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Eigenleistungen

 

Eigenleistung am Bau

Viele Bauherren trauen es sich ohne Weiteres zu selber beim Hausbau mitanzupacken. Das hat auch einige Vorteile. Trotzdem gibt es auch einiges zu beachten.

 

Eigenleistung planen

Geplante Eigenleistungen sollten im Vorfeld mit Architekt, Bauunternehmer oder Bauträger abgesprochen werden. Die Eigenleistungen sollten auch Teil des Vertrag sein. Die gewährten Gutschriften sind meist weniger wert als die Eigenleistung. Detaillierte Ausbauanleitung inklusive Baustoffe, Materialien und Arbeitsgänge sollte vorhanden sein.

Sachverständige kontrollieren nicht nur den Baufortschritt und die Arbeit der Handwerker. Sie können auch wertvolle Hinweise im Bereich Eigenleistung geben.

 

Eigenleistung als Eigenkapital berechnen?

Bei der Bank kann versucht werden die „Muskelhypothek“ als Ersatz für fehlendes Eigenkapital anzupreisen. So sind vielleicht günstigere Zinskonditionen möglich. Wichtig dabei ist meist die Bestätigung durch einen Fachmann wie Architekt oder Bauunternehmer.

 

Lohnt sich Eigenleistung?

Zu beachten ist das Verhältnis von Lohn- und Materialkosten und auch der Zeit. Vor allem bei Arbeiten mit hohem Lohnanteil lohnt es sich selber Hand anzulegen. Beim Materialeinkauf sieht es hingegen meist anders aus. Bauherren die im Baumarkt einkaufen können selten mit den Handwerkerfirmen und deren Rabatten beim Fachhandel mithalten.

Die meisten Bauherren sparen nicht mehr als 10000-15000€. Höchstens 20000-25000€ mit ca. 850 Arbeitsstunden. Selbst versierte Heimwerker sollten nicht mehr als 10% der Baukosten für Eigenleistungen veranschlagen.

 

Tipp fürs Baumaterial: Suche im Internet wie eBay Kleinanzeigen, www.quoka.de, …. Auch könnte es vielleicht bei den Handwerkern erworben werden.

 

Mögliche Kosten bei Eigenleistungen?

– Materialkosten?

– Wird (teures) Spezialwerkzeug benötigt?

– Müssen die Bauhelfer versichert werden?

 

Risiken der Muskelhypothek

– Der Bau verzögert sich. Mit erheblichen Mehrkosten ist dann zu rechnen! Laien sind max. 2/3 so schnell wie ein geübter Handwerker. Eher ist mit 1/4 bis 1/2 zu rechnen.

– Mögliche Haftungsprobleme. Lässt sich ein Mangel später nicht eindeutig zuordnen, kann es sein, das man die Gewährleistungsansprüche verliert. Die Leistungen der Handwerker sollte auf jeden Fall von der Eigenleistungen klar getrennt sein.

 

Welche Arbeiten können selbst durchgeführt werden?

Folgend eine Statistik des Bauherren-Schutzbund, wonach welche Arbeiten von wie vielen Bauherren durchgeführt werden. Dazu die durchschnittlich benötigten Arbeitsstunden und das mögliche Sparpotenzial (Beispiele an einem 140m2 Reihenhaus).

Welche Arbeiten Wie viele Bauherren Arbeitsstunden Sparpotenzial
Maler- und Tapezierarbeiten 94% 125-190h bis zu 7800€
Gestalten der Außenanlagen (Garten und Wege) 79% 30-45h 1400-2200€
Fußböden (Laminat, Parkett oder Auslegerware selber verlegen) 68% 40-90h 1700-3900€
Fliesen selber verlegen 32% 100h 4200€
Trockenbauarbeiten (Wänden oder Dachverkleidungen) 30% ? ?
Sanitätsobjekte selber installieren 15% ? ?
Dach ausbauen ? ? ca. 4100€ bis 5300€

 

Sonstige mögliche Eigenleistungen

– Beim Aushub / Keller mitarbeiten. Manche Baufirmen bieten Bauherren an, dass diese als „Hilfsarbeiter“ mitarbeiten. Dafür gibt es einen Rabatt.

– Die Dachschräge selber isolieren.

– Bei Fußbodenheizungen das Trockensystem selber verlegen.

– Selber einrichten und Möbel zusammenbauen / aufstellen.

 

Arbeiten die Handwerkern überlassen werden sollten

– Einbau Fenster, Türen oder Treppen. Am ehesten können noch die Innentüren selber eingebaut werden.

– Heizungs- und Sanitärtechnik oder Elektrik.

 

 

→ Bauherren können weniger am Rohbau, sondern eher am Innenausbau mitanpacken.

 

Bauhelfer – Was ist zu beachten?

Hat man Helfer wie Verwandten und Freunde auf der Baustelle die nicht nur Gefälligkeit von wenigen Stunden erbringen, müssen diese auch bei der Bau-Berufsgenossenschaft (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau)) angemeldet werden (§ 2 Abs. 2 Sozialgesetzbuch VII, unter www.bgbau.de, spätestens eine Woche nach Baubeginn). In der gesetzlichen Unfallversicherung sind sie automatisch versichert. Aber bei fehlender Meldung können Bußgelder um die 2500€ verhängt werden. Der Versicherungsbeitrag bemisst sich nach den Arbeitsstunden (etwa 2€/h) und liegt bei min. 100€ (abgerechnet wird wenn das Haus fertig ist). Der Bauherr selbst und der Ehepartner sind nicht versichert. Das könnten sie aber freiwillig tun und kostet einige hundert Euro. Eine private Unfallversicherung ist eher zu empfehlen (siehe auch Versicherungen). Bei einem sehr großen Anteil an Eigenleistung ist manchmal eine zusätzliche private Bauhelferversicherung zu empfehlen. Denn die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind begrenzt.

 

Leistungen:

– Versicherungsschutz auf der Baustelle oder auf dem Hin- oder Rückweg.

– Heilbehandlung.

– Rehabilitation.

– Geldleistungen wie Renten für Verletzte oder Hinterbliebene.

 

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