02-24_Einbruchschutz

 
 
Einbruchschutz

Schutz vor Einbrüchen – Das Eigenheim sicher machen, Versicherung und finanzielle Unterstützung.

 

Übersicht Einbrüche

Wie viele Einbrüche gibt es?

Im Jahr 2014 wurde in weniger als 0,4% der 41 Millionen deutschen Haushalte eingebrochen.

 

Was macht ein Haus attraktiv für Einbrecher?

– Sichtschutz von außen. Beispielsweise durch starke / dichte Bepflanzung.

– Ein- und Aufstiegshilfen am Gebäude. Beispielsweise Carport, Geräteschuppen oder Mülltonne.

– Nicht abgeschlossene Türen.

– Hausschlüssel die draußen versteckt sind. Beispielsweise unter der Fußmatte oder im Blumentopf.

– Gekippte Fenster.

– Am Tag geschlossene Rollläden ohne Hochschiebesicherung.

 

Wie können Einbrüche vermieden werden?

Etwa 40% der Einbrüche scheitern aufgrund von aufmerksamen Nachbarn oder mechanischer Sicherheitsmaßnahmen. Wenn Einbrecher es nicht zeitnah schaffen, geben viele Einbrecher nach wenigen Minuten wieder auf.

 

Statistik der bayrischen Polizei:

Von 1277 gescheiterten Einbrüchen sind 1011 auf widerstandsfähige Türen und Fenster zurückzuführen. In 266 Fällen wurde der Einbruch durch Alarmanlagen verhindert. Weitere 247 Einbrüche wurden durch aufmerksame Nachbarn oder Zeugen verhindert.

 

Wo wird eingebrochen?

Häufigkeit von Einbrüchen in Einfamilienhäuser:

Prozent Einstiegsorte bei Einbrüchen Gegenmaßnahmen
40,7% Balkon- und Terrassentür • Beschläge mit Pilzkopfzapfen

• Stangenschloss

• Abschließbarer Griff

40,4% Fenster • Beschläge mit Pilzkopfzapfen

• Stabile Rollläden (mit Hochschiebesicherung)

• Vergitterung der Fenster

• Nachrüstsicherungen an Scharnierseiten

10,2% Eingangstür • Querriegelschloss

• Türsprechanlage

• Türspion

• Gute Außenbeleuchtung

4,5% Kellerfenster • Aufschraubbare Zusatzschlösser

• Abschließbare Fenstergriffe

• Einbruchhemmende Gitter

2,7% Kellertür • Massive Schubriegel

• Vorlegestangen

0,9% Dachfenster • Zusatzschloss für Dachfenster

 

Häufigkeit von Einbrüchen in Mehrfamilienhäuser:

47% durch Wohnungsabschlusstüren

32% durch Terrassentüren

21% durch Fenster

 

Genauere Infos auf www.spiegel.de/panorama/justiz/einbrecher-wo-die-meisten-einbrueche-stattfinden-a-1092820.html

 

Was tun nach einem Einbruch?

1. Polizei verständigen.

2. Dokumentieren was gestohlen wurde. Diese Stehlgutliste sollte enthalten: Bezeichnung sowie Marke der gestohlenen Gegenstände, Kaufdatum, Belege (Quittungen, Zertifikate, Garantiescheine oder Fotos) und der Neuwert.

3. Sperren von EC- und Kreditkarten, Sparbücher, ….

4. Versicherung informieren (Hausratversicherung).

 

Wie hoch ist der durchschnittliche Sachschaden pro Einbruch?

Der liegt bei etwa 3000€. Laut Einbruch-Report 2015 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft bei 3250€ im Jahr 2015.

 

Wie viele Einbrüche werden aufgeklärt?

Etwa jeder 7. Einbruch (15,9%) wird von der Polizei aufgeklärt.

 

Einbruchsschutz

Eine Einbruchsberatung seitens der Polizei ist meist kostenlos (www.polizei-beratung.de).

 

Links Einbruchsschutz

www.nicht-bei-mir.de

www.k-einbruch.de

www.vds-home.de

www.bhe.de

 

www.test.de/einbruchschutz

 

Widerstandklassen von Bauteilen

Für neue Türen, Fenster und Rollläden empfiehlt sich min. Widerstandsklasse 2 oder sogar 3. Widerstandsklassen (WK) werden nach DIN 1627 von 1-6 (je höher desto stärker) genormt.

Widerstandklasse Widerstandzeit
RC 1 N
RC 2 N 3 Minuten
RC 2 (alt WK 2, EF 0 / EF 1 / ET 1) 3 Minuten
RC 3 (alt WK 3, EF 2, ET 2) 5 Minuten
RC 4 (alt WK 4, EF 3, ET 3) 10 Minuten
RC 5 (alt WK 5) 15 Minuten
RC 6 (alt WK 6) 20 Minuten

http://de.wikipedia.org/

Die Polizei empfiehlt Modelle ab der Widerstandsklasse RC 2 (www.polizei.bayern.de/schuetzenvorbeugen/beratung/technik/index.html/449)

 

Prüfsiegel Einbruchsschutz:

• DIN

• EMA – VdS

• ift

• MPA

• PIV CERT

 

Fenster sichern

Wie können Fenster abgesichert werden?

– Bei Abwesenheit Fenster nicht gekippt lassen. Gekippte Fenster sind offene Fenster.

– Fenstergriff-Schloss.

– Abschließbare / automatische Rahmensicherung.

– Teleskopstange / Stangenschloss.

– Zusatzschloss fürs Dachfenster.

– Evtl. Gitter anbringen (z.B. Kellerfenster).

 

Rollläden sichern

Rollläden sollten nicht von außen hochgeschoben werden können. Wenn doch einen Hochschiebeschutz anbringen.

 

Türen sichern

Der Haustür wird oftmals besondere Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl relativ selten über die Haustür eingebrochen wird. Die Nebentüren – wie Keller- oder Terrassentüren – sollten aber keinesfalls vergessen werden! Denn sie sind meistens die Schwachstelle eines Hauses.

 

Wie Türen absichern?

– Aufbohrsichere Schließzylinder oder innen montierte Zusatzschlösser.

– Türkette.

– Zusatzschloss mit Sperrbügel.

– Panzerriegel / Querriegelschloss / Stangenschloss / Kastenzusatzschloss für die Vordertür.

– Teleskopstange / Stangenschloss für Nebentüren.

 

→ Die beste Sicherheitstür nützt allerdings wenig, wenn nicht abgeschlossen wird!

 

Alarmanlagen

Alarmanlagen bieten nur einen eingeschränkten Schutz und können auch Fehlalarm verursachen. Die Alarmanlage ist idealerweise mit einer Wachschutzfirmen verbunden. Billige Alarmanlagen (300-500€) bieten zu wenig Schutz.

 

Sonstiges

– Schlüssel nicht draußen verstecken. Bei Verlust eines Hausschlüssels das Schloss auswechseln.

 

– Gute Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder.

 

– Einstiegshilfen wie Mülltonnen, Gartenmöbel oder Leitern sichern. Beispielsweise an Leiter in der Garage Fahrradschloss anbringen.

 

– Fenster und Terrassentüren bei Abwesenheit schließen (nicht kippen).

 

– Videokameras haben in der Regel eine abschreckende Wirkung. Genauso wie ein Schild „Warnung vor dem Hund“. Bei einer privaten Videoüberwachung muss allerdings einiges beachtet werden:

Es darf nur das eigene Grundstück gefilmt werden. Kritisch ist schon das filmen von mit dem Nachbarn gemeinsam genutzte Zugangswege oder Einfahrten. Auf schwenkbare Kameras ist deshalb besser zu verzichten. Bei unrechtmäßigen filmen, können die Gefilmten Unterlassung und Schadenersatz verlangen (informationelle Selbstbestimmung). Von staatlicher Seite sind auch Bußgelder und Forderungen zur Demontage denkbar. Außerdem sollten Besucher immer auf die Überwachung aufmerksam gemacht werden (z.B. mit einem Schild). Wird nur das eigene Grundstück gefilmt, gibt es keine rechtlichen Vorgaben wie lange die Aufnahmen gespeichert werden dürfen. Wurde tatsächlich ein Einbrecher gefilmt, darf auf keinen Fall das Video ins Internet gestellt werden! Private Fahndungsaufrufe sind verboten. Außerdem sind die allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Täters zu beachten.

 

– Attrappen von Videokameras oder Außensirene verscheuchen Einbrecher unter Umständen schon im Vorfeld.

 

Bei Abwesenheit

– Nachbarn sollten Bescheid wissen.

 

– Die Abwesenheit nicht über den Anrufbeantworter,  Antwortfunktionen eines Mail-Accounts oder in sozialen Netzwerken (z.B. Facebook) bekanntmachen.

 

– Volle Postkästen leeren lassen.

 

– Zeitschaltuhren für Rollläden, Beleuchtung, Radio und Gartenbewässerung vermittelten einen bewohnten Eindruck. Fernsehsimulatoren simulieren mit energiesparenden LEDs den Eindruck, dass jemand gerade fernsieht. Siehe auch Smart Home.

 

Versicherung

Gekippte Balkontüren oder Fernster gelten während einer Abwesenheit als fahrlässig. Versicherungen kürzen dann die Leistungen.

 

Wertvolle Gegenständige sollten vorher (am besten mit Bild) dokumentiert werden. Das wird sowohl von der Versicherung als auch von der Polizei bei sichergestelltem Diebesgut gedankt.

 

Siehe auch Versicherungen.

 

Finanzielle Unterstützung

– Die KfW-Bank (Nr. 455) fördert den Einbau von einbruchshemmenden Bauteilen. Beispielsweise

• Haus- und Wohnungseingangstüren.

• Türzusatzschlösser / Türsicherungen.

• Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe.

• Gitter und Rollläden.

• Türspione, Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder, Beleuchtung, Not- und Rufsysteme.

• Kamerasysteme, Panikschalter, Personenerkennung.

• Zwei- und Dreifachverglasung

• Querriegelschloss und Bandsicherung.

Bis zu 1500€ an Zuschüssen sind möglich. Es werden 10% der Handwerker- und Materialkosten bezuschusst. Die Investitionskosten müssen allerdings min. 2000€ betragen. Der entsprechende Antrag muss vor Beginn den Arbeiten bei der KfW eingehen. www.kfw.de/einbruchschutz

Wer plant mehr als 15000€ auszugeben, kann auch verschiedene Zuschüsse miteinander kombinieren. Beispielsweise für Einbruchschutz, Barrierefreiheit und energieeffiziente Sanierung.

 

– Handwerkerrechnungen können von der Steuer abgesetzt werden. Allerdings nur wenn keine KfW-Zuschüsse fließen. Es ist möglich 20% der Arbeits- und Fahrtkosten bei der Steuererklärung geltend zu machen. Evtl. kann es sich bei hohen Handwerkerkosten eher rentieren die Steuerermäßigung zu nutzen, als der KfW-Zuschuss.

 

– Auch manche Länder und Kommunen fördern den Einbruchschutz. www.k-einbruch.de/foerderung

 

 

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