05-04_Mietercheck

 
 
Mietercheck: Überprüfung von möglichen Mietern

Haben Vermieter mehrere mögliche Mieter zur Auswahl, haben diese mehrere Möglichkeiten die verschiedenen Bewerber zu überprüfen und so Mietnormaden auszusortieren. Vermieter haben einen Anspruch darauf, dass Mieter die Angaben belegen. Nicht zu vergessen dabei ist, dass langfristige Mieter meist am besten sind.

 

Mietercheck – Was Mieter preisgeben müssen

– Identität des Mieters (Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Kinde(r), Personalausweisnummer, …).

– Kontaktdaten (Telefon, Handy, Fax, E-Mail-Adresse).

– Beruf, Arbeitsverhältnis und Einkommen.

– Bonität (Schufa, Einkommenspfändungen, …).

– Wenn die Miete 75% des Gesamteinkommens übersteigt.

– Mietschulden beim Vorvermieter.

– Anzahl und Alter der Personen die sonst noch einziehen.

– Folgend besteht eine ungefragte Aufklärungspflicht:

• Insolvenzverfahren / die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung in den vergangenen 3 Jahren. Wichtig dabei ist, dass eine zeitliche Beschränkung beinhaltet ist.

• Sozialleistungen welche empfangen werden. Zahlt das Sozialamt die Miete?

 

www.bonusmieter.de

www.demda.de

www.mietnomadenversicherung.biz/mietnomaden-liste.html

 

 

Checkliste für Vermieter

– Personalausweis aushändigen lassen. Was für eine bisherige Wohnadresse ist angegeben?

– Denn potenziellen Mieter um eine Selbstauskunft / Schufa-Bonitätsauskunft bitten (www.meineschufa.de). Alternativ auch andere Auskunfteien: Schufa, Boniversum / Creditreform, Bürgel, Deltavista, Schimmelpfeng und Infoscore Consumer Data.

– Bei Auskunfteien nachfragen / Schuldnerverzeichnis am Amtsgericht.

– Kaution verlangen (siehe Mietkaution).

– Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verlangen. Diese kommt man vom bisherigen Vermieter.

– Kontoauszüge verlangen. Kann der Mieter bescheinigen dass er die Miete für seine alte Wohnung stets bezahlt hat? Relevant sind natürlich nur die Mietzahlungen und nicht die anderen Ein- und Ausgänge.

– Eine Gehaltsbescheinigungen / Einkommensnachweis der letzten 3 Monate bzw. Arbeitsvertrag (befristet / unbefristet) verlangen. Bei Selbstständigen der letzte Steuerbescheid.

– Beim Vorvermieter nachfragen ob alles ok war. Dazu ist das Einverständnis vom Mieter notwendig. Der Vorvermieter ist allerdings nicht verpflichtet, eine sogenannte Mietschuldenfreiheitsbescheinigung dem Mieter auszustellen (Urteil vom 30.09.2009, VIII ZR 238/08). Wurde die Vorvermieterbescheinigung vom Mieter gefälscht, kann ihm fristlos gekündigt werden (Urteil vom 09.04.2014, VIII ZR 107/13).

 

Was Mieter nicht preisgeben müssen

Mieter müssen oft sehr viel von sich offenbaren. Allerdings gibt es eindeutige Grenzen. Formulierungen im Mietvertrag wie „Durch falsche Angaben setzen Sie sich einer strafrechtlichen Verfolgung aus“ sollten einen nicht erschrecken.

 

Vermieterfragen bei denen die Rechtslage unklar ist

– Wieso das alte Mietverhältnis gekündigt wurde.

– Haustiere. Kleintiere wie Vögel, Hamster und Hasen müssen eigentlich nicht angegeben werden. Bei größeren Tieren wie Katzen oder Hunde muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden. Haustiere dürfen vom Vermieter aber nicht generell verboten werden. Beispielsweise dürfen keine Blindenhunde ausgeschlossen werden. Gefährliche Tiere wie beispielsweise Kampfhunde können allerdings durchaus verboten werden.

 

Unzulässig Vermieterfragen

Hier kann die Auskunft verweigert oder gelogen werden. Lügt der Mieter, kann der Vermieter ihm trotzdem nicht kündigen:

– Die sexuelle Orientierung.

– Musikgeschmack.

– Hobbies.

– Fragen nach der Religionszugehörigkeit. Allenfalls wenn der Vermieter eine Religionsgemeinschaft repräsentiert. Beispielsweise kirchliche Wohnungsunternehmen.

– Nationalität oder ethnischer Zugehörigkeit.

– Aufenthaltsgenehmigung.

– Mitgliedschaften in Parteien / Mietervereinen / Gewerkschaften.

– Bestehen einer Rechtsschutzversicherung.

– Familienplanungen wie „Wollen Sie schwanger werden?“

– Fragen nach dem Familienstand (verlobt oder geschieden, Frage nach einer bestehenden Lebenspartnerschaft).

– Fragen zu Krankheiten (physische oder psychische).

– Behinderungen.

– Vorstrafen oder ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Mieter läuft. Auf ein polizeiliches Führungszeugnis können Vermieter nicht bestehen.

– Ob der Mieter einen rechtlichen Vormund hat.

– Verbindlichkeiten im Detail.

– Die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung ohne zeitliche Begrenzung.

– Einkommensverhältnisse von Angehörigen die nicht in Verbindung mit dem Mietvertrag stehen (Beispielsweise sie sind nicht ebenfalls Mieter oder gewähren eine Mietbürgschaft).

 

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