01-09_Energieausweis

 
 
Energieausweis

 

Was ist der Energieausweis?

Mit dem Energieausweis wird ein Gebäude in Energieeffizienzklassen bewertet und dient so zur groben Orientierung des energetischen Zustands.

 

www.zukunft-haus.info

www.vz-nrw.de/energieausweis

 

Was für Energieeffizienzklassen gibt es?

Es gibt 9 Energieeffizienzklassen:

Energieeffizienzklasse Endenergiebedarf (kWh/m2/Jahr)
A+ < 30 (z.B. Effizienzhaus 40)
A < 50 (z.B. Neubau Mehrfamilienhaus (MFH))
B < 75 (z.B. Neubau Einfamilienhaus (EFH))
C < 100 (z.B. Einfamilienhaus gut modernisiert)
D < 130
E < 160 (Durchschnitt)
F < 200 (z.B. Mehrfamilienhaus unsaniert)
G < 250 (z.B. Einfamilienhaus unsaniert)
H > 250

 

Wer braucht den Energieausweis?

Alle Vermieter bzw. Verkäufer von Immobilien brauchen einen Energieausweis. Denn jeder Mieter / Käufer hat ein Recht darauf.

 

Wie lange ist der Energieausweis gültig?

Die Gültigkeitsdauer beträgt 10 Jahre. Nach einer größeren Modernisierung oder Umbau ist allerdings schon vorher ein neuer Energieausweis notwendig.

 

Dürfen die Kosten für den Energieausweis auf die Mieter umgelegt werden?

Nein, die Kosten dürfen nicht den Mietern auferlegt werden.

 

Welche Arten des Energieausweises gibt es?

Vom Energieausweis gibt es zwei Varianten. Dabei wird häufig die schwierige Vergleichbarkeit kritisiert. Die zwei Varianten dürfen meist selbst ausgesucht werden.

 

Vergleichsausweis / Verbrauchsausweis

Der Vergleichsausweis basiert auf dem Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre. Durch unterschiedliche Heizgewohnheiten von Bewohnern oder wenn beispielsweise im Winter längere Zeit Urlaub gemacht wurde, sind die Ergebnis oftmals verzerrt. Ebenso spielt es keine Rolle ob die Immobilie von einer Person oder von 5 Personen bewohnt wird. Aber aufgrund des Preises von etwa 25-100€ ist der Vergleichsausweis die bevorzugt Variante.

 

Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis ist um einiges aussagekräftiger als der Vergleichsausweis, da der energetische Zustand (Gebäudeeigenschaften) von einem Fachmann berechnet wird. Das macht ihn aber auch teurer (einige hundert Euro). Pflicht ist er für Häuser mit bis zu vier Wohneinheiten und wenn der Bauantrag vor dem 1. November 1977 erstellt wurde und der damaligen Wärmeschutzverordnung nicht entsprach. Sinnvoll ist er vor allem vor energetischen Sanierungen. Er wird unter Umständen von der Bafa (Bundesamt für Wirtschaft) mit bis zu 60% finanziell unterstützt.

 

 

→ Einen Nachteil haben beide Ausweise: Sie gelten immer nur für das gesamte Gebäude. Ein Rückschluss auf die Heizkosten für die einzelnen Wohnungen ist deshalb aus den Angaben nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.

 

Wer stellt den Energieausweis für Wohngebäude aus?

Dazu berechtigt sind:

– Hochschulabsolventen in den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Bauphysik, Elektrotechnik, Gebäudetechnik, Hochbau, Innenarchitektur oder Maschinenbau.

 

– Handwerksmeister, die wesentliche im Bereich Bauhandwerk, Heizungsbau, Installation oder Schornsteinfegerwesen tätig sind bzw. Handwerker, die berechtigt sind, ein solches Handwerk ohne Meistertitel selbstständig auszuüben.

 

– Staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker in den Bereichen Hochbau, Bauingenieurwesen oder Gebäudetechnik.

 

– Energieversorgungsunternehmen.

 

– Min. eine der folgende Voraussetzungen gegeben sind:

• Während des Studiums einen Ausbildungsschwerpunkt im Bereich des energiesparenden Bauens.

• Nach dem Studium eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in wesentlichen bau- und anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus.

• Fortbildung im Bereich des energiesparenden Bauens, die festgelegten Anforderungen entspricht.

• Nicht auf bestimmte Gewerke beschränkte Bauvorlageberechtigung.

 

Ist der Energieausweis bei Mietannoncen oder Verkaufsinseraten Pflicht?

Ja, der Energieausweis ist bei Immobilienanzeigen Pflicht. Anzeigen (Verkauf, Vermietung) zu Immobilien müssen Angaben aus dem Energieausweis enthalten. Das gilt auch für Immobilienmakler (Az. 4 U 137/15 und Az. 4 U 8/16). Theoretisch kann ein Bußgeld auferlegt werden wenn er fehlen sollte. Ausgenommen sind kleine Gebäude und Baudenkmäler.

 

Welche Angaben müssen in Immobilienanzeigen stehen?

– Art des Energieausweises (Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis).

– Baujahr.

– Energieträger (z.B. Gas, Öl, Holzpellets).

– Energieverbrauch / Endenergiebedarf.

– Effizienzklasse (bei ab 1. Mai 2014 ausgestellten Ausweisen).

 

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