02-08_Boden

 
 
Fußboden

Tipps rund um Fußböden und Bodenbeläge.

 

Estrich

Der Estrich ist der Untergrund für Fußbodenbeläge. Häufig werden Estriche gegossen. Alternativ gibt es auch Trockenestriche. Dabei werden fertigte Plattenelemente im Verbund verlegt. Der Einbau geht zwar schneller und es gibt keine Baufeuchtigkeit, aber es ist auch teurer.

 

Bei welchen Temperaturen sollten Estriche verlegt werden?

Die meisten Estriche sollten nicht unter 5°C verlegt werden (außer Trocken- oder Gussasphaltestrich).

 

Estriche unterschieden nach ihren Bindemitteln

Zementestrich

Rohstoff: Zement und Sand

 

Anwendungen: Verbundestrich oder schwimmend

 

Eigenschaften: Anfällig für Rissbildung

 

Trocknungszeit: Etwa 7 Tage

 

Max. Feldgröße: 30-40 m2

 

Besonderheiten: Darf nicht unter 5°C eingebracht werden oder trocknen

 

Gussasphaltestrich

Rohstoff: Bitumen, Splitt und Sand

 

Anwendungen: Bei geringen Anforderungen

 

Eigenschaften: Geringe Wärmeleitung und Schallübertragung

 

Trocknungszeit: 1 Tag

 

Max. Feldgröße: Großflächig

 

Besonderheiten: Muss bei Einbau auf ca. 250°C erhitzt werden. Relativ teuer.

 

Anhydritestrich bzw. Calciumsulfatestrich (CA)

Rohstoff: Kalziumsulfat

 

Anwendungen: Für Fußbodenheizungen und für Sichtestriche

 

Eigenschaften: Wenig rissanfällig und formbeständig

 

Trocknungszeit: 5 Tage

 

Max. Feldgröße: Großflächig

 

Besonderheiten: Nicht für gewerbliche Nassräume oder Außenanwendungen geeignet.

 

Magnesitestrich

Rohstoff: Magnesia

 

Anwendungen: Für Fußbodenheizungen und für Sichtestriche

 

Eigenschaften: Wenig rissanfällig und leitfähig

 

Trocknungszeit: 5 Tage

 

Max. Feldgröße: Großflächig

 

Besonderheiten: Anwendung oftmals in Altbauten. Relativ feuchteempfindlich.

 

Terrazzo

Rohstoff: Kalk oder Zement

 

Anwendungen: Dekorative Sichtestriche

 

Eigenschaften: Hohe Tragfähigkeit und Lebensdauer

 

Trocknungszeit: Sehr lang

 

Max. Feldgröße: Relativ klein (Rissbildung möglich)

 

Besonderheiten: Teuer und langwierige Verlegung

 

 

→ Weitere mögliche Bodenbeläge: Steinholz, Kunststoff sowie Lehm

 

Konstruktionsarten

– Verbundestrich

– Estrich auf einer Trennschicht bzw. Trennlage

– Schwimmender Estrich / Heizestrich / Estrich auf einer Dämmschicht

 

→ Damit keine schall- oder wärmeübertragende Verbindung zum restlichen Gebäude bestehen, liegt der Estrich auf einer Folie und diese auf einer Dämmplatte (“schwimmen”). Der Aufheizvorgang muss entsprechend den Angaben des Herstellers entsprechen. Das sollte genau kontrolliert und protokolliert werden.

 

Gegossene Estriche verlegen

– Estrich entsprechend der Herstellerangaben verlegen und trocknen lassen (Sonneneinstrahlung, lüften, …).

 

– Nach der dem Verlegen sollte die Baustelle abgeschlossen werden. Vorzeitiges Begehen könnte Schäden verursachen.

 

Prüfung des Estrichs

– Wurde der Estrich waagerecht hergestellt (Wasserwaage)?

– Passt die Estrichhöhe überall (Meterriss)?

 

Bodenbeläge

Den idealen Belag für alle Anforderungen gibt es nicht. Doch jeder kann denn Richtigen für sich selbst finden.

 

Voraussetzungen für die Verlegung von Bodenbelägen

Der Untergrund muss trocken, sauber und fest sein und sollte keine Unebenheiten aufweisen. Auf allen mineralischen Untergründen sollte zusätzlich zur Trittschalldämmung eine min. 2 mm dicke Kunststofffolie verlegt werden.

 

Gütesiegel Bodenbeläge

– “Blauer Engel”

 

Wie wird der Materialbedarf von Bodenbelägen berechnet?

Grundfläche + Verschnitt 10-15% + Reserve 5% = Gesamtmaterialbedarf

 

Bodenbelag bei Fußbodenheizung

Der Bodenbelag muss vom Hersteller für die Verlegung auf Fußbodenheizungen ausdrücklich freigegeben sein!

 

Verlegearten von Bodenbelägen

– Schwimmend: Ohne feste Verbindung zum Untergrund auf einer Trittschalldämmung (Möglichst geringer Wärmedurchlasswiderstand. Dampfbremsfolie auslegen.). Nachteilig dabei ist, dass die Trittschalldämmung und Lufteinschlüsse eine Wärmedämmschicht bilden. Das reduziert die Effizienz der Heizung.

– Verkleben: Der Belag wird vollflächig auf dem Untergrund verklebt. Verkleben sollte allerdings einem Profi überlassen werden.

 

Wie verlegen?

Längsfugen quer zum einfallenden Licht verlegen.

 

Neuer Bodenbelag über alten Bodenbelag?

Über alte Belägen zu verlegen ist sehr mit Vorsicht zu genießen. Fliesen könnten durchdrücken oder ein Teppich könnte Gerüche entwickeln.

 

Teppiche (textiler Belag)

Materialien Teppiche: Naturfasern / Kunstfasern

 

Vorteile Teppiche:

– Wärmewirkung

– Schalldämpfung

– Gestaltungsfreiheit

 

Nachteile Teppiche:

– Kurze Lebensdauer

– Empfindlich gegen Schmutz, Staub und Wasser

– Schlecht zu reinigen

– Nur bedingt für Fußbodenheizung geeignet

– Kunststoffteppiche können sich elektrostatisch aufladen

– Manche Teppiche beinhalten Schadstoffe

 

Teppichkosten: Synthetikt etwa 10-90 €/m2, Naturfaser 35-200 €/m2. Plus Verlegekosten.

 

Bambus

Material: Bambus (Bambusoideae, ein Süßgras)

 

Vorteile Bambus:

– Sehr widerstandsfähig

– Pflegeleicht

 

Nachteile Bambus:

– Teuer

 

Kautschuk (elastischer Belag)

Anwendung: Krankenhäuser und Flughäfen

 

Material: Kautschuk

 

Vorteile Kautschuk:

– Widerstandsfähig

– Fußwarm

– Wasserfest

– Schadstoffarm

– Trittschalldämmung

– Niedrige Aufbauhöhe

 

Nachteile Kautschuk:

– Schwierige Verlegung

 

Kosten von Kautschuk: Bahnenware etwa 24€/m², Fliesen 36€/m². Plus Verlegekosten.

 

Kork (elastischer Belag)

Anwendung: Wohnzimmer, Schlafzimmer

 

Material: Baumrinde der Korkeiche

 

Vorteile Kork:

– Warme, elastische, angenehme Oberfläche

– Langlebig

– Pflegeleicht

– Trittschalldämpfend

– Je nach Oberflächenbehandlung hygienisch und für Nassräume geeignet

 

Nachteile Kork:

– Teuer

– Bleicht bei Sonneneinstrahlung teilweise aus

 

 

Korkplatten / Korkfliesen:

– Schwimmende Verlegung nicht möglich.

– Für Fußbodenheizung geeignet.

– Ab etwa 10 Euro.

 

Kork-Fertigparkett

– Schwimmende Verlegung möglich.

– Für Fußbodenheizung geeignet.

– Ab etwa 20 Euro.

– Aufbauhöhe höher als bei Korkplatten.

 

Linoleum (elastischer Belag)

Anwendung: Küchen

 

Material: Leinöl, Naturharze, Holzmehl und Pigmenten auf einer Trägerschicht aus Jutegewebe. Wurde teilweise durch PVC verdrängt.

 

Vorteile Linoleum:

– Pflegeleicht

– Widerstandsfähig

– Hygienisch

– Umweltfreundlich

– Trittschalldämmend

– Niedrige Aufbauhöhe

– Lange Lebensdauer

 

Nachteile Linoleum:

– Schwer zu verlegen

– Flecken können entstehen (z.B. durch Rotwein oder Kontakt zu dunklen PVC, Kautschuk oder Gummi)

 

Kosten von Linoleum: Bahnenware etwa 19-45€/m², Dielen/Fliesen 38-50€/m². Plus Verlegekosten.

 

PVC-, Vinyl-, CV- oder Designbeläge (elastischer Belag)

Material: Polyvinylchlorid (Kunststoff). Alternative zum Linoleum

 

Vorteile PVC-, Vinyl-, CV- oder Designbeläge:

– Pflegeleicht.

– Widerstandsfähig.

– Preiswert.

– Viele Muster und Farben.

– Einfache Verlegung.

– Warme und elastische Oberfläche.

– Geringe Trittschallgeräusche.

 

Nachteile PVC-, Vinyl-, CV- oder Designbeläge:

– Enthalten oftmals Schadstoffe (gesundheitlich nicht unbedenklich).

– Bedingt recyclingfähig.

– Keine Renovierung möglich.

 

Kosten PVC-, Vinyl-, CV- oder Designbeläge: Etwa 8-65€/m². Plus Verlegekosten.

 

→ PVC über alte Belägen zu verlegen ist nicht unbedingt empfehlenswert. Fliesen könnten z.B. durchdrücken.

 

Dielen (Hartbelag)

Material: Verschiedene Hölzer.

 

Vorteile Dielen:

– Lange Lebensdauer.

– Kann wieder aufgearbeitet werden.

– Guter Trittschallschutz.

– Fußwarm.

 

Nachteile Dielen:

– Relativ teuer.

– Nicht für Fußbodenheizung geeignet.

– Schwinden oder dehnt sich.

– Knarzgeräusche möglich.

 

Kosten von Dielen: Ab etwa 35€

 

Verlegung von Dielen: Schwimmend möglich, aber teuer. In der Regel wird auf die Unterkonstruktion verschraubt.

 

Fertigparkett (Hartbelag)

Anwendung: Wohnzimmer

 

Material: Dünne Schicht Edelholz (Nutzschicht) auf billigen Nadelhölzer oder Holzwerkstoffplatten. Meist sind es 3 Schichten: Edelholz-Nutzschicht, Trägerschicht und ein unterseitiger Gegenzug. Die Nutzschichtdicke sollte min. 3,5mm sein (weniger als 2,5mm ist ein Furnierboden). Besteht ähnlich wie Laminat aus Klickverbindungen (früher Nut-und-Feder-Elementen) und kann leicht selbst verlegt werden.

 

Vorteile Fertigparkett:

– Günstiger als massive Holzböden

– Große Auswahl

 

Nachteile Fertigparkett:

– Kann max. 1x abgeschliffen werden

– Trittschalldämmung bei schwimmende Verlegung mäßig

 

Kosten von Fertigparkett: Ab etwa 25€

 

Verlegung von Fertigparkett: Fertigparkett 48h vor dem Verarbeiten flach im Raum auslegen, damit sie sich akklimatisieren können. Fertigparkett kann schwimmend verlegt werden.

 

Ist Fertigparkett geeignet für Fußbodenheizung?

Grundsätzlich ja. Aber die Herstellerangaben sind zu beachten.

 

Laminatboden (Hartbelag)

Anwendung: Gut fürs Kinderzimmer (leimlos). Das Kinderzimmer wird sowieso durchschnittlich alle 5 Jahre renoviert. Weniger geeignet für Bad, Küche, Flur, Wohnzimmer.

 

Material: Trägerplatten mit einer Dekorschicht (Dekor imitiert meist Holz aber auch Fliesen-/, Stein- oder Phantasieoptik). Besteht ähnlich wie Fertigparkett aus Klickverbindungen (früher Nut-und-Feder-Elementen) und kann leicht selbst verlegt werden.

 

Vorteile Laminat:

– Preisgünstig

– Leicht zu verlegen

– Widerstandsfähig

– Geringe Aufbauhöhe

– Viele Variationen / Motive möglich

 

Nachteile Laminat:

– Knarzgeräusche (wenn keine Trittschalldämmung darunter liegt)

– Nicht allzu langlebig (etwa 10 Jahre)

– Oberfläche fühlt sich künstlich an (hart und kühl)

– Kann leicht zerkratzen

– Für Nassräume kaum geeignet

– Keine Renovierung möglich

 

 

Öko-Laminat finden: www.fsc-deutschland.de und www.pefc.de

 

Kosten von Laminat: Etwa 5-25€/m2

 

Gute Träger: HDF-Träger (härter und feuchteunempfindlicher als Spanplatten

Weniger gute Träger: Spanplatten

Min. 6,5mm, besser 7,5mm

 

Verlegung von Laminatböden?

Laminatböden 48h vor dem Verarbeiten flach im Raum auslegen, damit sie sich akklimatisieren können. Schwimmende Verlegung möglich.

 

Ist Laminat geeignet für Fußbodenheizung?

Grundsätzlich für Fußbodenheizungen geeignet. Allerdings sind spezielle Verlegeregeln zu beachten.

Eine Trittschalldämmung ist sehr wichtig!

 

Qualitätsmerkmal von Laminat

– Wiederholungsrate des Motivs. Schlechte haben nur ein Dekor für jede Diele. Das macht den Boden langweilig und leblos. Höherwertige haben etwa 10 verschiedene Dekor. à Deshalb mehrere Dielen nebeneinander legen und vergleichen.

– Die Fotoqualität ist bei allen Böden ähnlich gut (ob günstig oder teuer).

– Beschichtungsverfahren HPL / DPL. Die HPL-Varianten sind belastbarer aber auch teurer.

– Trägerschicht: MittelDichte Faserplatte (MDF) und HochDichte Faserplatte (HDF). HDFs sind härter und damit druckfester. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Muss beim Händler erfragt werden. Trägerschichten sollten min. 6,5mm dick sein.

 

Beanspruchungsklasse von Laminat (DIN EN 685)

Laminat ist in verschiedene Beanspruchungsklassen unterteilt. Diese sollten bei der Auswahl beachtet werden.

 

Im Privatbereich:

21 für Wohnbereiche mit geringer oder zweitweiser Nutzung (z.B. Schlaf- oder Gästezimmer)

22 für Wohnbereiche mit mittlerer Nutzung (z.B. Wohnräume, Esszimmer, Eingangsflure)

23 für Wohnbereiche mit intensiver Nutzung (z.B. Wohnräume, Eingangsbereich, Esszimmer, Treppen, Flur)

 

Im gewerblichen Bereich:

31 für gewerbliche Bereiche mit geringer oder zweitweiser Nutzung (z.B. Hotelzimmer)

32 für gewerbliche Bereiche mit mittlerer Nutzung (z.B. Büro, Boutique)

33 für gewerbliche Bereiche mit intensiver Nutzung (z.B. Kaufhaus, Schule)

 

Laminat über Teppich verlegen?

Wenn der alte Teppich nicht dicker als 6mm ist, kann er als Unterlagen für den Laminatboden bestehen bleiben. Er übernimmt dann die Trittschalldämmung. Bedenken gibt es nur bezüglich der Hygiene (Geruchsentwicklung). Der Teppich sollte deshalb vorher gut gereinigt werden.

 

Parkett (Hartbelag)

Material: Verschiedene Hölzer.

 

Vorteile Parkett:

– Langlebig

– Fußwarm

– Schadstellen können ausgebessert werden

 

Nachteile Parkett:

– Teuer

– Nur bedingt für Fußbodenheizung geeignet

– Je nach Luftfeuchtigkeit quillt oder schwindet Holz

– Nur bedingt wasserfest

– Anfällig für Kratzer und Dellen

 

 

Kosten von Parkett: Dreischichtfertigparkett etwa 35-85€/m², Klebeparkett ab etwa 25€/m². Plus Verlegekosten.

 

Verlegung von Parkett: Massivholzdielen 48h vor dem Verarbeiten flach im Raum auslegen, damit sie sich akklimatisieren können.

 

Fliesen (Mineralischer Belage)

Siehe Fliesen.

 

Natursteinteppich (Mineralischer Belage)

Material: Gefärbter Quarz oder Naturmarmor und Kunstharz als Bindemittel

 

Vorteile Natursteinteppich:

– Elegant

– Widerstandsfähig

– Gute Verlegbarkeit

– Rutschfest

– Frostsicher

– Gut für Allergiker

 

Nachteile Natursteinteppich:

– Harte Oberfläche

 

Was gibt es bei Bodenbelägen sonst noch zu beachten?

– Pflegeanleitungen für sämtliche Bodenbeläge geben lassen.

 

– Materialreste für spätere Reparaturen aufheben.

 

Sockelleiste

Bei allen Bodenbelägen ist es empfehlenswert, den Übergang zur Wand durch eine Sockelleiste zu schützen (gleiches Material wie der Boden oder Hartholz). Sockelleisten sollten an der Wand und nicht am Boden befestigt werden.

 

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