor?

Leistung der Solarzelle über die gesamte Lebensdauer. Dabei wird berechnet, wie oft sie die Energiemenge produziert welche für ihre Herstellung benötigt worden ist. Ein Erntefaktor von 1 bedeutet, dass die Solarzelle genauso viele Energie produziert hat um eine baugleiche Solarzelle herzustellen.

 

Durchschnittliche Erntefaktoren verschiedener Energieträger:

Sonne: 5

Holz: 7,1

Gas: 0,7

Öl: 0,7

Kohle: 0,5

 

Arten von Solarzellen (Paneltypen)

Es kommen hauptsächlich 3 Arten von Solarzellen zum Einsatz. Die von den Herstellern angegebene Lebensdauer liegt bei über 30 Jahren.

 

Monokristalline Solarzellen (Dickschicht)

Sie bestehen aus nur einem einzigen Siliziumkristall. Aus diesem Grund ist der Wirkungsgrad relativ hoch (12-20%). Die Herstellung ist allerdings verhältnismäßig aufwendig.

Erntefaktor: Etwa 5,5

Einsatzgebiet: Wenn wenig Platz vorhanden ist

Erforderliche Fläche: 7-9 m²/kWP

 

Polykristalline (auch multikristalline) Solarzellen (Dickschicht)

Diese Solarzellenart besteht aus vielen kleinen Siliziumkristallen. Die Herstellung von polykristallinen Solarzellen ist relativ billig und einfach. Der Wirkungsgrad ist normalerweise niedriger als bei monokristallinen Solarzellen (9-14%). Allerdings gibt schon Hochleistungs-Poly-Module die einen höheren Wirkungsgrad aufweisen als monokristalline Solarzellen.

Erntefaktor: Etwa 8

Erforderliche Fläche: 8-11 m²/kWP

 

Amorphe Solarzellen (Dünnschicht)

Bei amorphen Solarzellen ist das Silizium nicht in kristalliner Form angeordnet, sondern willkürlich aneinander liegen. Dadurch ist es möglich sehr dünne Solarzellen mit wenig Material-/ und Energieaufwand günstig herzustellen. Der Wirkungsgrad ist allerdings niedrig (ca. 5-7%).

Erntefaktor: Etwa 11

Einsatzgebiet: Überwiegend Kleinanwendungen (Uhren, Taschenrechnern, …) aber vermehrt auch große Anlagen

Erforderliche Fläche: 16-20 m²/kWP

 

Vorteile amorphe Solarzellen:

– Kaum Probleme mit Überhitzung und Verschattung. Deshalb sind sie unter Strich oft effizienter als monokristalline / polykristalline Solarzellen

 

Nachteile amorphe Solarzellen:

– Degradation: Die Leistung nimmt mit der Zeit ab. Danach bleiben sie relativ stabil.

– Großer Platzbedarf

 

CIGS-Solarzellen

CIGS-Solarzellen sind relativ günstig herzustellende Solarzellen.

Erntefaktor: Etwa 20

Wirkungsgrad: 9-11%

Erforderliche Fläche: 9-11 m²/kWP

 

Mini-PV-Anlagen

Diese Anlagen zur Stromerzeugen werden meist im Garten verwendet. Sie haben um die 195 Watt und sind leider auch mit Risiken verbunden:

– Fehlerströme können entstehen

– Sicherungen greifen unter Umständen nicht mehr richtig

– Nach dem Ziehen des Steckers ist manchmal noch einige Sekunden Spannung auf dem Stecker

→ Viele Experten raten von  Mini-PV-Anlagen ab.

 

Vergütung

Wird mit der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist, hat man Anspruch auf eine Vergütung (siehe EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)). Dazu wird ein separater Stromzähler benötigt. Die sogenannte Einspeisevergütung verringert sich aber ständig. Wer seinen erzeugten Strom komplett einspeist, für den rechnet sich die Anlage kaum nach 20 Jahren. Da aber der Strom teurer und die Photovoltaikanlagen billiger werden, kann sich die Investition trotzdem noch lohnen. Finanziell attraktiver als die Vergütung ist nämlich der Eigenverbrauch.

 

Zahlung der Einspeisevergütung

Eine gesetzliche festgeschrieben Häufigkeit der Zahlung gibt es nicht. Von einer jährlichen Zahlung durch einige Netzbetreiber ist abzuraten (Zinsverluste). Besser sind quartalsweise oder sogar monatliche Zahlungen.

 

Aktuelle Einspeisevergütung:

www.solaranlagen-portal.com

www.photovoltaiksolarstrom.de/einspeiseverguetung

www.sfv.de

 

Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen

Bei Solaranlagen kann mit einer Lebensdauer von etwa 20-25 Jahren gerechnet werden.

 

Solarthermie

5m2 Kollektoren sparen etwa 200-250l Heizöl. Gegenzurechnen sind die Kosten der Anlage, Montage, Betriebsstrom, Wartung, Verschleiß, Abrechnungsgebühren, Reinigung und evtl. Versicherung und Zinskosten. Solarthermie rechnet sich mit den heutigen Gas- und Ölpreisen also eher nicht. Da aber mit Energiepreissteigerungen zu rechnen ist, können sie sich durchaus noch amortisieren.

 

Photovoltaik

Auch wenn Photovoltaikanlagen als robust und wartungsarm gelten, ist trotzdem überschlägig mit jährlichen Betriebskosten von 1-2% des Anschaffungspreises zu rechnen (z.B. Versicherungsbeiträge, Wartungskosten, Zählermiete, …). Durch die Verminderung der Einspeisevergütung lohnt heute eigentlich nur noch der Eigenverbrauch. Eine Amortisation ist oft nach 9-16 Jahre möglich.

 

→ Heute wird nicht mehr das ganze Dach mit einer Solaranlage zugepflastert. Nur noch soweit wie für den Eigenverbrauch notwendig ist.

 

Was kostet eine Solaranlage?

Aktuelle Anlagenpreise im Vergleich: www.photovoltaikforum.com

 

Einige tausend Euro (10000€ + Montage und Wartung).

 

Listenpreise für eine Warmwasseranlage liegen circa zwischen 3000-5500€ + Montagekosten von circa 25%.

 

Nur für den Brauchwassereinsatz: Bei einem Einfamilienhaus wird etwa 4-6m2 Kollektorfläche benötigt. 1500-2700€ für die Kollektoren; komplett (Speicher, Pumpe, Leitungen, Montage) ca. 4000-6000€.

 

Kosten für eine Solarstromanlagen?

www.photovoltaik-guide.de/pv-preisindex

 

Einfamilienhäuser haben typischerweise Anlagen bis zu 10kW. Durchschnittlich ist mit 15000-25000€ zu rechnen. Module etwa 12000-17000€ + Wechselrichter, Unterkonstruktion und Montage.

 

1751 €/kWp kostet 2012 eine Photovoltaik-Aufdachanlage (Quelle: bauen! 04/05-2013)

 

Eine Finanztest-Umfrage unter Käufern ergab, dass eine Komplettanlage mit Montage Ende 2012 im Schnitt nur noch 1780 Euro pro kW Leistung kostete, 30 Prozent weniger als noch Mitte 2011. Zum Jahresbeginn 2013 gibt es sogar einen Trend zu Kilowattpreisen von 1 600 Euro und darunter.

 

Eine schlüsselfertige Dachanlage bis zehn Kilowatt Leistung kostet laut Marktforscher pvXchange gegenwärtig durchschnittlich 3000 Euro pro Kilowatt, davon entfallen rund 1800 Euro auf die Paneele und nur 450 Euro auf den Wechselrichter.

 

(Quelle: Öko-TEST Spezial Umwelt)

Kosten 2008: 4500€ pro kW

Kosten 2009: 3600€ pro kW

 

Wie kann der Ertrag einer Solaranlage berechnet werden?

Überschlägige Ertragsberechnung:

www.valentin.de

www.energieagentur.nrw

www.test.de/solarrechner

www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik-rechner

 

Datenbanken zum Ertragsvergleich:

www.pv-ertraege.de (SFV)

 

Verschiedene Institutionen haben schon öfters die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen berechnet

 

(Quelle: Photovoltaik: Solarstrom vom Dach, ISBN-10: 3868510826 / ISBN-13: 978-3868510829)

2012 2013
Betriebseinnahmen
Einspeisevergütung 640€ 1970€
Zuzüglich USt. 121,60€ 374,30€
Erhaltene Vorsteuererstattung 3801,63€ 5,70€
Summe + 4563,23€ 2350,00€
Betriebsausgaben
Für die Anlage gezahlte USt. (= Vorsteuer) 3800,00€
Abschreibung 333,00€ 1000,00€
Zählergebühr 0,00€ 30,00€
Zuzüglich USt. (= Vorsteuer) 0,00€ 5,70€
Versicherung 39,00€ 39,00€
Wartung und Sonstiges 23,27€ 0,00€
Zuzüglich USt. (= Vorsteuer) 1,63€ 0,00€
Schuldzinsen 0,00€ 0,00€
An das Finanzamt abgeführte USt. (aus Einspeisevergütung) 91,20€ 374,30€
Summe − 4288,10€ 1 449,00€
Betriebsergebnis 275,13€ 901,00€

 

(Quelle: Finanztest 1/2011)

Anschaffungskosten ohne MWSt (Euro): 40000

Spitzenleistung (kWp): 15

Anschaffung/Inbetriebnahme: 01.01.2011

Jährlicher durchschnittlicher Stromertrag pro kW Spitzenleistung (kWh/kWp): 900

Einspeisevergütung pro kWh, Leistung kleiner als 30 kWp (Euro): 0,2874

Jährlicher Stromertrag, Berücksichtigt wird: jährliche Betriebskostensteigerungen 1,5%, Abnutzung 0,25% (Euro): 3880

Anfängliche Betriebskosten pro Jahr (Euro): 600

Betriebskostensteigerung pro Jahr (Prozent): 1,50

Rendite (Prozent) vor Steuern: 5,05

 

(Quelle: Stiftung Warentest 3/2009)

Beispiel einer Kombi-Solaranlage (produzieren warmes Wasser und unterstützen die Heizung). Bei den Öl- und Gaspreisen von 2008 lässt sich auf 25 Jahre bis zu 8500€ einsparen. Die Anlage kostet aber um die 10000€ + Montage und Wartung.

 

(Quelle: Stiftung Warentest 3/2008)

Für einen Vier-Personen-Modellhaushalt kostet die Warmwasserversorgung mit Gas bzw. Öl ca. 300€ im Jahr. Mit einer Solaranlage lassen sich etwa 60% einsparen. Das entspricht 180€ im Jahr. Nach 25 Jahren 4500€. Das entspricht annährend den Kosten für die Solaranlage und Montage.

 

Qualitätskriterien von Solaranlagen

Wirkungsgrad

Ein möglichst hoher Wirkungsgrad möglichst aller Komponenten. Sehr gute Wechselrichter haben beispielsweise einen Wirkungsgrad von mehr als 98%.

 

Füllfaktor

Der sogenannte Füllfaktor beschreibt das Verhältnis von praktischer maximaler Leistung und theoretisch maximaler Leistung. Der ideale Wert liegt bei 1. Je weiter der Füllfaktor von 1 entfernt ist, desto geringer ist der Wirkungsgrad.

 

Nennleistung

Die Nennleistung der Anlage (Einheit Wp). Der Toleranzbereich nach unten sollte möglichst gering sein.

 

Solarzellen unterliegen einer Verminderung der Leistung. Es wird von Jahr zu Jahr weniger Strom erzeugt. Dieser Effekt wird Anfangsdegradation genannt und liegt durchschnittlich bei 1,1%.

 

Effektives Verhalten (Schwachlichtverhalten)

Wie verhalten sich die Komponenten bei schlechtem Wetter? Faustregel: Ein unverschattetes Modul erzeugt etwa das 0,5-fache (Wintertag) bzw. 7-fache (Sommertag) seiner angegeben Leistung. Beispielsweise ein 50W Modul erzeugt dann 25-350Wh.

 

Temperaturverhalten

– Der Temperaturkoeffizienten der MPP-Leistung sollte möglichst klein sein. Meist zwischen 0,4-0,5% je Grad.

– Auch der NOCT-Wert (Betriebstemperatur) sollte möglichst gering sein. Bei kristallinen Module etwa 4-5% (95-96% Wirkungsgrad) bei 200Watt Einstrahlungsstärke und 25 Grad Zelltemperatur.

 

Mechanische Belastbarkeit

Wie belastbar sind die Komponenten?

 

Verarbeitungsqualität

Wie sehen die Komponenten aus? Wie ist die Verarbeitung? Gibt es offensichtliche Mängel?

 

Zähler und Wechselrichter bei Photovoltaikanalgen

Teilweise gibt es problematische Kombinationen von Zählern und Wechselrichtern. Das kann zu falschen Aufzeichnungen führen. Auf Kompatibilität aus schon bei der Auswahl zu achten. Im Betrieb sollten die registrierten Strommengen miteinander verglichen werden (die meisten Wechselrichter haben eine Aufzeichnungsfunktion). Bei Abweichungen von mehr als 3-5% über eine längere Zeit besteht Handlungsbedarf.

 

Garantien

– Produktgarantie: Deckt Herstellungsfehler ab. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt 2 Jahre. Viele Hersteller garantieren auch bis zu 5 Jahren oder sogar 10 Jahren.

– Leistungsgarantie: Das ist die garantierte elektrische Mindestleistung. Meist die ersten 10 Jahre über 90% der Leistung und für die nächsten 15 Jahre über 80%.

– Besonders der Wechselrichter sollte eine lange Garantiezeit haben. Denn er ist die anfälligste Komponente. Garantien von meist 5 Jahre, manchmal auch 8 Jahre.

 

Bei einem Defekt trägt der Betreiber die Beweislast. Die vertragliche Haftung beschränkt sich zunächst auf den Installateur. Deshalb kann es Sinn machen, die Garantieansprüche gegen den Hersteller zuvor vom Installateur abtreten zu lassen. Ob die Hersteller aber über diese Zeiträume ihre Versprechen auch halten können ist alles andere als sicher. Die Solarbranche ist in ständiger Bewegung. Viele Firmen sind schon wieder vom Markt verschwunden. Besser ist es wenn ein Hersteller seine Garantieversprechen bei einer richtigen Versicherung „rückversichert“ hat.

Nicht zu vergessen ist auch, dass der Aufwand und die Kosten eine Reklamation meist ziemlich hoch sind. Durch das Kleingedruckte halten sich die Hersteller oft Hintertürchen offen. Beispielsweise:

– Wie der Schaden ersetzt wird, liegt im Ermessen des Hersteller. Oftmals wird nur der Restwert des Moduls erstattet.

– Kosten für Demontage, Transport, Modulprüfung und Wiederaufbau trägt normalerweise der Kunde. Oft ist die Neuanschaffung dann wirtschaftlicher.

Ist die Solaranlage nach Ablauf der Garantie defekt, macht es evtl. Sinn sich auf dem PV-Zweitmarkt umzuschauen. Firmen wie SecondSol oder Milk-the-Sun haben sich auf gebrauchte Solarkomponenten spezialisiert.

 

Glasdicke

Je dicker das Glas des Moduls, desto besser.

 

Amortisierungszeit

Wann hat sich die Investition ausgezahlt? Das hängt auch von der Rendite ab. Für 3% sollten die Investitionskosten nach etwa 15 Jahren wieder reingeholt worden sein. Bei gewünschten 5% nach etwa 12-13 Jahren.

 

Service des Installateurs

Welche Services sind beim Solaranlagenmonteur dabei?

– Abwicklung mit dem Netzbetreiber

– Detaillierte Funktionsprüfungen

– Einweisung

– Simulationsrechnung Wirtschaftlichkeit

– Vollständige Dokumentation der Anlage (Planungsunterlagen, Montagevorschriften, technische Daten, Anleitungen, Inbetriebnahmeprotokoll, Verträge, …)

– Wartungsvertrag

– …

 

Steuer bei Photovoltaikanlagen

www.pv-steuer.de

www.smartsteuer.de

 

Jeder Solarstromerzeuger ist steuerlich gesehen Unternehmer. Als gewerblicher Stromproduzenten kann sich ein Hauseigentümer die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) mit der Steuererklärung wieder rückerstatten lassen. Bis zu einem Umsatz von 24500€ gilt man als Kleinunternehmer und ist so von der Umsatzsteuer befreit. Unter Umständen kann es sich aber lohnen darauf zu verzichten. Meldet man eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt an, erhält man die Umsatzsteuer für die Solaranlage vom Finanzamt wieder zurück (das sind meist einige tausend Euro). Dann muss allerdings auch Umsatzsteuer für die die Vergütung vom Netzbetreiber entrichtet werden. Die Umsatzsteuer für den Einspeisestrom sollte aber zuvor schon dem Netzbetreiber in Rechnung gestellt werden. Für den selbstgenutzten Strom muss dann aber die Umsatzsteuer gezahlt werden. Neben der Umsatzsteuer können aber auch Betriebsausgaben wie Reparatur-, Wartungs- und Kreditkosten, Versicherungsbeiträge und Abschreibung steuerlich abgesetzt werden.

 

– Überschüsse aus der Solarstromanlage (Vergütung abzüglich Kosten und Abschreibung) müssen bei der Jahressteuererklärung beim Finanzamt angegeben werden. Daraus muss Einkommensteuer aus gewerblichen Einkünften bezahlt werden. Außer – zusammen mit anderen Einkünften – die üblichen Freibeträge wurden nicht überschritten

– Gewerbesteuer fällt erst bei einem gewerblichen Gewinn von über 24500 Euro im Jahr an. Das ist nur bei sehr großen Photovoltaikanlagen der Fall (mehreren Hundert Kilowatt).

– Kleinanlagenbetreiber können sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen (Kleinunternehmerregelung 17500€). Allerdings bringt die Umsatzsteuerpflicht auch einen Vorteil: Der Anlagenbetreiber kann sich die beim Kauf an den Installateur bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Die im Betrieb ans Finanzamt zu zahlende Umsatzsteuer für den Stromverkauf bekommt der Anlagenbetreiber aber zusätzlich zur Einspeisevergütung.

 

-> Deshalb: Individuell beraten lassen. Beispielsweise beim Steuerberater, Installateur oder auf www.solarwirtschaft.de / www.sfv.de / www.steuerberater1.de

 

Abschreibung der Solaranlage

Eine degressive Abschreibung ist leider nicht mehr möglich. Bei der linearen Abschreibung können 20 Jahre lang 5% der Anschaffungskosten abgeschrieben werden.

 

Mögliche Werbungskosten bei Solaranlagen

– Rechnungen für die Anlage

– Abschreibung

– Wartung

– Zählergebühren

– Steuerberater- und Anwaltskosten

– Fachliteratur

– Fahrtkosten

– Portokosten

– Telefonkosten

– Zinskosten

– …

 

Regelmäßige Kontrollen an der Solaranlage

– Beschädigungen der Anlage (z.B. durch Hagel, Marder, …)? Sind die Befestigungen in Ordnung?

 

– Ertragsdaten regelmäßig überwachen(ca. 1x Monat). Unter www.pv-ertraege.de oder www.pv-log.com lassen sich die Daten erfassen und vergleichen.

 

– Sauberkeit der Anlage. Saubere Solaranlagen sind ertragsreicher. Allerdings gibt es bei dem Thema Reinigung zwei unterschiedliche Meinungen: Manche sagen die natürliche Reinigung durch Regen genügt. Andere meinen die Solaranlage sollte regelmäßig von spezialisierten Reinigungsfirmen geputzt werden.

 

Risiken bei Solaranlagen

 

Brand

Photovoltaikanlagen erzeugen ständig Strom und lassen sich nicht so einfach abschalten. Das kann vor allem bei einem Brand zum Problem werden, da das Risiko für die Feuerwehrmänner zu groß wäre. Daher ist ein „PV-Feuerwehrschalter“ zu empfehlen. Eine Art Notausschalter der an einer gut zugänglichen Stelle abgebracht werden sollte (z.B. im Eingangsbereich).

 

Diebstahl

Besonders schwer einsehbare und außerhalb liegende und freistehende Anlagen sind eine beliebte Beute von Dieben. Aber auch leicht erreichbare Anlagen auf Flachdächern oder Garagen. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten sich dagegen zu schützen.

www.polizei.bayern.de

 

Sicherungstechniken

Damit sind mechanische Sicherungen gemeint. Also schwer lösbare Befestigung der Anlagenteile. Ein erhöhter Zeitaufwand für die Demontage schreckt schon viele Diebe ab.

Beispielsweise:

– Mechanisch codierter Schrauben

– Schrauben mit speziellen Antrieben (Torx, Innensechskant, …). Zusätzlich eingeschlagene Stahlkugeln / Stahlstopfen oder Gießharz. Will man allerdings die Anlage selber demontieren steht man vor dem gleichen Problem wie die Diebe.

 

Zufahrtsbarrieren

Um Solaranlagen abzutransportieren sind größere Fahrzeuge notwendig. Die Zufahrtswege sollten entsprechend blockiert werden. Beispielsweise:

– Einfriedungen durch Zäune und Stacheldraht

– Blockierende große Steine

 

Gebäude

Auch das Gebäude auf dem die Solaranlage installiert ist, sollte gesichert sein.

– Feste Bauweise der Umfassungswände und Decke

– Einbruchssichere Türen und Fenster bzw. nur kleine Lüftungsöffnungen

 

Überwachungsanlagen

– Videoüberwachung

– Alarmanlage

 

Solarmodule / Solarkollektoren registrieren

Durch eine EIN-Kennzeichnung (Eigentümer-Identifizierungs-Nummer, auch FEIN-Codierung) kann gestohlenes Eigentum von der Polizei wieder identifiziert werden. Melderegister sind unter www.sfv.de oder www.photon.info zu finden. Für kleine Anlagen vielleicht übertrieben, aber größere Anlagen könnten auch mit GPS-Sender ausgestattet werden.

 

Tests von Solaranlagen

Tests sind beispielsweise in der Fachzeitschrift Photon zu finden.

www.testberichte.de

 

Vergleichstests haben ergeben, dass Module / Kollektoren aus China nicht pauschal schlechter sind. Sie liegen oft im Mittelfeld und sogar renommierte deutsche Hersteller lassen teilweise in China fertigen.

 

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