02-17_Heizung

 
 
Heizung

Das Haus heizen – Die richtige Heizung und verschiedene Heizsysteme (Gas / Wärmepumpe / Heizöl / BHKW / Solarthermie / Strom / …) / Spartipps / Zimmertemperaturen.

 

Allgemeines zum Thema Heizen

Siehe auch Förderprogramme

 

Links Heizen

www.co2online.de

www.dena.de

www.energiefachberater.de

www.heizsparer.de

www.heizspiegel.de

www.heiz-tipp.de

www.intelligent-heizen.info

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

 

Welche Heizung ist die Beste?

Das „beste“ Heizsystem gibt es nicht. Das ist zum einen von den Anforderungen und Präferenzen der Bewohner abhängig. Zum anderen kommt es auf die Immobilie an.

 

Lebensdauer von Heizungen?

Die Betriebszeit von Heizungen liegt durchschnittlich bei 20 Jahre.

 

Heizen und die Bauweise des Hauses?

Stein speichert die Wärme im Gegensatz zu Holz. Braucht aber auch länger um aufzuheizen. Bei einem Neubau wär eine gute Variante einige Steine (z.B. Lehm) mitzuverbauen (siehe Fachwerkhäuser).

 

Lohnt sich das Heizen mit erneuerbare Energien?

Auch wenn die Kosten für fossile Brennstoff auf lange Sicht steigen, lohnen sich erneuerbare Energien erst auf längere Sicht. Hauptgrund sind die höheren Anschaffungskosten. Je nach Preisentwicklung amortisieren sie sich aber früher oder später.

 

Primärenergiefaktoren von Heizsystemen

Der Primärenergiefaktor beschreibt das Verhältnis zwischen aufgewendete Primärenergie zur Endenergie. Es werden also die entstehenden Verluste berücksichtigt. Je niedriger der Faktor ist desto besser.

– Sonnenenergie: 0,0

– Nah- und Fernwärme aus KWK mit erneuerbarem Brennstoff: 0,0

– Nah- und Fernwärme aus Heizwerken mit erneuerbarem Brennstoff: 0,1

– Holz: 0,2

– Nah- und Fernwärme aus KWK mit fossilem Brennstoff: 0,7

– Braunkohle: 1,2

– Heizöl, Erdgas, Steinkohle: 1,1

– Nah- und Fernwärme aus Heizwerken mit fossilem Brennstoff: 1,3

– Strom: 2,6

 

Heizwärmebedarf von verschiedenen Gebäudestandards

– Bestehende Gebäude (je nach Wärmedämmung): 100-300 kWh / m² pro Jahr

– Neubau nach den derzeit gültigen Bauvorschriften: 100 kWh / m² pro Jahr

– Niedrigenergiehaus (z.B. KfW-40-Haus): 40-79 kWh / m² pro Jahr

– Drei-Liter-Haus: 16-39 kWh / m² pro Jahr

– Passivenergiehaus: bis 15 kWh / m² pro Jahr

– Nullenergiehaus / Aktivhaus / energieautarkes Haus: 0 kWh / m² pro Jahr beziehungsweise Energieüberschuss

 

Wie viel Heizenergie (kWh) benötigt eine Familie im Durchschnitt?

Eine Familie braucht etwa 4000 Kilowattstunden (kWh).

 

Umrechnung kWh / Heizöl / Erdgas / Holzpellets

10 kWh entsprechen etwa 1l Heizöl / 1m³ Erdgas / 2kg Holzpellets.

 

Stromverbrauch von Heizungspumpen

Stromkosten der Heizungspumpen liegen bei etwa 100-150€ im Jahr.

Alte Heizungspumpen: Ungeregelte Standardpumpen.

Neuere Heizungspumpen: Geregelte Standardpumpen die etwa 20-30% weniger Strom als ungeregelte Standardpumpen benötigen.

Am effizientesten sind geregelte Hocheffizienzpumpen. Bei diesen amortisieren sich die Stromkosten nach 2-4 Jahren.

 

Erneuerbare-Energien-Gesetz-Wärmegesetz (EEWärmeG, EEG)

Bei Neubauten besteht seit dem 01.01.2009 die Pflicht erneuerbare Energien anteilig zur Wärmeversorgung zu nutzen. Pelletheizungen oder Wärmepumpe erfüllen die EEWärmeG. Wer sich allerdings für eine Öl- oder Gasheizung entscheidet, muss min. 15% Wärme aus erneuerbare Energien erzeugen.

 

Nutzungspflichten und die Mindestanteile des Wärmebedarfs:

Solarthermie: 15%

Gasförmige Biomasse: 30%

Flüssige Biomasse: 50%

Feste Biomasse (z.B. Pellets): 50%

Geothermie und Umweltwärme (Wärmepumpen): 50%

 

Ersatzmaßnahmen:

Maßnahmen zur Energieeinsparung: Durch Dämmung -15% unter dem Standard

Nah- und Fernwärme mit Anteil erneuerbaren Energien: 100%

Kraft-Wärme-Kopplung: 100%

Abwärme: 100%

 

Welche Heizung kostet am wenigsten?

Genau Aussagen können leider nicht getroffen werden. Denn den größten Einfluss haben die Energiepreise welche niemand vorhersagen kann sowie die einzelnen Rahmenbedingungen der Einzelfälle. Dabei sollte man sich auch fragen, welche Varianten am Zukunftsträchtigsten sind. Oder auch welche Heizung bei einem evtl. Hausverkauf „wertiger“ ist.

Folgend einige Tests:

 

Heizsysteme im Vergleich (Quelle: Welche Heizung braucht das Haus?, ISBN-10: 3816788491, ISBN-13: 978-3816788492)

Basierend auf einigen Beispielhäusern:

 Investitionskosten  Heizung  Gebäudestandard / Kosten pro Jahr
13090€ Gasbrennwert + Abluft EnEV2009: 1105,44€ / KfW70: 1026,51€ / KfW55: 919,76€
16343€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung 80% EnEV2009: 1016,92€ / KfW70: 932,15€ / KfW55: 818,99€
18921€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung 92% EnEV2009: 978,55€ / KfW70: 891,64€ / KfW55: 776,34€
20349€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung 80% + Solar EnEV2009: 888,21€ / KfW70: 797,11€ / KfW55: 679,96€
21063€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung 96% EnEV2009: 960,10€ / KfW70: 872,31€ / KfW55: 755,87€
21132€ Abluftwärmepumpe EnEV2009: 799,76€ / KfW70: 765,67€ / KfW55: 672,10€
22193€ Pelletkessel + Abluft EnEV2009: 1304,26€ / KfW70: 1245,22€ / KfW55: 1150,78€
22372€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnungswärmepumpe EnEV2009: 1060,90€ / KfW70: 1008,19€ / KfW55: 875,51€
23026€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung 92% + Solar EnEV2009: 849,85€ / KfW70: 756,66€ / KfW55: 637,30€
23256€ Luft-Wasser-Wärmepumpe – Wärmerückgewinnung 80% EnEV2009: 841€ / KfW70: 775,35€ / KfW55: 675,66€
23681€ Luftheizsystem – Wärmerückgewinnungswärmepumpe EnEV2009: 600,70€ / KfW70: 583,96€ / KfW55: 523,35€
24737€ Erdwärmepumpe + Abluft EnEV2009: 685,25€ / KfW70: 646,17€ / KfW55: 584,15€
25168€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung 96% + Solar EnEV2009: 831,39€ / KfW70: 737,27€ / KfW55: 616,83€
25868€ Erdwärmepumpe + Wärmerückgewinnung 80% EnEV2009: 665,75€ / KfW70: 624,70€ / KfW55: 559,64€
26299€ Pelletkessel + Abluft + Solar EnEV2009: 1133,04€ / KfW70: 1056,62€ / KfW55: 938,31€
26478€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnungswärmepumpe + Solar EnEV2009: 932,19€ / KfW70: 873,15€ / KfW55: 800,94€
26826€ Luft-Wasser-Wärmepumpe – Wärmerückgewinnung 80% + Solar EnEV2009: 681,24€ / KfW70: 625,76€ / KfW55: 543,78€
29973€ Erdwärmepumpe + Wärmerückgewinnung 80% + Solar EnEV2009: 598,37€ / KfW70: 563,88€ / KfW55: 486,69€
30435€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung Wärmeverteilung Luft EnEV2009: 1119,87€ / KfW70: 1006,65€ / KfW55: 861,05€
30568€ Erdwärmepumpe + Wärmerückgewinnung 92% EnEV2009: 623,88€ / KfW70: 580,30€ / KfW55: 512,90€
32710€ Erdwärmepumpe + Wärmerückgewinnung 96% EnEV2009: 620,32€ / KfW70: 576,60€ / KfW55: 508,66€
34540€ Gasbrennwert + Wärmerückgewinnung Wärmeverteilung Luft + Solar EnEV2009: 1031,76€ / KfW70: 877,66€ / KfW55: 807,96€
34674€ Erdwärmepumpe + Wärmerückgewinnung 92% + Solar EnEV2009: 556,51€ / KfW70: 509,47€ / KfW55: 439,75€
36816€ Erdwärmepumpe + Wärmerückgewinnung 96% + Solar EnEV2009: 552,94€ / KfW70: 505,77€ / KfW55: 435,56€

 

Wärmekostenvergleich (Quelle: Öko-Test 4/2014)

Musterfall Neubau (120 Quadratmetern Wohnfläche)

Anschaffungskosten:

1. Gas-Brennwert-Therme + Solarbrauchwasser = 12800€

2. Öl-Brennwert-Heizung + Solarbrauchwasser = 14400€

3. Erdwärmepumpen, Horizontalabsorber = 14900€

4. Pelletheizung = 15000€

5. Gas-Brennwert-Therme + solare Heizungsunterstützung = 15100€

 

Jährliche Wärmekosten:

1. Erdwärmepumpen, Horizontalabsorber = 1486€

2. Pelletheizung = 1741€

3. Gas-Brennwert-Therme + Solarbrauchwasser = 1747€

4. Öl-Brennwert-Heizung + Solarbrauchwasser = 1774€

5. Gas-Brennwert-Therme + solare Heizungsunterstützung = 1836€

 

Musterfall Altbau (120 Quadratmetern Wohnfläche, 60er-Jahre)

Anschaffungskosten:

1. Gas-Brennwert-Therme = 7425€

2. Öl-Brennwert-Heizung = 9810€

3. Pelletheizung = 12800€

4. Gas-Brennwert-Therme, Solarkollektoren = 13875€

5. Erdwärmepumpen = 19000€

 

Jährliche Wärmekosten

1. Pelletheizung = 1860€

2. Gas-Brennwert-Therme = 1874€

3. Erdwärmepumpen = 1944€

4. Öl-Brennwert-Heizung = 2018€

5. Gas-Brennwert-Therme, Solarkollektoren = 2050€

 

Heizsysteme im Vergleich (Quelle: Strom und Wärme für mein Haus. Neubau und Modernisierung, ISBN-10: 3868510702 / ISBN-13: 978-3868510706)

 Effizienzhaus 100  Effizienzhaus 55
Gasheizung
– Investitionskosten 6000€ 5500€
– Jährliche Fixkosten 518,28€ 475,09€
– Jährliche Vollkosten (z.B. Marktpreis) 1609,68€ 1053,09€
 Pelletheizung
– Investitionskosten 13000€ 12000€
 – Jährliche Fixkosten 1190,54€ 1098,96€
 – Jährliche Vollkosten (z.B. Marktpreis) 2033,97€ 1524,77€
Sole-Wasser-Wärmepumpe
– Investitionskosten 13000€ 12000€
– Jährliche Fixkosten 1055,34€ 974,16€
– Jährliche Vollkosten (z.B. Marktpreis) 2160,60€ 1541,53€
Mikro-BHKW
– Investitionskosten 18500€
– Jährliche Fixkosten 1625€ – Gutschriften
– Jährliche Vollkosten (z.B. Marktpreis) 545,69€
Heizöl-Brennwertkessel Heizöl-Brennwertkessel + Solar
– Investitionskosten 6000€ 10000€
– Jährliche Fixkosten 621,08€ 972,80€
– Jährliche Vollkosten (z.B. Marktpreis) 2671,08€ 2395,50€

 

Heizungsvergleich (Quelle: Hausbau Magazin 2013 01/02)

Die günstigsten Heizsysteme bei Neubauten:

1. Gas

2. Wärmepumpe

3. Fernwärme

4. Holz / Pellet

5. Heizöl

6. Strom

 

Heizsysteme im Vergleich (Quelle: Stiftung Warentest 6/2012)

Holzpellets: 5 Cent / kWh

Gas und Öl: 7 Cent / kWh

Wärmepumpe: 15 Cent / kWh

Strom: 25 Cent / kWh

 

→ Ungedämmtes Haus: 26-27€/m2 / Gedämmtes Haus: 16-18€/m2

Angenommen wurde eine jährliche Preissteigerung von 3,5% für Pellets, 5% für Gas und Strom und 7% für Öl für die nächsten 15 Jahre.

 

Heizkosten bei einem ungedämmten Haus:

– Holzpelletkessel + Solar: 31€/m2

– Mikro-Heizkraftwerk + Solar: 32€/m2

– Gas-Brennwertkessel + Solar: 33€/m2

– Wärmepumpe + Solar: 34€/m2

– Öl-Brennwertkessel + Solar: 38€/m2

 

Heizkosten bei einem gedämmten Haus:

– Gas-Brennwertkessel + Solar: 19€/m2

– Mikro-Heizkraftwerk + Solar: 19€/m2

– Holzpelletkessel + Solar: 19,5€/m2

– Wärmepumpe + Solar: 20€/m2

– Öl-Brennwertkessel + Solar: 22€/m2

 

→ Die Anschaffung der Erdwärmepumpen- oder Holzpelletheizsystemen macht sich kaum bezahlt.

 

Heizsysteme (Quelle: Stiftung Warentest 10/2010)

Pellet: Energiekosten 1210€/Jahr

Heizöl: Energiekosten 1590€/Jahr

Gas: Energiekosten 1680€/Jahr

 

Heizkostenvergleich unterschiedlicher Wärmeerzeuger bei 20000 Kilowattstunden (Quelle: Immobilienkauf für Dummies)

 Energieart  Kosten in € Gesamtkosten in €
Hackschnitzel 100 €/Tonne 465€
Brennholz 50 €/Raummeter 588€
Strohpellets 150 €/Tonne 612€
Braunkohlebriketts 200 €/Tonne 666€
Weizen 200 €/Tonne 851€
Wärmepumpe 0,17 €/kWh 971€
Holzpellets 250 €/Tonne 1020€
Erdgas 0,070 €/kWh 1400€
Heizöl 0,95 €/Liter 1884€
Flüssiggas 0,12 €/kWh 2400€
Strom 0,24 €/kWh 4800€

 

Heizkostenvergleich unterschiedlicher Wärmeerzeuger (Quelle: Selber Machen 12/2005)

Kosten Euro/Jahr. Eine Altanlage benötigt 100%.

1. Wärmepumpe + Solarthermie zur Trinkwasseraufbereitung: -63%

2. Wärmepumpe: -60%

3. Pelletheizung: -40%

4. Brennwertkessel + Solarthermie mit Heizungseinbindung: -35%

5. Brennwertkessel + Solarthermie zur Trinkwasseraufbereitung: -29%

6. Brennwertkessel: -25%

7. Niedertemperaturkessel: -18%

 

Heizsysteme im Vergleich

Nah-/ Fernwärme

Dabei wird die Abwärme von Kraftwerken oder Industriebetrieben genutzt. In manchen Städten / Kommunen bestehen Anschlusszwänge für Nah- oder Fernwärme. Das sollte vorher erfragt werden.

 

Nahwärme: Versorgung von einzelnen Gebäuden, Wohnsiedlungen oder Straßen.

Fernwärme: Versorgung von ganzen Städten oder Stadtteilen.

 

Vorteile Nah-/ Fernwärme:

– Benötigt wenig Platz (Nur die Wärmeübergabestation. Keine Heiztechnik, Brennstofflager oder Kamin)

– Relativ effizient

– Geringe Anlagenkosten

– Wenig Wartung notwendig

 

Nachteile Nah-/ Fernwärme:

– Abhängigkeit

 

Gas

Heizen mit Gas.

 

Was kostet eine Gas-Heizung?

Gasheizungen kosten etwa 5000-7000€ in der Anschaffung. Ein Gaskessel mit Solaranlage etwa 13000-15000€. Der Verbrauch liegt bei ca. 6-9 Cent/kWH

 

Gas-Brennwert-Therme + Solarbrauchwasser (Quelle: Öko-Test 4/2014):

Neubau: Anlage (5100€) + Schornstein (0€) + Installation (1900€) + Kollektoren (5800€)

Altbau: Anlage (5300€) + Schornstein (0€) + Installation (1150€) + Kollektoren (1800€)

 

Gas-Brennwert-Therme + solare Heizungsunterstützung (Quelle: Öko-Test 4/2014):

Neubau: Anlage (5100€) + Schornstein (0€) + Installation (2100€) + Kollektoren (7900€)

Altbau: Anlage (5300€) + Schornstein (0€) + Installation (2800€) + Kollektoren (8600€)

 

Investitions- und Betriebskosten einer Gas-Brennwertheizung kombiniert mit einer Solaranlage in einem Einfamilienhaus (Quelle: www.klima-innovativ.de):

Kessel, Brenner, Regelung, Rauchrohr, Montage Brennwertkessel + Zuleitungen: 5260€

Verteiler Dach + Rohrleitungen, Puffer + Zubehör: 1900€

Radiatoren für NT, 5 Stück: 2200€

Fußbodenheizung 80m2 inklusive Heizkreisverteiler: 3600€

Warmwasserboiler Emaille 150l: 550€

Montage gesamt: 2200€

Kosten Heizanlage ohne Nebenkosten inklusive Mehrwertsteuer: 18695€

Nebenkosten Gasheizung: Gasanschluss, Installation, Dachleiter und Podest, Neutralisationsanlage, Kondensat: 2670€

Thermische Solaranlage 6m2, Verrohrung, Pumpe, Montage: 4600€

Summe Nebenkosten inklusive Mehrwertsteuer: 7777€

Gesamtkosten der Heizanlage ohne Förderungen: 26472€

Betriebskosten

7,5 KW × 1.800 h = 13500 kWh; durchschnittlicher AL-Nutzungsgrad Gas = 85 %

Heizwert: 10 kW/m3 Gas

Ertrag Solaranlage: 1800 kWh

Gasverbrauch: 13500 – 1800 = 11700 : (10 × 0,85) = 1376m3

Gaspreis: 0,671€/m3

Energiekosten/Jahr: Gaskosten 1376 m3/Jahr × 0,671: 923€

Grundpreis: 200€

Zusatzkosten/Jahr: Abgasuntersuchung, Schornsteinfeger; Strom, Pumpen, Steuerung (Haushaltsstrom 21 Cent), Strom Solaranlage (Haushaltsstrom 21 Cent), Neutralisation Kondensat: 355€

Jahresbetriebskosten gesamt inklusive Mehrwertsteuer: 1448€

Kosten einer kWh Wärmeleistung (Heizenergie): 0,107€

 

Niedertemperaturkessel oder Brennwertkessel?

Brennwertkessel haben einen höhere Nutzungsgrad (etwa 30%), sind aber auch teurer im Gegensatz zu ihren Vorgängern Niedertemperaturkessel.

 

Brennwerttherme

Sehr wirtschaftlich bei Fußboden- oder Wandheizungen. Gas-Niedertemperaturtherme sind bei klassischen Heizkörpern vorzuziehen. Diese sind zwar weniger effizient, aber günstiger.

 

Vorteile Gas-Brennwerttherme:

– Braucht keinen Platz im Haus (Lagerort).

– Kann auch zum Kochen verwendet werden.

– Niedrige Investitionskosten.

– Technisch ausgereift (hohe Effizienz).

– Sauberste Heizungsart der fossilen Brennstoffe.

– Aufwand für Wartung und Unterhalt gering.

– Kombinationen mit anderen Heizungen relativ einfach (Solarthermieanlage, Kaminofen, …).

– Die meisten Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen nutzen Gas ebenfalls als Brennstoff.

 

Nachteile Gas-Brennwerttherme:

– Abhängigkeit.

– Unsichere Entwicklung des Gaspreises.

– Bei Neubauten muss mit erneuerbaren Energien ergänzt werden.

 

Gastarife

Was macht gute Gastarife aus?

Wer noch nie seinen Gastarif gewechselt hat, ist noch in der Grundversorgung. Da gibt es meist die größten Sparpotenziale. Hier kann jederzeit gewechselt werden. Anderenfalls ist auf die Vertragsbedingungen bezüglich Kündigungsfristen zu achten.

 

– Monatliche Zahlung.

– Erstvertragslaufzeit max. 24 Monate.

– Preisgarantie min. 12 Monate und min. über die Erstvertragslaufzeit (auf jeden Fall für Energiekostenanteil und Netzentgelte).

– Die Kündigungsfrist  beträgt nach der Erstvertragslaufzeit max. 6 Wochen.

– Nach der Mindestlaufzeit kommt man nach 4 Wochen aus dem Vertrag.

– Neukundenbonus ist an faire Bedingungen geknüpft.

 

Gastarife mit schlechten Vertragsbedingungen

– Der geschätzte Jahresverbrauch muss in Vorkasse / Kaution bezahlt werden. Die Zahlungsweise sollte aber monatlich sein.

– Neukundenbonus täuscht im ersten Jahr einen günstigen Vertrag vor.

– Die Mindestvertragslaufzeit ist länger als die Preisgarantie.

– Bei Pakettarifen wird eine feste Gasmenge als Paket gekauft. Bleibt der Verbrauch darunter, gibt es trotzdem keine Erstattung.

– Keine automatische Tarifverlängerung um 12 Monate.

– Abschlagszahlung: Es ist klar geregelt was Versorger monatlich an Abschlägen (auch Akontozahlung, A-Conto-Zahlung, á-conto-Zahlung, Per-Conto-Zahlung) verlangen dürfen. Dabei ist der Verbrauch entscheidend. Mehr Geld als absehbar nötig abzubuchen, ist rechtswidrig (Az. 12 O 474/12). Sind die Abschläge zu hoch, sollte der Versorger aufgefordert werden, diese zu senken (Maßstab: (Vorjahresverbrauch bzw. voraussichtlicher Verbrauch + etwaige Gebühren) : 12). Weigert sich der Versorger die Abschläge (zu Unrecht hohen) zu vermindern oder erhöht sie ohne Grund, kann der Vertrag gekündigt werden. Stimmt der Versorger der Kündigung nicht zu kann auch eine Schlichtungsstelle einbezogen werden (www.schlichtungsstelle-energie.de).

 

→ Bei Preiserhöhungen hat man immer ein Sonderkündigungsrecht.

 

Vergleichsportale Gastarife

www.check24.de

www.hauspilot.de

www.prizewize.de

www.tarifvergleich.de

www.toptarif.de

www.verivox.de

 

www.finanztip.de/gasanbieter-wechseln

 

→ „Tarif-Tipps“ sollten in diesen Portalen kritisch gesehen werden. Diese stehen in der Ergebnisliste als Werbeanzeige weit oben und sind oft relativ teuer.

→ Nicht alle Gasanbieter sind auf den Vergleichsportalen zu finden (z.B. örtliche Versorger). Direkte Anfragen bei diesen können sich auch lohnen.

 

Flüssiggas

Gibt es kein Gas in dem Gebiet, könnte auch Flüssiggas verwendet werden (mit einem Flüssiggastank im Garten). Der Gastank wird oftmals vom Lieferant gemietet. So verfahren ca. 4 von 5 Flüssiggasnutzer. Dadurch ist man aber auch verpflichtet, sein Gas bei diesem Lieferanten zu kaufen. Das Gas ist allerdings häufig überteuert. Das befüllen des Miettanks durch einen anderen Lieferanten wäre rechtswidrig (Az. II ZR 367/02). Eine Kündigung wäre zwar denkbar, allerdings sind die wenigsten Lieferanten dazu bereit den Tank zu verkaufen. Der entsprechende Aufwand schreckt deshalb viele ab. Evtl. kann der Gaspreis individuell ausgehandelt werden oder es sind Sammelbestellungen denkbar.

Gesetzlich haben die Mietverträge eine Erstvertragslaufzeit von 2 Jahren. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Ansonsten verlängert sich der Vertrag um ein Jahr (Landgericht Münster, Az. 10 O 370/91, Oberlandesgericht Hamm, Az. 2 U 49/92). Möchte man vorher raus aus dem Vertrag, können Anwälte und Vereine (z.B. www.energieverbraucher.de) evtl. helfen. Die Rechtschutzversicherung zahlt in der Regel. Denn häufig sind manche Vertragsklauseln ungültig.

Vorteile Flüssiggas:

– Technisch ausgereift (hohe Effizienz).

– Überschaubare Investitionskosten. Ein oberirdischer 2700l Tank kostet etwa 1600€. Ein erdgedeckter 2700l Tank kostet etwa 2000€. Bei einem Miettank ist mit folgenden Kosten zu rechnen: Miete oder einmaliges Nutzungsrecht sowie eine Wartungspauschale. Zählerkunden zahlen zwar keine Miete, dafür aber eine Grundgebühr.

Nachteile Flüssiggas:

– Unsichere Entwicklung des Gaspreises.

– Flüssiggas ist etwas teurer als Erdgas.

– Bei Neubauten muss mit erneuerbaren Energien ergänzt werden.

– Tank muss regelmäßig gewartet werden. Alle 2 Jahre eine äußere Prüfung des Tanks und alle 10 Jahre eine Innen- und Rohrprüfung.

 

Infos und Vergleiche zu Flüssiggas:

www.fluessiggas-verbraucher.de

www.fluessiggas-union.de

 

Vermittler von Flüssiggas (Auswahl):

www.brennstoffboerse.de

www.fluessiggasboerse.de

www.gas-billiger.de

 

Lieferanten von Flüssiggas (Auswahl):

www.fluessiggasonline.de

www.meinfluessiggas.de

www.pfiffiggas.de

 

Wärmepumpe

Wärmepumpen erzeugen Wärme mithilfe von Umweltwärme. Strom oder Gas wird aber trotzdem noch benötigt. Dazu könnten evtl. Photovoltaikmodule verwendet werden. Die Funktionsweise ist ähnlich einem Kühlschrank. Nur eben das nicht Kälte sondern Wärme erzeugt wird. Die Kosten und Energieeffizienz sind bei Wärmepumpen mitunter höchst unterschiedlich. Je nach Wärmepumpe, Wärmequelle und Dämmung der Immobilie.

Wärmepumpen werden am besten mit Fußboden- oder Wandflächenheizung kombiniert. Heizkörper sind selten sinnvoll.

 

Links Wärmepumpen

www.geothermie.de

www.waermepumpe.de

www.zukunft-haus.info

 

Vorteile Wärmepumpen:

– Wärmeerzeugung aus der Umweltwärme

– Relativ wartungsarm. Pflichtintervalle gibt es selten. Kontrollen machen aber 1x Jahr Sinn.

– Kein Schornstein notwendig.

 

Nachteile Wärmepumpen:

– Brauchen Strom (KfW-55 Haus etwa 400-600€/Jahr). 75% Umweltenergie (Luft, Erdreich, Luft) + 25% Antriebsenergie (Strom) = 100% Heizenergie

– Wärmepumpen erreichen etwa Temperaturen im Heizungskreislauf von 55 Grad Celsius. Für Altbauten ist das meist zu wenig. Deshalb ist oft mit Dämmung bzw. Öl- oder Gasheizung zu ergänzen.

 

Installateur finden

– Was hat der Wärmepumpeninstallateur für Referenzen? Hat er mit der entsprechend Technik Erfahrung? Mindestens 3 Vergleichsangebote sollten eingeholt werden. Siehe auch www.waermepumpe.de/fachpartnersuche/ oder die Empfehlung von Wärmepumpenherstellern.

– Wird die Normheizlast nach der DIN EN 12831 berechnet?

– Wird ein Wartungsvertrag mit regelmäßigen Checks angeboten?

 

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Wie effizient eine Wärmepumpe ist, gibt die Jahresarbeitszahl (JAZ) an. Die JAZ beschreibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärmemenge und der eingesetzten Strommenge. Dabei gilt: Je höher die JAZ, desto effizienter die Wärmepumpe.

Einfluss auf die Jahresarbeitszahl hat:

– Wärmequelle (je kälter die Wärmequelle ist, desto mehr Strom wird benötigt).

– Energetische Standard des Hauses.

– Benötigte Vorlauftemperaturen.

– Fußboden- und Wandheizungen sind effizienter als Heizkörper.

– Hohe Raumtemperaturen / Warmwassertemperatur.

– Häufiges, unnötiges lüften.

 

Durchschnittliche JAZ

Neubau Bestandsimmobilie
Erd-Wärmepumpen 3,9 3,3
Wasser-Wärmepumpen 3,6
Luft-Wärmepumpen 2,9-3,3 2,6

 

Luftwärmepumpe

Sie entziehen der Luft Energie und geben sie als Wärme weiter.

 

Was kosten Luftwärmepumpen?

Erschließungskosten etwa 500-1000€. Komplett ca. 10000-12000€.

 

Vorteile Luftwärmepumpen:

– Geringe Anlagenkosten.

– Leichter Aufbau.

– Keine Bohrung notwendig.

 

Nachteile Luftwärmepumpen:

– JAZ im Verhältnis am geringsten.

– Abhängigkeit von der Außentemperatur. Diese ist in der leistungshungrigen Heizperiode oftmals sehr niedrig.

– Macht Lärm (Ventilatoren).

– Über die Jahre die höhere Betriebskosten als andere Wärmepumpen.

 

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Entziehen der Luft Wärme und gibt sie an Warmwasserkreisläufe ab. Kosten etwa 14000-17000€.

 

Luft-Luft-Wärmepumpen

Entziehen der Luft Wärme und gibt an Luft-Heizungssystem / Lüftungsanlage ab.

 

Erdwärmepumpe

Wärme aus dem Erdreich durch Tiefensonde (Bohrung notwendig) oder Oberflächenkollektor.

 

Oberflächenkollektoren (Graben- oder Flächenkollektoren sowie Energiekörbe): Hier wird die Wärme in etwa 1m Tiefe und auf relativ großer Fläche (ca. 1,5-2,5 der Wohnfläche) geerntet. Diese Fläche kann nicht anderweitig genutzt werden (z.B. bepflanzt oder bebaut).

 

Tiefenbohrung: Wärme durch ein Bohrloch aus dem Erdreich. Genehmigungspflichtig und nicht überall möglich. Max. 100m Tiefe. Für die Bohrung ist eine Lkw-Zufahrt notwendig.

Qualifikation des Bohrunternehmens: Hat das Bohrunternehmen ein Zertifikat nach dem Arbeitsblatt W120/1 oder W120/2 der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs (DVGW)? Höhere Qualifikationen sind möglich. Beispielsweise eine Zertifizierung auf der Grundlage der BWPlus-Qualitätskriterien für Baden-Württemberg, die der Bundesverband Wärmepumpe zusammen mit der Firma Zertifizierung Bau entwickelt hat. Oder eine Zulassung als Fachbetrieb nach § 62 Abs. I Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Verbindung mit § 3 (Fachbetrieb) der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“. Kennt das Bohrunternehmen die Region und die Gegebenheiten?

 

Was kostet eine Erdwärmepumpe?

Für die Erdwärmepumpe ist mit Kosten von etwa 7000-13000€ (pro Kilowatt ca. 500-800€) + Kosten der Tiefenbohrung (etwa 50-90€ pro m) zu rechnen. Die Erschließungskosten belaufen sich meist auf 3000-6000€. Komplett ca. 15000-20000€.

 

 

Kosten Erdwärmepumpen, Horizontalabsorber (Quelle: Öko-Test 4/2014):

Neubau: Anlage (10100€) + Schornstein (0€) + Installation (1500€) + Kollektoren (3300€)

Altbau: Anlage (12400€) + Schornstein (0€) + Installation (1500€) + Kollektoren (8400€)

 

Investitions- und Betriebskosten einer Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus (Quelle: www.klima-innovativ.de):

Wärmepumpe und Regelung, Erdkollektor, Verlegung Erdkollektor, Verteiler, Rohrleitungen + Zubehör: 12500€

Fußbodenheizung 150m2 inklusive Heizkreisverteiler: 6600€

Speicher 400l mit Frischwassersystem: 1700€

Montage gesamt: 2000€

Kosten Heizanlage komplett: 22800€

Summe inklusive Mehrwertsteuer: 27132€

Nebenkosten bei Erdkollektoren wie Erbbewegung und Sand: 1200€

Summe Nebenkosten inklusive Mehrwertsteuer: 1428€

Gesamtkosten der Heizanlage ohne Förderungen: 28560€

Betriebskosten

7,5 KW × 1800 h = 13500 kWh; durchschnittliche Jahresarbeitszahl 4,7

Stromverbrauch 13700 : 4,7 = 2872 kWh; Wärmepumpen-Strompreis am Tag (40 %) = 19,59 Cent; Strompreis in der Nacht (60 %) = 15,45 Cent

Energiekosten / Jahr: 225,05€

2872 KW/h × 0,4 × 0,1959 und 2872 KW/h × 0,1545: 266,23€

Zusatzkosten pro Jahr; Grundpreis Wärmepumpentarif: 59€

Jahresbetriebskosten gesamt inklusive Mehrwertsteuer: 550,28€

Kosten einer kWh Wärmeleistung (Heizenergie): 0,041€

 

 

Vorteile Erdwärmepumpen:

– Gute JAZ (effizienter als z.B. Luftwärmepumpe)

– Relativ konstante Temperaturen im Erdreich

– Überschaubare Anlagenkosten, aber höher als bei Luftwärmepumpe

 

Nachteile Erdwärmepumpen:

– Bohr- und Erdarbeiten notwendig

– Großer Platzbedarf

 

Wasserwärmepumpe

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Entziehen dem Wasser Wärme und gibt sie an Warmwasserkreisläufe ab. Sehr effizient (Wasser ist die günstigste und zuverlässigste Energiequelle) aber auch die teuerste Wärmepumpe. Das Ganze ist genehmigungspflichtig. Es müssen zwei Wasserreservoirs gebaut werden (Förder- und Schluckbrunnen).

 

Vorteile Wasserwärmepumpen:

– Gute JAZ (effizienter als z.B. Luftwärmepumpe)

– Überschaubare Anlagenkosten

 

Nachteile Wasserwärmepumpen:

– Umfangreiche Erdarbeiten notwendig

– Großer Platzbedarf

 

Hybrid- und Mischsysteme

 

Solar-Eis-Speicher-Wärmepumpe / Latent-Wärmepumpe / Direktverdampfer-Wärmepumpe

 

Eisspeicher

Eisspeicher sind eine relativ neue Technik bei der die Kristallisationsenergie beim Gefrieren von Wasser zu Eis ausgenutzt wird. Zuerst wird mit Solarkollektoren Wärme gesammelt. Im Eisspeicher (Betontank im Erdreich) wird die Wärme über Wärmetauscherrohren übertragen. Die Wärmepumpe entzieht diesem Wasser die Wärme und heizt so das Haus. Das Wasser gefriert dabei wieder und durch diesen Phasenwechsel wird zusätzliche Kristallisationswärme abgegeben (bringt etwa 10% zusätzliche Energie). Dann beginnt der Kreislauf wieder von vorne. Solareisspeicher versorgen Wärmepumpen ähnlich effektiv wie Erdsonden. Sie sind aber teurer als Wärmepumpen mit Erdwärmesonde. Eisspeicher sind allerdings nur für sehr gut gedämmte Häuser mit Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) geeignet.

 

Was kosten Eisspeicher?

Eisspeicher- bzw. Dachkollektorsysteme liegen bei 30000-35000€. Der Speicher selber ca. 12800€ ohne Wärmepumpe.

 

Förderungen

Die Installation von Wärmepumpen wird von der BAFA gefördert!

www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/waermepumpen/publikationen/index.html

 

Stromtarife für Wärmepumpe

Hat man für die Wärmepumpe eine getrennte Messung, können auch zwei verschiedene Stromtarife bzw. Stromanbieter gewählt werden (Haushaltsstrom und Wärmestrom / Heizstrom). Vorher war man als Nutzer von Nachtstrom oder einer Wärmepumpe an das örtliche Energieunternehmen (Grundversorger) gebunden. In der Zwischenzeit ist es aber so, dass deutschlandweit zwischen mehreren Anbietern von Nachtstromtarifen und Wärmepumpentarifen gewählt werden kann.

 

Angebote Stromtarife für Wärmepumpe (Auswahl):

E wie einfach, www.E-wie-einfach.de

EnBW,  www.enbw.com

Energiehandel Dresden, www.energiehandel-dresden.de

Energiehaus Dresden, www.energiewerk.de

Envitra, www.envitra.de

Eon, www.eon.de

EWS Schönau, www.ews-schoenau.de

Lichtblick, www.lichtblick.de

M4Energy, www.m4energy.de

Neckermann Strom, www.neckermann-strom.de

Städt. Werke Kassel, www.sw-kassel.de

 

Heizen mit Holz

Die älteste Heizungsart hat auch heute noch seine Berechtigung. Als einheimische Energiequelle und nachwachsender Rohstoffe ist Holz bei der Verbrennung CO2-neutral. Ob Holz verbrannt wird oder im Wald verrottet, die CO2-Bilanz ist in etwa gleich (www.tfz.bayern.de).

 

Arten von Holzheizungen

• Zimmerofen, Einzelofen

• Küchenherd

• Offener Kamin (früher) bzw. Heizkamin (heute). Offene Feuerstellen im Haus sind inzwischen verboten.

• Kaminofen

• Kachelofen (auch Grundofen / Speicherofen): Für gut gedämmte Häuser weniger geeignet. Zu träge und zu hohe Leistung. Bei Öl- bzw. Gasheizung kann man etwa 50% Heizkosten sparen. Beim Neubau eher ein Luxus / finanziell nicht lohneswert. Kostet etwa 6500-25000€

• Holz-Zentralheizungskessel, automatische Holzheizungen

 

→ Nicht zu vergessen ist, dass ein Schornstein notwendig ist!

 

Pelletheizung

Was kostet eine Pelletheizung (Pelletkaminofen / Pelletzentralheizung)?

– Freistehende Pelletöfen als (Zusatz-)Heizung (z.B. fürs Wohnzimmer): Etwa 2000-6000€.

– Kombiöfen mit denen nicht nur Pellets, sondern auch Holzscheite genutzt werden können: Etwa 5000-13000€ (ohne Montage und Schornstein).

– Pelletzentralheizkessel-System: Ab etwa 10000€. Mit Warmwasserspeicher etwa 15000-20000€.

 

Pelletheizung (Quelle: Öko-Test 4/2014):

Neubau: Anlage (12300€) + Schornstein (1200€) + Installation (1500€) + Kollektoren (0€)

Altbau: Anlage (12900€) + Schornstein (1200€) + Installation (1600€) + Kollektoren (0€)

 

Investitions- und Betriebskosten einer Holzpelletheizung in einem Einfamilienhaus (Quelle: www.klima-innovativ.de):

Kessel, Brenner, Regelung, Rauchrohr: 12250€

Montage Pellettank: 1250€

Verteiler Keller, Rohrleitungen, Puffer, Zubehör: 1900€

Radiatoren, 5 Stück: 1700€

Fußbodenheizung 80 m2 inklusive Heizkreisverteiler: 3600€

Warmwasserboiler Emaille 150l: 550€

Montage gesamt: 2200€

Kosten Heizanlage ohne Nebenkosten inklusive Mehrwertsteuer: 27905€

Nebenkosten Pelletheizung

Pelletlagerraum und Förderanlage: 3450€

Einzügiger Kamin, Dachleiter und Podest: 2500€

Summe Nebenkosten inklusive Mehrwertsteuer: 7080€

Gesamtkosten der Heizanlage ohne Förderungen: 34985€

Betriebskosten

7,5KW × 1800h = 13500kWh; durchschnittlicher AL-Nutzungsgrad Pellets = 75 %

Heizwert: 4,9 KW/kg Pellets laut Norm

Pelletverbrauch: 13500 : (4,9 × 0,75) = 3.668kg; Pelletpreis 0,25€/kg

Energiekosten/Jahr: Pelletkosten 3668kg/Jahr × 0,25: 917€

Zusatzkosten/Jahr:

Schornsteinfeger: 300€

Strom, Brenner, Pumpen, Steuerung (Haushaltsstrom 21 Cent): 162€

Wartung: 120€

Jahresbetriebskosten gesamt inklusive Mehrwertsteuer: 1499€

Kosten einer kWh Wärmeleistung (Heizenergie): 0,111€

 

 

Was ist der richtige Kessel für eine Pelletheizung?

Für einen Fußboden- oder Wandheizung empfiehlt sich ein Brennwertkessel. Bei klassischen Heizkörpern ein Niedertemperaturkessel.

 

Varianten von Pelletheizungen

– Zentraler Heizkessel (Pelletkessel): Ist im Heizungsraum und versorgt Fußboden- oder Heizkörperheizung (Zentralheizung). Möglich in Ein- als auch für Mehrfamilienhäuser.

– Öfen mit Wärmetauscher: Ist eine Wassertasche vorhanden, verteilt diese die erzeugte Wärme über ein Rohrleitungsnetz in andere Zimmer. Besonders geeignet als Zusatzheizung für Altbauten. Aber auch in Kombination mit einer Solaranlage als Komplettheizung für Niedrigenergie- und Passivhäuser.

– Luftgeführte Pelletöfen: Ähnlich einem klassischen Kaminofen. Geeignet als Zusatzheizung in einzelnen Räumen.

– Kombiöfen: Verbrennung von Pellets und Holzscheiten möglich. Geeignet als Zusatzheizung in einzelnen Räumen oder als Herd in der Küche. Aber auch in Kombination mit einer Solaranlage und Warmwasserspeicher als Komplettheizung.

– Kachelofeneinsätze für Pelletbetrieb: Verbrennung von Pellets und Holzscheiten möglich. Sehr träge aber mit großer Leistung. Kaum für gut gedämmte Häuser geeignet.

 

Vorteile Pelletheizung:

– Geringe Brennstoffkosten / Folgekosten.

– Asche eignet sich als Gartendünger.

– Verbrennung lässt sich fein säuberlich dosieren (im Gegensatz zu Holzscheiten).

 

Nachteile Pelletheizung:

– Pelletlager notwendig (Keller oder Erdtank im Garten).

– Schornstein notwendig.

– Installation ist aufwendig.

– Unsichere Entwicklung des Pelletpreises.

– Aschebehälter muss regelmäßig entleert werden (3-5x pro Heizperiode).

– Entstehung von Staub / Feinstaub / Kohlenmonoxid.

– Belieferung per LKW.

 

Förderungen

Die Installation einer Pelletheizung wird von der BAFA gefördert!

 

Was sind Pellets?

Pellets sind ein Holz oder Sägenebenprodukt. Die Norm EN 14961–2 gilt für Pellets europaweit (bzw. ISO 17225-2). Für private Haushalte gibt es die Kategorien A1 und A2 und für Industriebetriebe die Kategorie B. Im Handel ist fast ausschließlich A1 verfügbar (der höchste Standard bez. Heizwert, Verbrennungsverhalten und Aschegehalt). Noch höhere Anforderungen stellt das deutsche Qualitätssiegel ENplus. Des Weiteren gibt es Pellets die mit einer Pflanzenölschicht versiegelt sind. So soll die Staubentwicklung vermindert werden.

 

Pellets mit „DIN-plus“, „ENplus“ oder „A1“

www.enplus-pellets.de

 

Was kosten Pellets?

Pellets kosten etwa ca. 4-6 Cent/kWH.

 

Wie viele Pellets werden benötigt?

2 Tonnen Pellets entsprechen etwa 1000l Heizöl. Etwa 4-6 Tonnen Pellets werden im Jahr für ein Einfamilienhaus benötigt.

 

Kauftipps Pellets

– Sammelbestellungen sparen Kosten (z.B. zusammen mit dem Nachbarn). Mengenrabatt und geteilte Anfahrtskosten.

– Mit dem Lieferanten gilt es zu klären: Mindestabnahme? Lieferung bis zur Bordsteinkante oder bis zum Lager? Transportkosten inklusive?

– Manche Regionen sind relativ teuer. Außerhalb der Region gibt es vielleicht günstigere Anbieter.

– Auf Preisschwankungen achten. Manche Portale haben einen Wunschpreisalarm. Dabei erhält man automatische E-Mail wenn eine bestimmte Preisgrenze erreicht wurde.

– Wer Heizöl online einkauft, kann die Bestellung 14 Tage lang widerrufen (BGH, Az. VIII ZR 249/14).

 

Portale Pellets:

www.brennholz.com

www.enxa.de

www.heizpellets24.de

www.holzpellets.net

 

Stückholzheizung

Bei Stückholzheizungen muss meist von Hand nachgelegt werden. Häufig lediglich eine Ergänzung zu einer anderen Heizungsart („Bivalenzbetrieb“).

 

Was kostet eine Stückholzheizung?

Scheitholzkessel ca. 4000-6000€, komplette Heizung ca. 10000-14000€.

 

Vorteile Stückholzheizung:

– Günstiger Brennstoff.

– Überschaubare Anlagekosten.

 

Nachteile Stückholzheizung:

– Fortlaufende Arbeit (Holz nachlegen).

– Installation ist aufwendig.

– Hoher Platzbedarf.

 

Hackschnitzelheizung

Ähnlich den Pelletheizungen. Allerdings ist der Heizwert von Hackschnitzeln geringer. Daher wird ein größerer Lagerraum benötigt. Aus diesem Grund sind Hackschnitzelheizungen für Einfamilienhäuser weniger geeignet (eher große Gebäudekomplexe oder Blockheizwerke).

 

Vorteile Hackschnitzelheizung:

– Günstiger Brennstoff.

 

Nachteile Hackschnitzelheizung:

– Hohe Anlagenkosten.

– Fortlaufende Arbeit (Wartung, Asche, …).

– Hoher Platzbedarf.

 

Checkliste für den Kaminofenkauf

– Passt die Heizleistung zu den eigenen Anforderungen? Am besten vom Fachmann beraten lassen.

– Entspricht die Bedienung den eigenen Vorstellungen?

– Erfüllt der Kamin die gesetzlichen Normen (DIN EN 13240, CE)?

– Verarbeitung des Kamins in Ordnung?

– Anschluss des Kaminofens?

– Kaminofen vorher testen! Lässt sich das Flammenbild gut über die Luftzufuhr steuern?

– Komfortable Ascheentsorgung?

– Andere Ausstattungsvarianten möglich (andere Farben, Ummantelungen, …)?

– Service des Händlers (Wartungsarbeiten, Austausch Verschleißteile, …)?

– Nachkaufsicherheit für Ersatzteile?

– Gusseiserne Kaminofentür um Verbrennungen zu vermeiden.

– Hoher Wirkungsgrad (je höher, desto wärmer).

– Koppelung an das Heizsystem möglich (wassergeführter Kaminofen)?

– Besonders bei Neubauten wichtig: Ist das Modell raumluftunabhängig? Verbrennungsluft sollte über Kamin von außen bezogen werden.

– Tragfähigkeit des Fußbodens im Aufstellraum gegeben?

 

www.ofenwelten.de

www.kachelofenwelt.de

 

Heizöl

Was kostet eine Ölheizung?

Ölheizung gibt es ab etwa 5000€ + Brennstofflager. Etwa 6-9 Cent/kWH.

 

Öl-Brennwert-Heizung + Solarbrauchwasser (Quelle: Öko-Test 4/2014)

Neubau: Anlage (5700€) + Schornstein (1300€) + Installation (2000€) + Kollektoren (5400€)

Altbau: Anlage (6400€) + Schornstein (1500€) + Installation (1300€) + Kollektoren (1700€)

 

Wie viel Heizöl braucht eine Familie im Jahr?

Etwa 3000 Liter Heizöl im Jahr für ein Einfamilienhaus.

 

Kessel bei Ölheizungen?

– Alt: Öl-Heizkessel.

– Neu: Brennwertkessel (höhere Nutzungsgrad aber teurer) oder Niedertemperaturkessel.

Für einen Fußboden- oder Wandheizung empfiehlt sich ein Brennwertkessel. Bei klassischen Heizkörpern ein Niedertemperaturkessel.

 

Ölheizungen bei Neubau?

Ölheizungen sind bei Neubauten heute sehr selten.

 

Öl-Brennwertkessel

Wird mit Öl geheizt wird zusätzlich ein Tankraum, Heizöltanks und eine Ölpumpe benötigt.

 

Vorteile Ölheizungen:

– Öl-Brennwertkessel sind relativ effizient (gute Kraftstoffausnutzung).

– Wartungsarm.

– Überschaubare Anlagekosten.

 

Nachteile Ölheizungen:

– Platzbedarf im Haus (Heizung und Öltank).

– Unsichere Entwicklung des Ölpreises.

– Geringe Auswahl für Niedrigenergiehäuser.

– Irgendwann muss der Öltank umweltgerecht entsorgt werden.

– Bei Neubauten muss mit erneuerbaren Energien ergänzt werden.

– Schornsteinfeger muss regelmäßig die Anlage warten.

– Belieferung per LKW.

 

Tipps Heizölkauf

– Sammelbestellungen sparen in der Regel Kosten (z.B. zusammen mit dem Nachbarn). Es gibt Mengenrabatt und die Anfahrtskosten werden geteilt. Vorrausetzung ist meist die gleiche Postleitzahl bzw. ein bestimmter Umkreis. Allerdings sind Sammelbestellung nicht immer für alle Beteiligten die beste Lösung. Gehen die Bestellmengen der einzelnen Mitglieder stark auseinander (sehr große und sehr kleine Bestellmenge), zahlt der Großabnehmer oftmals drauf. Auch sollten sich Sammelbesteller möglicher rechtlichen Konsequenzen bewusst sein. Denn sie haften gesamtschuldnerisch. Sprich: Ist ein Gruppenmitglied nicht zuhause oder zahlt das Heizöl nicht, kann der Heizölhändler die anderen in die Pflicht nehmen.

– In manchen Regionen ist Heizöl relativ teuer. Außerhalb der Region gibt es vielleicht günstigere Anbieter. Hier ist dann allerdings auf die Transportkosten / Anfahrtskosten zu achten.

– Auf Preisschwankungen achten. Manche Portale haben einen Wunschpreisalarm. Dabei erhält man automatisch eine E-Mail wenn eine bestimmte Preisgrenze erreicht wurde.

– Wer Heizöl online / per Telefon / Fax einkauft, kann die Bestellung 14 Tage lang widerrufen (BGH, Az. VIII ZR 249/14). Der Heizölkauf fällt nämlich unter das Fernabsatzgesetz.

 

Heizöllieferanten (Auswahl):

www.avia.de

www.comoil.de

www.heizoel.total.de

 

Vergleichsrechner Heizöl (Auswahl):

www.brennstoffboerse.de

www.enxa.de

www.esyoil.com

www.heizoel24.de

www.oelbestellung.de

 

Heizölvermittler (Auswahl):

www.fastenergy.de

 

 

www.test.de/brennstoffportale

 

Sachverständige zur Tank-Prüfung: www.sicherer-öltank.de

Tipps und Förderungen: www.deutschland-macht-plus.de

 

 

Blockheizkraftwerk (BHKW) / Mikro-Heizkraftwerk / Mikro-KWK-Anlagen

Mikro-Heizkraftwerk produzieren Warmwasser (Heizen und Duschen) und Strom (Eigenverbrauch oder zum Weiterverkauf). Versorgt werden Sie die in der Regel mit Erd- oder Flüssiggas aber auch mit Heizöl, Pflanzenöl, Bio-Gas, Bio-Öl und Holzpellets. Die Kosten liegen bei etwa 15000-24000€ + Wartung. Stromüberschüsse können zwar ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden, aber lohnenswert sind Mikro-Heizkraftwerk vor allem beim Eigenverbrauch und einer Laufzeit von mehr als 3500h/Jahr. Eine wirtschaftliche Nutzung ist dadurch aber leider nicht immer gegeben. Rentabel sind BHKWs oft nur bei Mehrfamilienhäusern ab 6-8 Wohneinheiten oder Bauherrengemeinschaften. Für Einfamilienhäusern lohnen sie sich selten (ab etwa 4000 Betriebsstunden im Jahr oder mehr). Ungeeignet sind sie auch bei einer allzu guten Hausdämmungen.

 

Vorteile Blockheizkraftwerke:

– Hohe Effizienz.

– Zusätzliche Erträge durch Strom.

 

Nachteile Blockheizkraftwerke:

– Hohe Anlagekosten.

– Hohe Wartungskosten.

 

www.bkwk.de

www.bhkw-forum.de

www.stromerzeugende-heizung.de

 

Brennstoffzellen

Brennstoffzellen arbeiten wie BHKWs nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Also die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme. Bei Brennstoffzellen findet allerdings kein Verbrennungsvorgang statt, sondern ein elektrochemischer Vorgang („Kalte Verbrennung“ wenn sich Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft zu Wasser verbindet, entsteht Wärme und auch Strom). Als Antriebsenergien dient Wasserstoff, welcher aus Erdgas, Biogas oder Methanol gewonnen wird. Die Anschaffungskosten liegen bei etwa 30000€. Erreicht die Brennstoffzelle 50% der benötigten Heizleistung, muss nicht mit regenerativen Energien ergänzt werden. Das KfW-Programm 433 unterstützt die Anschaffung einer Brennstoffzelle.

 

Solarthermie

Solarthermie kann eigentlich nie das ganze Haus mit Heizwärme versorgen. Solarthermie ist als unterstützende Heizungsart anzusehen mit der meist etwa 20-30% Heizenergie bzw. 60-80% Energie zur Trinkwassererwärmung  gespart werden kann (Warmwasser-/ Heizungsunterstützung). Siehe auch hier.

 

Was tun beim sommerlichen Überfluss?

– In Erde leiten (wenn man eine Erdwärmepumpe hat)

– Erdtank (eTank). Ähnlich wie oben aber ausgeklügelter.

 

Vorteile Solarthermie:

– Geringe Folgekosten.

– „Kostenlose“ Energiezufuhr.

 

Nachteile Solarthermie:

– Im Winter wird trotzdem eine weitere Heizung benötigt.

– Hohe Anschaffungskosten.

– Hohe Dämmung notwendig.

– Wetterabhängig.

 

Dimensionierung einer Solarthermieanlage

1 Quadratmeter beheizte Fläche braucht etwa 0,04 Quadratmeter Kollektorfläche. → 100m2 Wohnfläche etwa 4m2 Kollektoren, das entspricht dann etwa 15% der benötigten Wärmeenergie. 30-40m2 reicht ungefähr aus, um ein Einfamilienhaus ohne Öl- oder Gaskessel mit Wärmeenergie zu versorgen

 

Bei einer 60%igen Erzeugung von Warmwasser → Pro Person etwa 1-1,5m2 Flachkollektoren oder 0,8-1m2 Vakuumröhrenkollektoren.

 

Trinkwasseraufbereitung → 4 Personen etwa 4-6m2 Kollektorfläche und Solarspeicher 300-400l. Kosten etwa 4000-5000€, Heizölersparnis ca. 250l/Jahr.

 

Bei einer guten Hausdämmung → 1,5m2 pro Person und etwa 100l Pufferspeichervolumen.

 

Gut gedämmtes Haus: Etwa 30% Heizbedarf mit Solarwärme

Bestandshaus: Etwa 10-15% Heizbedarf mit Solarwärme

 

Anlagengröße einer Solarthermieanlage (grob) berechnen

– 0,8-1,1m2 Flachkollektoren pro 10 m2 beheizte Wohnfläche oder

– 0,5-0,8m2 Vakuumröhrenkollektoren pro 10 m2 beheizte Wohnfläche

 

Größe des Speichervolumens:

– Mindestens 50l pro m2 Kollektorfläche oder

– 100-200 Liter pro kW Heizlast.

 

Anlagen mit saisonaler Speicherung – Größe der Kollektorfläche:

– 1,5-3m2 Flachkollektoren pro 10m2 beheizte Wohnfläche oder

– 1-2m2 Vakuumröhrenkollektoren pro 10m2 beheizte Wohnfläche.

Faustregel für die Größe des Speichervolumens:

– 250-1000 Liter pro m2 Kollektorfläche.

Ca. 25m2 für 1KW

 

Solarberechnungen: www.valentin.de

 

Strom

Heizen mit Strom ist die teuerste Heizungsart (z.B. mit elektrischen Heizgeräten). Auch der Umwelt zuliebe sollte sie vermieden werden.

 

Heizflächen

Heizwärme kann auf zwei unterschiedliche Weisen übertragen werden.

 

Heizkörper

Heizkörper sind in der Anschaffung am günstigsten. Allerdings nicht bezüglich der Folgekosten. Sie brauchen etwa 65 Grad heißes Wasser.

 

Arten von Heizkörpern:

– Radiatoren (aus Gusseisen, Stahl und Alu-Gussheizkörper)

– Rohrheizkörper

– Flächenheizkörper

– Heizwände

– Fußleistenheizkörper

– Glasheizkörper

– Konvektoren (keine Strahlung sondern mit Konvektion (Luftströmung))

 

Heizkörperthermostate – Was für Thermostate gibt es?

– Der klassische Thermostat (Drehregler): Gut geeignet für Menschen die viel zu Hause sind und selbst nachregeln können. Kosten etwa 20€.

– Programmierbarer Thermostat: Verschiedene Modi programmierbar (Nacht, Vormittag, …). Kosten ab etwa 30€.

– Programmierbarer Thermostat mit Fernzugriff: Sind per App steuerbar. Kosten ab etwa 50€.

 

 

Flächenheizung

Flächenheizungen („elektrisch“ und „wasserführend“) sind Wand- oder Fußbodenheizungen bei denen Strahlungswärme entsteht (manchmal auch Deckenflächenheizungen). Sie benötigen eine geringere Vorlauftemperatur (33-40 Grad anstatt 55 Grad und mehr bei Heizkörpern) sind aber auch träger bei Temperaturumstellungen als Heizkörper. Im Gegensatz zu Heizkörpern werden bei Flächenheizungen weder die Raumluft noch Staub und Mikroorganismen umgewälzt. Auch das Raumklima ist ausgeglichener.

 

Vorteile von Flächenheizungen:

+ Nicht zu sehen und benötigen keinen zusätzlichen Platz.

+ Angenehme Wärmeabgabe.

+ Nahezu wartungsfrei.

+ Wirbeln keinen Staub auf.

+ Gut geeignet bei erneuerbaren Energien.

 

Nachteile von Flächenheizungen:

– Trägheit.

– Aufwendige Montage.

 

Fußbodenheizung (FBH)

Prinzipiell ist jeder Bodenbelag für eine Fußbodenheizung geeignet, solange ein bestimmter Wärmedurchlasswiderstand [0,15 W/(m2K)] nicht überschritten wird.

– Gut geeignete Bodenbeläge: Beton-Estriche, Fliesen, Natursteinböden.

– Mittelmäßig geeignete Bodenbeläge: Kunststoffbeläge, Laminat (ohne Trittschalldämmung), dünnes Holzparkett, Linoleum.

– Grenzwertige Bodenbeläge: Teppichböden, dicke Parkettschichten.

 

Verlegungsarten Fußbodenheizung (preislich ähnlich)

– Nassystem: Einbringung im „nassen“ Estrich. Gleichmäßigere Wärmeverteilung. Austausch relativ aufwendig da die Heizungsrohre direkt im Estrich verlegt werden (dauert etwa 17-28 Tage). Relativ schwer und träge in der Wärmeabgabe.

– Trockensystem: Leichte und schnelle Verlegung, da Heizschlangen unterhalb des Bodenbelags verlegt werden. Allerdings auch anfälliger für Beschädigungen. Anwendung besonders im Altbau. Wärmeübertragung nicht allzu gut.

 

Wandheizung

Vorteile Wandheizung:

– Raumluft kann für das gleiche Wärmeempfinden 2-3 Grad geringer sein. Das spart Heizenergie.

 

Nachteile Wandheizung:

– Bei einer Wandheizung sollten keine Nägel in die Wand geschlagen werden.

 

Arten von Wandheizungen

– Sockelheizleisten

– Trockenbausystem

– Nasssysteme

– Ziegelwandheizung

 

 

→ Empfehlung Kombination Fuß-/ Wandheizung: 2/3 Fußbodenheizung und 1/3 Wandheizung.

 

Infrarot-Heizsysteme (Elektroheizung)

Vorteile:

– Einfache Installation

– Flexibilität in der Montage

– Wartungsfreiheit

– Geringe Anschaffungskosten

 

Nachteil:

– Stromheizung (teuer)

 

Durchlauferhitzer

Neben der zentralen Warmwasserbevorratung können auch dezentrale Lösungen eine sinnvolle Alternative sein. Bei einer zentralen Lösung wird das Wasser in einem großen Speicher auf etwa 65 Grad erwärmt und dann an die entsprechenden Entnahmestellen weitergeleitet. So wird mehr Wasser erhitzt als meist benötigt wird. Außerdem führen langen Leitungswegen zu Wärmeverlusten. Dezentrale Lösungen nutzen Durchlauferhitzer für den verbrauchsnahen Einsatz (Einsparungen von 10-20% möglich). Das macht vor allem Sinn wenn kein Gasanschluss (Gastherme) vorhanden ist. Das Wasser wird dabei direkt bei Durchströmen des Durchlauferhitzers erhitzt (z.B. Wand-Durchlauferhitzer im Bad, Kompakt-Geräte in Küchen, Klein-Durchlauferhitzer unter Waschbecken). Nach dem Schließen der der Armaturen schaltet das Gerät auch wieder aus. Es wird also nur das Wasser erwärmt, welches auch benötigt wird. Bei größeren Wassermengen sind moderne Warmwasserboiler wirtschaftlicher (30-50l).

 

Arten von Durchlauferhitzern

– Hydraulische Durchlauferhitzer: Beim Überschreiten eines erforderlichen Wasserfließdrucks schalten hydraulische Durchlauferhitzer die volle Heizleistung ein. Dabei kommt es dann auch zu Wasserdruckschwankungen („Wechselduschen“).

– Elektronische / vollelektronische Durchlauferhitzer: Die Heizleistung wird ständig in Abhängigkeit von Sollwert, Durchflussmenge und Zulauftemperatur geregelt. Damit werden Druckschwankungen im Wassernetz und wechselnde Einlauftemperaturen ausgeglichen. Die Auslauftemperatur bleibt dabei relativ konstant. Günstiger und umweltfreundlicher sind gasbefeuerte Geräte oder Solarwärme.

– Elektronische Kleindurchlauferhitzer: Eignen sich besonders für Waschbecken (Gäste-WC, Gastronomie- und Verwaltungsgebäuden, …. Bei weit entfernten Zapfstellen). Können mit geringem Aufwand installiert werden, sind kompakt und energiesparend.

 

Installation der Heizung

Vorbereitung

– Gibt es bei dem Heizraum irgendwelche Auflagen (z.B. Zuluft, Beschaffenheit, …).

– Steht der Heizkessel auf einer schallgedämmten Unterlage? Wie kann eine Schallübertragung während des Betriebs sonst noch vermieden werden?

 

Montage

– Leitungen und Ventile beschriften lassen

– Passen alle Befestigungsteile und sind mit Schalldämmeinlagen versehen?

– Heizkörper: Entspricht der Abstand zu Wand und Boden den Herstellerangaben?

– Fußbodenheizung: Können die Räume einzeln geregelt werden bzw. in größeren Räumen eine zusätzliche Unterteilung?

– Warmwasserleitungen und Heizleitungen dämmen.

 

Fertigstellung

– Entsprechen die Heizungsteile der Vorgaben / Leistungsbeschreibung?

– Vor Rechnungszahlung sollte die Anlage durch einen Schornsteinfeger abgenommen werden.

 

Heizungswartung

Heizkörper

Wird ein Heizköper nie richtig warm oder gibt Gluckergeräusche von sich? Dann muss er mal wieder entlüftet werden. Benötigt wird dazu ein kleiner Schlüssel den es in jedem Baumarkt gibt.

 

Heizanlage

Passt der Solldruck der Heizanlage?

 

Muss öfters Wasser nachgefüllt wird? Dann sollte zuerst der Druck kontrolliert werden. Wenn er zu gering ist, müssen alle Rohrleitungen und Heizkörper auf Lecks geprüft werden. Das wird dann am besten von einem Profi übernommen.

 

„Brennwert-Check“ von der Verbraucherzentrale.

 

Austausch der alte Heizung

Soll die alte Heizung durch eine neue Heizung ausgetauscht werden, sind oftmals Zuschüsse möglich. Die EnEV 2014 fordert den Heizungstausch sowieso bei älteren Anlagen (älter 30 Jahre). Dies gilt nicht bei selbst bewohnten Ein- oder Zweifamilienhäusern (bewohnt seit 01.02.2002). Allerdings bei Verkauf oder Vermietung!

 

BAFA

Die BAFA vergibt Zuschüsse für erneuerbare Energien wie Solarthermieanlagen, Wärmepumpen (Geothermie / Luftgebunden) und Holzheizungen (Scheitholz / Hackschnitzel / Pellet). BAFA-Förderung können auch mit einem KfW-Kredit kombiniert werden (beispielsweise KfW-Ergänzungskredit (# 167)).

 

KfW

Mit Hilfe der KfW können nicht nur Heizungen mit erneuerbaren Energien finanziert werden, sondern auch Gas-Brennwertheizung und Öl-Brennwertheizung. Möglich ist ein Zuschuss von bis zu 15% auf die Anschaffungskosten (Wenn finanziert aus der eigenen Tasche. Antrag direkt bei der KfW.) oder ein zinsgünstiger Kredit mit einem Tilgungszuschuss (Antrag über Bank oder Bausparkasse). Ist die Heizung schon älter als 30 Jahre, muss sie sowieso getauscht werden. Die Förderung fällt hier dann auch geringer aus.

 

Die Inanspruchnahme der KfW- oder BAFA Förderungen führt allerdings zum Verlust von Steuervorteilen. Der Handwerkerlohn kann dann nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden (20% auf die Lohn-, Fahrt- oder Maschinenkosten, max. 1200€).

 

Ablauf Heizungstausch

1. Sich von einem Energieberater beraten lassen. Eine solche Beratung fördert die BAFA ebenfalls (max. 800€).

2. Heizung auswählen.

3. Basiert die Heizung auf erneuerbaren Energien Anträge bei der BAFA stellen.

4. Anträge bei der KfW stellen. Hier sind auch Öl- und Gasheizungen möglich.

 

Optimale Raumtemperatur in der Wohnung

Richtwerte für die ideale Zimmertemperatur (Kompromiss zwischen Energiesparen und Wohlfühlen)

Wohnraum: 20-22 Grad

Küche: 18-20 Grad

Bad: 22-24 Grad

Toilette: 16 Grad

Schlafzimmer: 16-18 Grad

Kinderzimmer: 22-23 Grad

Treppenhaus / Vorraum: 15-18 Grad

Kellerräume (um vor Frostschäden zu schützen): Frostsymbol auf dem Thermostat genügt

 

20 Grad entsprechen bei Thermostatventilen etwa der Stufe 3.

 

In der Nacht die Raumtemperaturen um etwa 5 Grad reduzieren.

 

→ Ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6-7% Heizkosten!

 

Zimmertemperatur bei längerer Abwesenheit:

Wird bei einer Abwesenheit die Heizung komplett abgeschaltet, ist der Energieaufwand wieder die Mindesttemperatur zu erreichen höher als die Einsparung. Eine pauschale Aussage kann zwar nicht getroffen werden (Abhängig auch von der Beschaffenheit von Wand und Fenstern sowie der Dämmung), aber das Umweltamt empfiehlt folgendes:

1-2 Tage: Durchschnittstemperatur auf 15-16 Grad einstellen

2 Tage: Durchschnittstemperatur auf 12 Grad einstellen

 

Luftfeuchtigkeit in Räumen

Als optimale Luftfeuchtigkeit werden 55% angesehen. Bei einer Luftfeuchtigkeit ab 70% wird etwa 1/3 mehr Heizenergie benötigt um 22 Grad zu halten.

 

Richtig heizen – Heizkosten sparen

Richtig lüften

Etwa 10min. Stoßlüften. Dabei wird das Fenster ganz geöffnet (Durchzug). Fenster sollten nicht gekippt werden (Dauerlüften). Das ist um einiges energieeffizienter. Je kälter die Außentemperatur ist, desto kürzer sollte gelüftet werden. Dafür aber den Lüftungszyklus öfters wiederholen.

 

Heizkörper

Heizkörper nicht zustellen sondern frei zugänglich lassen. Keine Möbel oder Vorhänge. Das behindert die Luftzirkulation, was die Außenwand unnötigerweise erwärmt.

 

Warmwasser

Geräte die Warmwasser benötigen (Spül- und Waschmaschinen) direkt an eine Warmwasserleitung anschließen.

 

Raumtemperatur

Bei längerer Abwesenheit die Temperatur runterdrehen. Die Heizung ganz abzudrehen empfiehlt sich nicht. Im Winter könnten die Leitungen einfrieren oder Schimmel entstehen.

 

Fenster

Rollläden, Jalousien und Vorhänge haben einen sehr gute lsolierwirkung. Deshalb Nachts immer zuziehen.

 

Heizungssteuerungen

Intelligente Heizungssteuerungen sparen aufs Jahr gerechnet etwa 14-26% Heizkosten (Quelle Fraunhofer-Institut).

 

Heizung einstellen

Ist die Heizung richtig eingestellt („hydraulischer Abgleich“)? Lohnt sich eine neue sparsame Heizungspumpe bzw. andere Bauteile?

 

Luftzirkulation

Damit die Luft zirkulieren kann, sollten Möbel nie direkt an die Wand gestellt werden.

 

Heizungswartung

Heizungsanlage regelmäßig entlüften / warten.

 

Heizungspumpen

Ältere Heizungspumpen arbeiten den ganzen Tag mit konstanter Leistung und verbrauchen entsprechend viel Strom. Moderne Hocheffizienzpumpe amortisieren sich nach etwa 3-4 Jahren.

 

Link: www.test.de/heiztipps

 

Wärme-Contracting

Es besteht heutzutage die Möglichkeit, Heizungen per Contracting zu mieten. Der sogenannte Contractor finanziert die Heizanlage, und der Hauseigentümer bzw. Eigentümergemeinschaft bezahlt regelmäßig einen Betrag für die Nutzung. Während der Vertragslaufzeit ist der Contractor für den ordnungsgemäßen Betrieb und für die Wartung verantwortlich. Wärme-Contracting kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn eine neue Heizungsanlage benötigt wird, aber zu wenig Kapital (Instandhaltungsrücklage oder Sonderumlagen) für die Investition vorhanden ist.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

Dämmen des Eigenheims – Keller / Dach / Fassaden dämmen, Fenster erneuern und verschiedene Dämmmaterialien

Mit welchen Kosten ist bei Immobilien zu rechnen?

Betriebskosten – Was sind Betriebskosten? Welche sind zu zahlen? Einspruch gegen die Betriebskostenabrechnung?