01-05_Makler

 
 
Immobilienmakler

 

Was macht ein Immobilienmakler?

Makler (auch Wohnungsvermittlungsmakler) vermitteln Immobilien zwischen Verkäufern / Käufern und Vermietern / Mietern. Dafür erhält der Makler bei Abschluss eine Provision. Diese ist frei verhandelbar. Etwa 50% der privaten Immobilienkäufe werden heute über Immobilienmakler abgewickelt. Es sollte immer nur ein Makler beauftragt werden. Werden zwei Makler oder mehr beauftragt, können auch mehr als die doppelten Kosten entstehen.

 

Immobilienmakler sein?

Makler ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Demnach kann jeder in Deutschland Makler werden. Entsprechend viele „schwarze Schafe“ gibt es. Notwendig ist nur ein Gewerbeschein und der Nachweis, dass man straffrei ist. Fachwissen wird nicht vorausgesetzt.

 

Leistungen von Immobilienmaklern

– Ein ortskundiger Makler kennt die Kaufpreise / Mieten relativ genau. Nachgeprüft werden sollten die Angaben aber trotzdem!

– Infos zu Grundstück, Bebauungsplan, Vorschriften des Denkmalschutzes, ….

– Infos zur Historie von Immobilien.

– Infos zu Nebenkosten (Grundsteuer, Strom, Heizung, …).

 

Einen guten Makler finden

– Mitglied beim IVD (Immobilienverband Deutschland, www.ivd.net, früher RDM und VDM).

– Der Makler ist hauptberuflich Immobilienmakler / fachliche Qualifikationen.

– Professionelles Auftreten / Lebenslauf / Büro / Internetseite.

– Langjährige Berufserfahrung.

– Referenzen und Beispiele für ähnliche Objekte.

– Empfehlungen durch Verwandten, Freunde, Bekannte oder Kollegen.

– Während der Arbeitszeiten / an Samstagen immer telefonisch erreichbar.

– Erfahrungen in dem Gebiet / Kenner des örtlichen Immobilienmarkts.

– Spezialisiert auf den Verkauf von Immobilien welche man selber verkaufen möchte.

– Kooperationen mit anderen Maklern bzw. mit Banken oder Sparkassen.

– Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Zeitungen.

– Aufgeführt in der Top-Maklerliste vom Marktforschungsinstitut Statista oder anderen Medien (z.B. www.makler-empfehlung.de).

 

Verträge mit Immobilienmaklern

Folgende Punkte sollten bei Maklerverträgen berücksichtigt werden:

– Vertragsgegenstand: Um was, und zu welchem Preis, geht es überhaupt?

– Beginn und Laufzeit des Maklervertrags. Wann endet der Vertrag? Nach einer Frist oder im Erfolgsfall? Pauschal ist immer eine Befristung zu empfehlen. Üblicherweise endet er sowieso mit Eintreten des Erfolges. Ansonsten sollte die Laufzeit 3-6 Monate betragen (max. 12 Monate). Eine Verlängerung ist meist immer möglich.

– Pflichten des Maklers: Beispielsweise wird hier geregelt, ob der Makler auch für die Gegenseite tätig sein kann.

– Pflichten des Auftraggebers: Option von mehreren, zeitlich nebeneinander bestehenden Maklerverträgen: Im Regelfall ist der Auftraggeber nicht an den Makler gebunden. Trotzdem muss er den Makler sofort informieren, wenn er Erfolg gehabt hat. Oder Alleinauftrag: Das bedeutet den Ausschluss von anderen Maklern während der Laufzeit.

– Maklerprovision: Festlegung der prozentualen Höhe der Vergütung. Außerdem muss geregelt sein, unter welchen Umständen der Betrag fällig wird.

– Möglichkeiten zur Kündigung oder Verlängerung des Maklervertrags.

 

Varianten des Maklervertrages

– „Allgemeiner Maklervertrag“: Hier hat der Makler das Recht die Immobilie anbieten zu dürfen. Im Erfolgsfall erhält der Makler eine Vergütung. Allerdings besteht für den Makler keine Verpflichtung auch aktiv zu werden. Außerdem kann der Immobilieneigentümer weiterhin selber aktiv bleiben.

– „Makler-Alleinauftrag“ (einfacher): Der Immobilieneigentümer verzichtet darauf weitere Makler zu beauftragen. Des Weiteren kann der Vertrag nicht einfach wiederrufen werden. Im Gegenzug ist der Makler verpflichtet aktiv zu werden. Der Vertrag sollte zeitlich begrenzt sein (max. 1 Jahr). Danach könnte wieder ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.

– „Qualifizierter Makler-Alleinauftrag“: Vor der Einführung des Bestellerprinzips kam der „Qualifizierte Makler-Alleinauftrag“ nur sehr selten vor. Der Immobilieneigentümer verpflichtet sich Mietinteressenten an den Makler zu verweisen („Verweisungsklausel“) und ihn bei Vertragsverhandlungen hinzuziehen („Hinzuziehungsklausel“).

 

→ Meist ist ein „Makler-Alleinauftrag“ zu empfehlen. Besonderheiten können dann noch als „Individualvereinbarung“ in die Vertragsanlage beigefügt werden.

 

Provision

Makler leben von den Provisionen bei erfolgreichen Vermittlungen.

 

Vermietung

Bei der Vermittlung von Vermietungen galt früher das die Maklerprovision max. 2 Nettokaltmieten + Mehrwertsteuer betragen darf. Seit Juni 2015 gilt das Bestellerprinzip: „Wer den Makler bestellt, der bezahlt ihn auch“. Die Kosten für die Mietersuche sind für Vermieter steuerlich absetzbar! Siehe auch Allgemeines zur Miete.

 

Immobilienkauf

Beim einem Immobilienkauf ist die Maklerprovision frei verhandelbar. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben. Üblicherweise aber 3,57-7,14% des Kaufpreises (je nach Bundesland, siehe hier). Teilweise gibt es auch Festpreismakler. Manche Immobilienmakler werben manchmal auch mit „provisionsfrei“. Dann kann davon ausgegangen werden, dass die Provision schon im Kaufpreis enthalten ist.

 

→ Um die Maklerprovision bei einem Maklerangebot zu sparen, könnte versucht werden mit dem Eigentümer direkt Kontakt aufzunehmen. Das kann einige tausend Euro sparen.

 

Beurteilung von Immobilienmaklern

– Makler versuchen normalerweise den maximal erzielbaren Preis heraus zu handeln. Das erhöht schließlich ihre Provision. Alternativ zur Provision könnte dem Makler ein Bonus angeboten werden, wenn er es schafft eine Immobilie für weniger/mehr als den Betrag x zu kaufen/verkaufen. Manche Makler geben einem raschen Verkaufserfolg auch den Vorzug vor einem höheren Erlös.

 

– Anfallenden Verwaltungsarbeit wird vom Makler übernommen (Immobilienbewertung und Preisfindung, Exposés Erstellung, aufgeben von Inseraten, Kontakt mit Kaufinteressenten, Wahrnehmen von Besichtigungsterminen und Verkaufsgespräche).

 

– Fachwissen und praktische Erfahrung rund um die Bewertung und Beurteilung einer Immobilie.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Mit welchen Nebenkosten ist beim Immobilienerwerb zu rechnen?

Was ist bei der Beauftragung von Handwerkern zu beachten? Handwerker im Internet finden? Erlaubte Posten bei Handwerkerrechnungen?

Checkliste für den Umzug.