02-22_Daemmen

 
 
Dämmen

Dämmen des Eigenheims – Keller / Dach / Fassaden dämmen, Fenster erneuern und verschiedene Dämmmaterialien.

Der Staat fördert Energiesparmaßnahmen!

 

Übersicht Dämmung

Links Dämmen

www.bafa.de

www.der-daemmstoff.de

www.energiefachberater.de

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

www.bau-umwelt.com

www.xps-waermedaemmung.de

 

EnEV

Neubauten müssen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) gebaut werden.

Als Käufer einer Bestandsimmobilie wird man zu folgendem verpflichtet:

– Dämmung von offen liegenden Heizungsrohrleitungen

– Dämmung der obersten Geschossdecke im Haus

– Austausch von Gas- und Öl-Heizkesseln die vor 1978 installiert wurden

 

Vorgaben der EnEV 2014 (gültig seit 01.05.2014):

W/(m2k)
Außenwände 0,45
Außenwände (mit Bekleidung, Dämmschichten, neuer Außenputz, neue Fachwerkausfachung) 0,35
Fenster / Fenstertüren 1,3
Decken, Dächer, Dachschrägen 0,2
Flachdach 0,25
Wände und Decken gegen unbeheizte Räume oder Erdreich 0,35
Anbringung außenseitige Bekleidung 0,4
Außentüren 1,8

→ Der ausführende Fachbetrieb muss schriftlich erklären, dass die Energieeinsparverordnung eingehalten wird.

 

Normen

DIN 4108: Festlegungen zum Wärme-, Feuchte- und Schlagregenschutz

DIN EN 839: 89 „Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen“

 

Welche Energiesparmaßnahmen lohnen sich finanziell überhaupt?

Durchschnittlich sind 15000-25000€ zu veranschlagen. Die Dämmung lohnt sich dann erst bis in 15-30 Jahren (wenn nicht vorher wieder etwas anderes gemacht werden muss). Manchmal lässt sich auch mit kleinen Maßnahmen viel sparen.

 

Was ist der U-Wert?

U-Werte definieren den Wärmedurchgang eines Bauteils. Je kleiner desto besser.

Max. 0,28 W/m2K, bei Fertigbauhäusern meist 0,09-0,19 W/m2K

Fachwerk- oder Vollziegelwände etwa 1,8-2,5 W/m2K

Sehr gut gedämmte Wände etwa 0,1 bis 0,2 W(m2K)

 

Was sind Wärmebrücken?

Wärmebrücken (auch Kältebrücken) entstehen wenn Bauteile aus unterschiedlichen Materialien aufeinander treffen. Beispiel: Heizkörpernischen, Rollladenkästen, Fenster- und Türlaibungen, …. Werden diese Wärmebrücken nicht gedämmt, geht an ihnen viel Heizenergie verloren.

 

Vorteile von Dämmmaßnahmen

– Geringerer Heizbedarf

– Wirkungsgrad des Heizsystems ist größer (niedrigere Vor- und Rücklauftemperaturen)

– Bessere Lufthygiene (z.B. Schimmelpilze haben fast keine Chance mehr)

 

Eigenverbrauch berechnen

10 kWh entsprechen etwa 1l Heizöl / 1m3 Gas.

 

Menge auf der Heizungsrechnung geteilt durch Anzahl der beheizten Quadratmeter = Energiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m2a))

 

Was für Heizwerte sind gut?

< 100 kWh/(m2a): Gut. Trotzdem vielleicht noch Potenzial

100-180 kWh/(m2a): Mittel. Wenn die Heizung schon älter ist, könnte ein Tausch Sinn machen. Tausch einzelner Bauteile.

180 kWhl(m2a): Schlecht. Maßnahmen sind sinnvoll und nach einigen Jahren auch rentabel. Energieberater hinzuziehen.

 

Maßnahmen Dämmung

Einsparpotentiale durch Dämmmaßnahmen bei Altbauten

Neue Heizungsanlage: 29-56%

Außenwände (Fassade) dämmen: 18-38%

Dachdämmung: 13-34%

Fenster mit Wärmeschutzverglasung: 7-30%

Dämmung der Kellerdecke: 5-30%

 

Amortisierung von verschiedenen Dämmungsmaßnahmen (Quelle: www.energiesparen-im-haushalt.de)

Oberste Geschossdecke Fassade Kellerdecke Erneuerung Fenster Alle Maßnahmen
Preis 2300€ 14000€ 1600€ 11000€ 28900€
Eingesparte Energie 25kWh/m2 50kWh/m2 80kWh/m2 10kWh/m2 103kWh/m2
Ersparnis im 1. Jahr der Sanierung 248€ 496€ 179€ 99€ 1022€
Ersparnis nach 10 Jahren 8200€ 16401€ 5904€ 3280€ 33785€

 

Heißwasser-Rohre dämmen

Heißwasser-Rohre mit Dämmschalen / Schaumstoffhüllen isolieren.

 

Aufwand: gering

Fachwissen: gering

 

Heizkörpernischen

Heizkörpernischen selber isolieren.

 

Aufwand: gering

Fachwissen: gering

 

Keller dämmen

Kellerdecke / Kelleraußenwände

Platten aus Holzfaser oder Polystyrol aufkleben.

 

Aufwand: gering

Fachwissen: gering

 

Welche Dämmmaterialien können verwendet werden?

Kellerdecke: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Fußboden unter Estrich ohne Trittschallanforderungen: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Fußboden unter Estrich mit Trittschall: MW / EPS

Industrieböden: EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Bodenplatte gegen Erdreich: EPS / XPS / PUR

 

Dach dämmen

Wärmedämmung im Dach oder in der obersten Geschossdecke. Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben empfiehlt sich eine Dämmung der obersten Geschossdecke. Sie ist verhältnismäßig günstig, sowie schnell und einfach zu erledigen. Ziel sollte 0,24 W/(m2K) sein.

 

Dämmsysteme für Dachstuhlboden

– Verbundelemente (Vorteile: Begeh- und belastbare Oberfläche. Nachteile: Teuer / Schwer.)

– Dämmplatten + Gipsplatten (Vorteile: Begeh- und belastbare Oberfläche. Nachteile: Doppelte Arbeit.)

– Dämmplatten + Spanplatten (Vorteile: Begeh- und belastbare Oberfläche. Nachteile: Doppelte Arbeit.)

– Hartschaumplatten (Vorteile: Preiswert / leicht / einfache Verlegung. Nachteile: Nur teilweise belastbar / unflexibles Material.)

– Dämmmatten (Vorteile: Sehr einfache Verlegung / flexibel. Nachteile: Teuer / nicht belastbar / feuchteempfindlich.)

 

Welche Dämmmaterialien können verwendet werden?

Steildach

– auf den Sparren: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

– zwischen den Sparren: MW / EPS / PUR

– unter den Sparren: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Flachdach

– Gefälledach: MW / EPS / PUR

– Gründach: MW / EPS / XPS / PUR

– Parkdeck: EPS / XPS / PUR

– Terrassendach: EPS / XPS / PUR

– Stahlprofilblechdach: MW / EPS / XPS / PUR

Oberste Geschossdecke

– begehbar: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

– nicht begehbar: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

 

Arten von Dachdämmungen:

– Aufsparrendämmung: Dämmmaterial wird auf Dachsparren verlegt. Vorteil ist, dass der gesamte Dachstuhl geschützt wird.

– Zwischensparrendämmung: Dämmmaterial wird zwischen die Sparren eingebaut (Balken zwischen Traufe und First).

– Untersparrendämmung: Dachstuhl wird von innen mit Dämmmaterial verkleidet. Vorteil: Dach muss nicht neu ab- bzw. eingedeckt werden. Nachteil: Geringere Wärmedämmung und Verkleinerung der Wohnfläche.

– Geschossdeckendämmung: Die oberste Geschossdecke wird gedämmt. Sinnvoll wenn der Raum unter First nicht als Wohnraum genutzt wird.

 

Wände-/ Fassadendämmung

Bei einer Fassadendämmungen wird meist max. 30% des Energieverbrauchs eingespart. Vorrausetzung ist eine möglichst lückenlose Außenwanddämmung (außen oder innen).

 

Was kostet eine Wand-/ Fassadendämmung?

Jeder m2 Wandfläche Innendämmung (inkl. Montage): 30-70€

Jeder m2 Wandfläche Außendämmung (inkl. Montage): 100-150€

Rechnet sich nach etwa 10 Jahren.

 

Welche Dämmmaterialien können verwendet werden?

Innendämmung: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Kerndämmung: MW / EPS / XPS / PUR

WDVS: MW / EPS / PUR / WW / WW-C

Sockeldämmung, Wärmebrückendämmung: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Hinterlüftete Fassade: MW / EPS / XPS / PUR / WW / WW-C

Holzrahmen- und Holztafelbau: MW / EPS / PUR / WW / WW-C

Haustrennwände mit Schallschutzanforderungen: MW / EPS

Raumtrennwände: MW / WW / WW-C

Wände gegen Erdreich: EPS / XPS / PUR

 

Arten von Fassadendämmungen:

– Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Dämmstoffplatten werden auf die Außenwand aufgeklebt, festgedübelt, mit einem Kunststoffgewebe und Amierungsmörtel vervollständigt und abschließend verputzt.

– Einblasdämmung: Dämmstoff wird in (wenn vorhanden) Hohlräume eingeblasen. Kerndämmung genannt.

– Hinterlüftete Vorhangfassade: Unterkonstruktion aus Holz- oder Aluleisten wird an der Außenwand befestigt. Die Zwischenräume werden mit einem Dämmstoff gefüllt. Darauf kommt dann eine Winddichtungsschicht (Holz, Schiefer, Zink, …).

– Innendämmung: Haus wird von innen gedämmt. Beispielsweise Gebäude die unter Deckmalschutz stehen. Das reduziert allerdings die Wohnfläche. Außerdem werden Wärmebrücken oft schlechter gedämmt, Anschlüsse an Fensterrahmen und Innenwände sind komplizierter und Heizkörpernischen sind für die Dämmplatten oft zu eng.

 

Nachteile der Fassadendämmung

– Die Kosten stehen oft nicht im Verhältnis zum Gewinn. Fassadendämmungen lohnen sich oft nur bei unsanierten Häusern aus den frühen Nachkriegsjahren bzw. nach einigen Jahrzehnten.

– Entsorgung schwierig.

– Teilweise besteht Brandgefahr.

– Vögel hacken Löcher evtl. in Fassaden (www.spechtschaden.de), Nagetiere nisten sich vielleicht in Hauswänden ein.

– In den meisten Platten steckt das giftige Brandschutzmittel HBCD, dessen Einsatz für Dämmzwecke nur noch bis August 2015 erlaubt war.

 

 

Fazit: Die Fassadendämmung lohnt sich manchmal, aber leider nicht immer. Sie ist deshalb auch nicht immer der sinnvollste Weg der Energieeinsparung.

 

Fenstererneuerung

Dämmung durch zusätzliches Isolierglas oder ein kompletter Fenstertausch. Siehe Fenster.

 

Austausch Heizung

Austausch der alten Heizung. Entweder man bleibt bei der gleichen Heizungsart die dann aber moderner / effektiver ist, oder man steigt gleich auf regenerative Energiequellen um. Siehe Heizung.

 

Dämmwirkung von Materialien

In Lambda W/mK

Beton

• Blähton: 0,18

• Leichtbeton: 0,22

• Stahlbeton: 2,33

• Zementestrich: 1,4

 

Mauerwerk

• Klinker: 1,1

• Ziegel HLZ 25/25: 0,26

• Vollziegel: 0,7

 

Putze, Mörtel

• Zementmörtel: 1,4

• Wärmedämmputz: 0,12

• Gips: 0,7

• Isofertigmörtel trocken: 0,17

• Kalkmörtel: 0,8

 

Platten-Verkleidungen

• Weichholz: 0,15

• Hartholz: 0,2

• Faserzementplatten: 0,58

• Gipskarton: 0,21

• Hartholzfaserplatte: 0,17

• Holzwolle-Leichtbaupl.: 0,09

• Spanplatten: 0,13

• Sperrholz: 0,15

 

Bodenbeläge / Tapeten

• Dielenboden : 0,14

• Fliesen: 1

• Korkplatten: 0,064

• Linoleum: 0,18

• Papiertapeten: 0,08

• Parkett: 0,2

• PVC-Verkleidung: 0,21

• Teppichboden / Velours: 0,058

 

Glas / Metalle

• Glas: 0,81

• Kupfer: 380

• Stahl: 60

• Zinkblech: 110

 

Abdichtungsbahnen

• Asphalt, Asphaltestrich: 0,7

• Bitumen: 0,17

• Bitumenpappe allgem.: 0,17

• Bituminöse Dachbahn: 0,19

• Glasvlies-Bitumenbahn: 0,17

 

Bauteil maximaler Wärmedurchgangskoeffizient Umax in W/(m²K)
Außenwände je nach Bauteil bzw. Baumaßnahme UAW < 0,35 – 0,45
Fenster je nach Art des Fenstereinbaus bzw. der Erneuerungsart UW < 1,70 – 2,00
Fenster Austausch der Verglasung bei geeignetem Rahmen je nach Art der Erneuerungsart Ug < 1,60 – 1,90
Außentüren bei Erneuerung Ug < 1,60 – 1,90
Vorhangfassaden mit oder ohne Anteil von Sonderverglasungen und je nach Art UFassade < 1,90 – 2,3
Schräge Dächer beim Einbau von Dämmschichten oder neuem Dachmaterial je nach Art UFassade < 1,90 – 2,3
Flachdächer beim Einbau von Dämmschichten oder neuem Dachmaterial je nach Art UD < 0,25
Wände und Decken, die an unbeheizte Räume oder das Erdreich grenzen. Beim Einbau von Innendämmung, der Erneuerung der Fußböden bzw. je nach Ausführungsart UG bzw. U U < 0,40 – 0,50

 

Dämmmaterialien

Gütezeichen von Dämmmaterialien

– Blauer Engel

– FSC

– natureplus

– RAL

 

Glaswolle (Mineralwolle (MW))

Mineralfasern ist der Oberbegriff für Steinwolle und Glaswolle. Glaswolle ist ein künstlicher (anorganischer) Mineralfaserdämmstoff. Definiert in DIN EN 13162.

 

Rohstoff

Glaskomponenten wie Altglas, Quarzsand, Kalkstein, …

 

Anwendung

Nahezu alle Bereiche (Dach, Wände, Fassade, Böden, Ständerwerke, Schallschutz, …)

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar. Brandverhalten (DIN 4102): A1/A2/B1

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei älterer Glaswolle könnten lungengängige Fasern freigesetzt werden (siehe Kanzerogenitätsindex (Kl)). Mögliche Hautreizungen.

 

Preis

Niedrig: 8-16€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,035

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

9cm

 

Vorteile Glaswolle

– Druckstabil.

– Günstig.

– Guter Schallschutz.

– Leichte Verarbeitung.

 

Nachteile Glaswolle

– Belastung durch Staub und Fasern bei der Verarbeitung.

– Gefahr des späteren Aufquellens.

 

Steinwolle (Mineralwolle (MW))

Mineralfasern ist der Oberbegriff für Steinwolle und Glaswolle. Steinwolle ist ein künstlicher (anorganischer) Mineralfaserdämmstoff. Definiert in DIN EN 13162.

 

Rohstoff

Mineralische Rohstoffe (z.B. Basalt, Diabas, Dolomit, Sand, Kalkstein, Feldspat sowie Recyclingmaterialien)

 

Anwendung

Nahezu alle Bereiche (Dach, Wände, Fassade, Böden, Ständerwerke, Schallschutz, …)

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar. Brandverhalten (DIN 4102): A1/A2/B1

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei älterer Steinwolle könnten lungengängige Fasern freigesetzt werden. Mögliche Hautreizungen.

 

Preis

Niedrig: Preis m2 für 0,2U: 7,50-16€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,035

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

9cm

 

Vorteile Steinwolle

– Druckstabil (20-80kPa).

– Günstig.

– Guter Schallschutz.

– Optimale Wasserdampfdurchlässigkeit.

 

Nachteile Steinwolle

– Belastung durch Staub und Fasern bei der Verarbeitung.

– Dringt Feuchtigkeit ein entstehen schnell Schäden.

– Gefahr des späteren Aufquellens.

 

Schaumglas

Schaumglas ist ein künstlicher (anorganischer) Mineralfaserdämmstoff („grüner“ Dämmstoff). Definiert in DIN EN 13167.

 

Rohstoff

Glas und Quarzsand.

 

Anwendung

Platten für Böden / Kelleraußenwänden (Perimeterdämmung) / Dämmung von Flachdächern.

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar (A1).

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Gilt als gesundheitlich unbedenklich.

 

Preis

Hoch

ca. 100€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,04

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

10cm

 

Vorteile Schaumglas

– Extrem druckstabil.

– Verrottungssicher.

– Wasserdicht.

 

Nachteile Schaumglas

– Teuer.

 

Blähperlit (EPB)

Blähperlit ist ein anorganisches Dämmmaterial. Definiert in DIN EN 13169.

 

Rohstoff

Perlitgestein (Korngröße bis etwa 7mm). Hydrophobierung mit Silikon / Bitumen.

 

Anwendung

Schüttmaterial für Decken. Ausgleichen von unebenen Holzdielenböden im Dachbereich.

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Staubentwicklung bei der Verarbeitung.

 

Blähton

Blähton ist ein anorganisches Dämmmaterial („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Geblähter und gebrannter Ton (Korngröße bis etwa 20mm).

 

Anwendung

Schüttmaterial für Balkendecken oder Hohlräume. Mörtel-Putzzuschlag.

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Staubentwicklung bei der Verarbeitung.

 

Preis

Niedrig.

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,1

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

25cm

 

Vorteile Blähton

– Druckstabil.

– Verrottungssicher.

 

Nachteile Blähton

– Dämmwirkung mäßig.

 

Blähglimmer (Vermikulit)

Blähglimmer ist ein anorganisches Dämmmaterial („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Aufgeblähter Glimmerschiefer (Korngröße bis etwa 15mm).

 

Anwendung

Schüttmaterial für Balkendecken / Hohlräume.

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Unbedenklich.

 

Preis

Niedrig.

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,07

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

18cm

 

Vorteile Blähglimmer

– Druckstabil.

– Verrottungssicher.

 

Nachteile Blähglimmer

– Mäßige Dämmwirkung.

 

Polystyrol

Polystyrol hat zwei Produktkategorien: EPS und XPS

 

Expandiertes Polystyrol (EPS)

EPS ist ein organisch geschäumter Dämmstoff. Über 80% der WDV-Systeme sind aus Polystyrol (Wärmedämmverbundsystem für Gebäudeaußenwänden). Definiert in DIN EN 13163.

 

Rohstoff

Weißes Styropor oder graues Neopor.

 

Anwendung

Platten für Dach, Fassade und Boden. Druckfestigkeit: 60-300kPa.

 

Brennbarkeit

Schwer entflammbar. Brandverhalten (DIN 4102): B1. Nach europäischer Norm EN 1351 aber auch als normal entflammbar (E) klassifiziert. Gilt als brandsicher sofern fachgerecht verbaut. Beispielsweise durch „Brandriegel“ aus nicht-brennbarer Mineralwolle (nur in Mehrgeschossbau verpflichtend).

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Beim Heißdrahtschneiden oder Brand Styrolfreisetzung und Qualmbildung.

 

Preis

Niedrig. Preis m2 für 0,2U: 11,50€-22€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,035

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

9cm

 

Vorteile EPS

– Günstig.

– Leicht.

– Nimmt keine Feuchtigkeit auf.

– Schnelle und unkomplizierte Verarbeitung.

 

Nachteile EPS

– Starr (Wärmebrücken möglich).

– Kann verspröden.

– Geringe Wasserdampfdurchlässigkeit.

– Ökologisch bedenklich.

 

Polystyrol (XPS, Styrodur)

Polystyrol ist ein organischer Dämmstoff. Definiert in DIN EN 13164. In Deutschland sehr verbreitet (ca. 80%). Vor allem wegen dem Preis.

 

Rohstoff

Polystyrol. Geschlossenzellige, dampfdichte Struktur

 

Anwendung

Platten für Dach, Fassade, Boden. Druckspannung bzw. Druckfestigkeit kPa 200-700.

 

Brennbarkeit

Schwer entflammbar. Brandverhalten (DIN 4102): B1. Nach europäischer Norm EN 1351 aber auch als normal entflammbar (E) klassifiziert. Gilt als brandsicher sofern fachgerecht verbaut. Beispielsweise durch „Brandriegel“ aus nicht-brennbarer Mineralwolle (nur in Mehrgeschossbau verpflichtend).

 

Preis

Mittel: Circa 22 Euro

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,034

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

9cm

 

Vorteile XPS

– Druckstabil.

– Verrottungssicher.

 

Nachteile XPS

– Teurer als EPS.

– Ökologisch bedenklich.

 

→ XPS im Vergleich zu EPS: Bessere Wärmedämmung, dauerhaftere Resistenz gegen Feuchte, höhere Druckfestigkeit und teurer.

 

Polyurethan (PUR)

PU ist ein organisch geschäumter Dämmstoff. Definiert in DIN EN 13165.

 

Rohstoff

Polyurethan

 

Anwendung

Platten für Dach, Fassade, Boden. Perimeterdämmung, Umkehrdach, Rohrschalen. Polyurethan-Ortschaum (DIN EN 18159-1). Druckspannung bzw. Druckfestigkeit kPa 100-1000.

 

Brennbarkeit

Normal entflammbar. Brandverhalten (DIN 4102): B1/B2.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei Brand Qualmbildung und Freisetzung toxischer Gase.

 

Preis

Mittel: Preis m2 für 0,2U etwa 42€.

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,025

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

6cm

 

Vorteile PUR

– Sehr gute Dämmwirkung.

– Verrottungssicher.

– Nimmt kein Wasser auf.

– Langlebig.

– Druckfest.

– Formstabil.

 

Vakuumdämmplatten

Hocheffiziente Materialien zur Wärmedämmung.

 

Rohstoff

Kunststoff.

 

Anwendung

Platten für Fassade und Wärmebrücken.

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar.

 

Preis

Hoch

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,006

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

2cm

 

Vorteile Vakuumdämmplatten

– Höchste Dämmwirkung.

 

Nachteile Vakuumdämmplatten

– Teuer.

– Verliert bei Beschädigung die Wirkung.

 

Holzfaser (WF, Weichholzfaserplatte)

Holzfaser ist ein organischer Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff). Definiert in DIN EN 13171.

 

Rohstoff

Reste von Nadelhölzern und mit Textilfasern sowie Maisstärke.

 

Anwendung

Platten für Fassade / Dach / Fußboden, Trittschallschutz. Elastische Matten zwischen Sparren. Oder auch Flocken.

 

Brennbarkeit

Normal entflammbar. Brandverhalten (DIN 4102): B2.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Holzstaub.

 

Preis

Mittel.

– Dämmplatten: 27-60€

– Flocken: 22€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,045

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

10cm

 

Vorteile Holzfasern

– Vielseitig verwendbar.

– Einfache Verarbeitung.

– Gute Regulierung des Raumklimas.

– Guter Schallschutz.

– Druckfest.

 

Nachteile Holzfasern

– Anfällig bei Feuchtigkeit für Fäulnis.

– Brandschutz nur mit mineralischen Putzen gegeben.

– Bei der Herstellung wird Isocyanate verwendet. Das ist im Produktionsprozess hochgiftig. Nach dem Aushärten sind keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen bekannt (laut natureplus und Umweltamt).

 

Holzwolle (Holzwolle-Platten (WW), Holzwolle-Mehrschichtplatten (WW-C), „Sauerkrautplatten“)

Holzwolle ist ein organischer Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff). Definiert in DIN EN 13168.

 

Rohstoff

Holzwolle mit Magnesit oder Zementbindung (meist Fichten- und Kiefernholz).

Holzwolle-Platten (WW): kPa 100-200

Holzwolle-Mehrschichtplatten (WW-C): kPa 30-100

 

Anwendung

Platten, Putzträger.

 

Brennbarkeit

Schwer entflammbar.

Holzwolle-Platten (WW) → Brandverhalten (DIN 4102): B1

Holzwolle/mehrschichtenplatten (WW-C) mit Hartschaumschicht → Brandverhalten (DIN 4102): B1/B2

Holzwolle/mehrschichtenplatten (WW-C) mit Mineralwolleschicht → Brandverhalten (DIN 4102): B1

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei Verarbeitung Staubentwicklung.

 

Preis

Mittel

 

Wärmeleitwert W/(mk)

Durchschnittlich 0,06

Hartschaumkern: 0,030-0,050

Mineralwollekern: 0,035-0,050

Holzwolledeckschichten: 0,100-0,140

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

15cm

 

Vorteile Holzwolle

– Einfach zu verarbeiten.

 

Nachteile Holzwolle

– Mäßige Dämmwirkung.

 

Zellulosefaser

Zellulosefaser ist ein organischer Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Zellulosefaser aus Altpapier oder Holz.

 

Anwendung

Schüttmaterial und Platten für Dach, Wand, Fassade, Decke.

 

Brennbarkeit

Normal entflammbar (häufig mit Boraten versetzt).

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Staubentwicklung bei Einblasen. Staubschutzmaßnahmen erforderlich. Um die Brennbarkeit zu vermindern, wird reine Zellulose durch Borsäure (Borate) geschützt. Allerdings ist sie dann nicht mehr kompostierbar. Borate werden verdächtigt, fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch) zu sein.

 

Preis

Niedrig. Circa 20 Euro pro Quadratmeter

Flocken → Preis m2 für 0,2U: 16-19€

Platten → 35 bis 45 Euro

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,04

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

10cm

 

Vorteile Zellulosefaser

– Gute Dämmwirkung.

– Einfach zu verarbeiten.

– Hohe Verfügbarkeit.

 

Nachteile Zellulosefaser

– Anfällig bei Feuchtigkeit für Fäulnis.

 

Baumwolle

Baumwolle ist ein pflanzlicher (organischer) Dämmstoff.

 

Rohstoff

Wolle der Baumwollstaude.

 

Anwendung

Matten für Dach, Wand, Decke.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei Verarbeitung Staubentwicklung.

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,04

 

Schafwolle

Schafwolle ist ein organischer Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Wolle vom Schaf.

 

Anwendung

Platten für Fassade, Dach, Ständerwerk.

 

Brennbarkeit

Normal entflammbar.

 

Preis

Mittel: 40-50 €

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,04

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

10cm

 

Vorteile Schafwolle

– Einfach zu verarbeiten.

– Soll Schadstoffe aus der Luft binden können.

– Kann bis zu 30% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dabei an Dämmwirkung einzubüßen.

 

Nachteile Schafwolle

– Anfällig bei Feuchtigkeit für Fäulnis.

 

Hanf / Flachs

Hanf / Flachs ist ein pflanzlicher (organischer) Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Pflanzenfasern.

 

Anwendung

Matten / Stopfwolle für Wand, Dach, Geschossdecke, Ständerwerk, Schütt- und Stopfwolle.

 

Brennbarkeit

Normal entflammbar.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei Verarbeitung Staubentwicklung. Anfällig für Schimmel, Pilze und Bakterien.

 

Preis

Mittel.

Hanffasern → Preis m2 für 0,2U: 27,50€

Flachsfasern → Preis m2 für 0,2U: 31,50€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,04

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

10cm

 

Vorteile Hanf / Flachs

– Gute Dämmwirkung.

– Einfach Verarbeitung.

– Gute Regulierung des Raumklimas.

 

Nachteile Hanf / Flachs

– Oftmals bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe.

 

Kokos

Kokos ist ein pflanzlicher Dämmstoff.

 

Rohstoff

Kokosnussfasern.

 

Anwendung

Stopfwolle, Filze, Trittschalldämmung, ….

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Bei Verarbeitung Staubentwicklung.

 

Kork

Kork ist ein pflanzlicher (organischer) Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Korkeichenrinde.

 

Anwendung

Platten für Fassade, Wände, Decken, Dach, Schüttungen / Korkgranulat.

 

Brennbarkeit

Normal entflammbar.

 

Mögliche gesundheitl. Schädigung

Korkdämmplatten sind anfällig für Schimmelpilze oder -sporen.

 

Preis

Mittel

Naturkorkgranulat → Preis m2 für 0,2U: ca. 70€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,045

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

11cm

 

Vorteile Kork

– Druckfest.

– Mittlere Wärmeleitfähigkeit aber guter Wärmeschutz im Sommer.

 

Nachteile Kork

– Schimmelgefährlich.

 

Perlite

Perlite sind ein natürlicher Dämmstoff („grüner“ Dämmstoff).

 

Rohstoff

Granulat aus Lavagestein (gemahlenes und erhitztes Vulkangestein).

 

Anwendung

Schüttung in Dach, Geschossdecken, Ständerwerk.

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar.

 

Preis

Mittel: 35€

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,05

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

13cm

 

Vorteile Perlite

– Druckstabil.

– Verrottungssicher.

– Eignet sich für Hohlräume aber auch als Schüttung in Holzbalkendecken.

 

Kalziumsilikat

Kalziumsilikat ist ein anorganischer Dämmstoff.

 

Rohstoff

Siliziumdioxid, Kalziumoxid

 

Anwendung

Platten für Innendämmung und Fassade

 

Brennbarkeit

Nicht brennbar

 

Preis

Hoch

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,06

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

15cm

 

Vorteile Kalziumsilikat

– Verrottungssicher.

 

Nachteile Kalziumsilikat

– Teuer.

 

Phenolharz (PF)

Phenolharz ist ein organischer Dämmstoff. Definiert in DIN EN 13166.

 

Rohstoff

Phenolharz.

 

Anwendung

Platten für Dach und Fassade.

 

Brennbarkeit

Schwer entflammbar.

 

Preis

Mittel

 

Wärmeleitwert W/(mk)

0,022

 

Dicke der Dämmung für 0,4 W/(m2k)

6cm

 

Vorteile Phenolharz

– Sehr gute Dämmung.

 

Blower-Door-Test

Vor Abschluss der Arbeiten führen seriöse Anbieter einen Blower-Door-Test (auch: Differenzdruckmessverfahren) durch. Dabei wird die Luftdichtheit eines Gebäudes geprüft (Kosten zu Lasten des Anbieters). Er sollte in Kaufverträgen bei Neubauten auch immer enthalten sein. Am besten während dem Rohbau. Nur hier lassen sich noch Fehlstellen ermitteln. In späteren Bauphasen bzw. im Gebäudebestand ist es schwieriger Schwachstellen zu finden und zu beseitigen.

 

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